MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Therapieoptionen bei Gicht

Treatment options for gout

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(13): 215-22; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0215

Engel, Bettina; Just, Johannes; Bleckwenn, Markus; Weckbecker, Klaus

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Etwa 1–2 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leidet unter Gicht. Die Gicht ist eine der wenigen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, die geheilt werden kann. Sie entsteht durch Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken als Folge einer Hyperurikämie. Typischerweise treten schmerzhafte Schwellungen und Rötungen an den betroffenen Gelenken auf. In der Vergangenheit wurden mehrere Leitlinien und Therapieempfehlungen veröffentlicht. Allerdings liegen Hinweise vor, dass Gichtpatienten nicht immer gemäß diesen Leitlinien versorgt werden.

Methodik: Eine selektive Literaturrecherche für die Jahre 2000–2016 in der Cochrane Datenbank und in PubMed wurde durchgeführt.

Ergebnisse: Eine asymptomatische Hyperurikämie ist bei Nierengesunden keine Indikation zur harnsäuresenkenden Therapie. Bei der akuten Arthritis urica sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR ), Kortikoide und Colchizin Mittel der Wahl. Bei rezidivierenden Gichtanfällen oder schwerem Verlauf ist eine harnsäuresenkende Therapie mit Xanthinoxidase-Hemmern (XOH) oder Urikosurika indiziert.
Angestrebt wird hierbei ein Serumharnsäurewert von < 6 mg/dL. Die Dauertherapie wird erst nach Abklingen des akuten Gichtanfalls eingeleitet. Bei therapierefraktären Patienten kann unter Umständen Lesinurad (Zulassung 02/2016) in Kombination mit XOH als neue Behandlungsoption erwogen werden. Wichtiger Bestandteil in der Therapie von Gichtpatienten ist eine umfassende Aufklärung und Beratung des Patienten. Regelmäßige laborchemische Kontrollen sind notwendig.

Schlussfolgerung: Weltweit steigt die Prävalenz der Gicht an. Durch die konsequente Ausschöpfung bekannter Therapien könnte die Versorgung von Gichtpatienten noch weiter verbessert werden. In Zukunft sollten kontrollierte Studien durchgeführt werden, um den optimalen Zeitpunkt für einen Therapiebeginn sowie den anzustrebenden Harnsäurewert in Anbetracht einer Nutzen-Risiko-Abwägung zu bestimmen.

Circa 1–2 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leiden unter Gicht und etwa 20 % haben eine Hyperurikämie – damit ist die Gicht die am meisten verbreitete Form einer Arthritis deutschlandweit (1). Sie ist eine der wenigen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, die geheilt werden kann. Gicht entsteht durch Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken oder gelenknahen Geweben als Folge einer Hyperurikämie. Typischerweise treten schmerzhafte Schwellungen und Rötungen der betroffenen Gelenke auf. Weltweit wird eine Zunahme der Prävalenz und Inzidenz beobachtet (e1). Konkrete Daten für Deutschland existieren nicht. Da die aktuellen Inzidenzen allerdings ähnlich derer aus der Studie von Annemans (1) sind, lässt sich eine gleiche Entwicklung herleiten. Die Gicht rückt nicht nur gesundheitlich, sondern auch ökonomisch weiter in den Fokus (1, 2, e1). In der Vergangenheit wurden mehrere Leitlinien und Therapieempfehlungen veröffentlicht, um die Versorgung von Gichtpatienten zu verbessern. Dennoch entspricht die Versorgung der Gichtpatienten aktuell in vielen Punkten nicht diesen Leitlinien. Darunter fallen unter anderem die Überversorgung mit Allopurinol bei asymptomatischen Patienten mit Hyperurikämie und das fehlende Monitoring unter Therapie mit harnsäuresenkenden Medikamenten. Diese Lücke zwischen den Handlungsempfehlungen und dem klinischen Alltag wurde in mehreren Studien gezeigt (3, 4, e1e3).

Methodik

Wir führten eine selektive Literaturrecherche für die Jahre 2000–2016 in der Cochrane Datenbank und PubMed durch. Dabei wurde der folgende Suchalgorithmus in PubMed verwendet: „gout“ OR „hyperuricaemia“; „filters activated“: „meta-analysis“, „systematic reviews“, „randomized controlled trial“, „guideline“, „clinical trial“, „abstract“, „publication date from 2000/01/01“, „humans“, „English“, „German“. Die initiale Suche ergab 628 Ergebnisse. Nach Titel- und Abstract-Analyse verblieben 159 Quellen, auf deren Basis eine qualitative Synthese durchgeführt wurde. Einige ältere, elementare Veröffentlichungen wurden dieser Arbeit einzeln hinzugefügt. Eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise nach dem PRISMA-Protokoll ist bei den Autoren erhältlich (PRISMA, „preferred reporting items for systematic reviews and meta-analyses“).

Ergebnisse

Bei unserer Recherche haben wir nur wenig Literatur mit hoher Qualität bezüglich des Evidenzgrades und des Studiendesigns gefunden. Die Autoren haben den jeweiligen Empfehlungsgrad entsprechend den aktuellsten Leitlinien (5, 6) in Klammern genannt.

Definitionen

Die Einteilung der Gicht erfolgt in 4 Stadien (e4):

  • asymptomatische Gewebeablagerungen
  • Akute Gicht: Sie ist definiert als rasch einsetzende Entzündung meist nur eines Gelenks mit schmerzhafter Überwärmung und Schwellung. Harnsäurekristalle lösen die Entzündungsreaktion in Gelenken oder gelenknahen Geweben aus.
  • Interkritische Perioden: Darunter versteht man klinisch inaktive Phasen der Erkrankung zwischen zwei Anfällen. Patienten mit Gicht haben weiterhin eine Hyperurikämie, die zu einer vermehrten Ablagerung von Uratkristallen im Gewebe führen kann. Die interkritischen Perioden werden umso kürzer, je weiter die Erkrankung voranschreitet.
  • Chronische Gicht: Sie ist durch eine dauerhafte Gelenkentzündung gekennzeichnet, die zu Schmerzen in Ruhe und/oder bei Bewegung in Gelenken führt.

Prävalenz

Die Prävalenz der symptomatischen Gicht beträgt laut European League Against Rheumatism (EULAR) 1–2 % der erwachsenen westlichen Bevölkerung (7). Bei den über 65-Jährigen steigt die Prävalenz der symptomatischen Gicht auf 7 % (1). In den bisherigen Veröffentlichungen wird bei den Prävalenzdaten nicht zwischen den verschiedenen Stadien der Gicht unterschieden.

Ätiologie

Verantwortlich für eine Gicht sind die Überproduktion von Harnsäure (10 %) und eine erniedrigte Exkretion von Harnsäure über die Nieren (90 %) (e5). Genetische Stoffwechselstörungen des Purinstoffwechsels, wie zum Beispiel das Lesch-Nyhan-Syndrom, sind seltenere Ursachen der Gicht (e6).

Harnsäure ist beim Menschen das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Bei 37 °C beträgt das Löslichkeitsprodukt der Harnsäure 6,8 mg/dL (8). Eine Hyperurikämie kann die Ausfällung von Uratkristallen im Gewebe begünstigen, sodass eine Gicht entsteht. Die Inzidenz der Gicht steigt mit zunehmendem Harnsäurespiegel (9) (Tabelle 1). Harnsäurekristalle fallen bei niedrigeren Temperaturen schneller aus. Daher sind Zehen, Finger, Hände, Füße, Ellenbogen sowie Ohren Prädilektionsstellen für Gichtanfälle und für Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Weichteilen (Gichttophi). In den ableitenden Harnwegen können sich Harnsäurekristalle ebenfalls ablagern (Urolithiasis).

Gichtinzidenz in Abhängigkeit der Serumharnsäure*
Tabelle 1
Gichtinzidenz in Abhängigkeit der Serumharnsäure*

Die ausgefällten Harnsäurekristalle führen dazu, dass in Monozyten das Inflammasom aktiviert wird und konsekutiv unterschiedliche Entzündungsmediatoren wie Interkleukin-1 freigesetzt werden (10). Ohne Therapie dauert der akute Gichtanfall zwischen 3 Tagen und 2 Wochen. Der erste Gichtanfall ist in bis zu 90 % der Fälle eine Monoarthritis – am häufigsten ist die Entzündung des Großzehengrundgelenkes (Podagra) (11). Bei älteren Patienten treten gehäuft Polyarthritiden auf (4).

Diagnose

In der hausärztlichen Praxis wird die Diagnose des Gichtanfalls durch Inspektion (typisches Befallsmuster) und Anamnese (nach Ausschluss der „red flags“: Trauma, Zustand nach intraartikulärer Injektion, Operation, Fieber, schlechter Allgemeinzustand) gestellt (e7). Die US-amerikanische (American College of Rheumatology, ACR) und europäische (EULAR) Fachgesellschaft für Rheumatologie haben 2015 einen klinischen Diagnose-Score erarbeitet (12) (Tabelle 2). Der Nachweis von Harnsäurekristallen im Gelenkpunktat wird in oben genannten Diagnosekriterien als ausreichendes Kriterium zur Diagnosesicherung der Gicht beschrieben. Die Autoren raten von einer diagnostischen Punktion beim klinisch eindeutigen Gichtanfall aus Gründen der Nutzen-/Risikoabwägung ab (C).

Diagnosekriterien Gicht*
Tabelle 2
Diagnosekriterien Gicht*

Labor und Röntgen

Ein Drittel der Patienten mit einem akuten Gichtanfall haben eine normale Harnsäurekonzentration (e8). Ein normaler Spiegel der Serumharnsäure bei einer akuten Arthritis schließt eine Gichtarthritis nicht aus. Bei einem erhöhten Spiegel steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Gichtarthritis zwar, aber die Diagnose ist dadurch nicht gesichert (12) (C). Im akuten Gichtanfall fällt die Harnsäure aus und verursacht als Harnsäurekristalle die Beschwerden – der messbare Harnsäurespiegel im Blut ist gegebenenfalls reduziert. Es wird empfohlen, die Harnsäure einige Wochen nach einem Anfall als Verlaufskontrolle zu bestimmen (13) (B).

Laboruntersuchungen zur weiteren Abklärung können bei untypischem Verlauf oder zur differenzialdiagnostischen Abklärung erforderlich werden. Als Differenzialdiagnosen der akuten Gicht zählen folgende Erkrankungen:

  • septische Arthritis
  • Trauma
  • aktivierte Arthrose
  • Pseudogicht
  • rheumatoide Arthritis.

Als Verlaufskontrolle bei der chronischen Gicht sollten jährliche Laborkontrollen insbesondere von den Retentionswerten und der Harnsäurekonzentration stattfinden (14) (B).

Bisher spielte bei der primären Diagnostik der Gicht die konventionelle Bildgebung keine entscheidende Rolle, da die radiologisch sichtbaren Veränderungen der Gicht am Knochen erst im Spätstadium auftreten (e9). Eine frühere Detektion von Tophi im Weichteilgewebe könnte in Zukunft zur Therapiekontrolle eingesetzt werden. Als nichtinvasives Verfahren bietet sich hier die Ultraschalluntersuchung an. In der Sonografie zeigt sich eine Synovialitis mit deutlicher Mehrvaskularisation im Doppler-Mode mit sogenannter Doppelkontur (e10, 15). Das Dual-Energy-CT (DECT) kann kleine Harnsäurekristallablagerungen nachweisen, sollte jedoch wegen der Strahlenbelastung und der Kosten bei insgesamt niedriger Sensitivität nur bei unklaren Befunden zum Ausschluss anderer Differenzialdiagnosen erwogen werden (15) (C).

Therapie

Die Therapie der Gicht ruht auf zwei Säulen: den nichtmedikamentösen Maßnahmen und der medikamentösen Therapie. Das Maß beider sollte je nach individueller Situation des Patienten abgewogen werden. Dabei sind Stadium (akute Gicht, interkritische Phase oder chronische Gicht), individuelle Faktoren (Anzahl der Anfälle, radiologische Zeichen) und allgemeine Risikofaktoren entscheidend.

Nichtmedikamentöse Maßnahmen

Zu den nichtmedikamentösen Maßnahmen zählen die Patientenberatung, die Ernährungsempfehlung und die Lagerung des Gelenks.

Patientenberatung (C): Ein Ansatz in der Gichttherapie ist die Patientenberatung. Zusammen mit dem derzeitigen Lebensstil (zunehmender Bewegungsmangel, Übergewicht) kommt Hyperurikämie vermehrt vor. In einer Kohortenstudie aus England wurde gezeigt, dass eine ausführliche Aufklärung zu einem erfolgreichen Patientenmanagement führt (e11).

Ernährungsempfehlung: Ernährung beeinflusst den Harnsäurespiegel. Eine Diät und Lebensstiländerung können den Harnsäurespiegel um bis zu 18 % senken (16). In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass weniger als 50 % der befragten Gichtpatienten über den Zusammenhang bestimmter Nahrungsmittel mit Gicht informiert werden (e12).

Von vielen Autoren wird eine Diät wie für die kardiovaskuläre Prävention empfohlen (www.degam.de/patienteninformationen.html). Aus einer großen Kohortenstudie geht hervor, dass ein Gewichtsverlust mit konsekutiv verbesserter Stoffwechsellage auch die Inzidenz von Gichtanfällen verringern kann (e13) (B). Die Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en (Kasten) beruhen auf pathophysiologischen Überlegungen und befinden sich im Einklang mit anderen gesundheitsfördernden Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en. Ob die Empfehlungen den Gichtverlauf bei den Patienten positiv modifizieren, wurde bislang nicht in randomisierten kontrollierten Studien untersucht (17).

Ernährungsempfehlungen bei Gicht (16, e13)
Kasten
Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en bei Gicht (16, e13)

Lagerung des Gelenks: In einem systematischen Review konnte gezeigt werden, dass die korrekte Lagerung des Gelenks einen weiteren Beitrag zur Therapie des akuten Gichtanfalls leisten kann. Das betroffene Gelenk sollte hochgelagert und gekühlt werden (18) (C).

Medikamentöse Therapie der akuten Gicht

Ziel der medikamentösen Therapie der akuten Gicht ist die schnellstmögliche Schmerzfreiheit und der Rückgang der Gelenkentzündung. Ohne medikamentöse Therapie dauert der Gichtanfall zwischen 3 Tagen und 2 Wochen. Allgemein gilt, dass eine sofortige antiinflammatorische Therapie eingeleitet werden sollte, am besten innerhalb der ersten 12–24 Stunden nach Beginn des akuten Gichtanfalls (B). Als Mittel der Wahl gelten nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Glukokortikoide und Colchizin (5) (A). Unter Therapie werden die Symptome in der Regel nach 24 Stunden gelindert (19). Welche der 3 Substanzgruppen zum Einsatz kommt, ist abhängig von den Begleiterkrankungen des Patienten und den Erfahrungen des Arztes. Eine Übersicht der Therapieoptionen ist in Tabelle 3 zusammengefasst.

Therapieoptionen bei akuter Gicht
Tabelle 3
Therapieoptionen bei akuter Gicht

Außerdem wird empfohlen, Hyperurikämie-induzierende Medikamente, insbesondere Diuretika und niedrig dosierte Acetylsalicylsäure, bei Patienten mit akuter Gicht nicht neu zu beginnen oder deren Dosis zu erhöhen (5, 16) (B).

Gichtpatienten leiden gelegentlich unter Begleiterkrankungen, die eine Therapie mit NSAR, Colchizin oder Kortison nicht erlauben. Neuere Studien haben gezeigt, dass das Interleukin-1 ein wichtiger Entzündungsmediator bei der akuten Gicht ist. Interleukin-1-Antagonisten können bei Kontraindikationen oder Unverträglichkeiten gegen alle 3 Standardtherapeutika laut einem Cochrane Review als Alternative in Betracht gezogen werden (24) (B).

Kontraindiziert zur Behandlung des akuten Gichtanfalls sind harnsäuresenkende Medikamente, die zur Behandlung der chronischen Gicht Anwendung finden, da sie zunächst zu akuten Gichtanfällen führen können (25) (C). Eine bereits seit Längerem bestehende harnsäuresenkende Therapie sollte im akuten Gichtanfall weitergegeben werden.

Therapie der asymptomatischen Hyperurikämie

Nach der aktuellen Studienlage kann eine Therapie der asymptomatischen Hyperurikämie bei Nierengesunden nicht empfohlen werden (26) (C). Zwei Metaanalysen weisen auf eine Zunahme insbesondere des kardiovaskulären Risikos bei Hyperurikämiepatienten hin (e15, 21). Eindeutig aussagekräftige Studien hierzu liegen allerdings nicht vor. Bei In-vitro-Untersuchungen wurde der Harnsäure eine antioxidative und damit protektive Eigenschaft zugeschrieben (e16). Weitere Studien hierzu sollten folgen.

Therapie der chronischen Gicht

Ziel sollte sein, ein Fortschreiten der Gicht und neue Gichtanfälle zu vermeiden, eventuelle Uratablagerungen abzubauen und die Tophusbildung rückgängig zu machen. In internationalen Leitlinien wird hierfür empfohlen, den Harnsäurespiegel weit unter der Löslichkeitsgrenze von 6,8 mg/dL einzustellen, um Ablagerungen vorzubeugen (14, 16, e11). Es gibt derzeit keine verfügbaren Studien, die den optimalen Harnsäurezielwert untersucht haben. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin empfiehlt, den Harnsäurespiegel < 6,5 mg zu halten (27). Die EULAR rät zu einem Harnsäurespiegel < 6 mg/dL, bei der schweren Gicht sogar < 5 mg/dL (B). Die Therapie wird lebenslang empfohlen. In einer prospektiven Kohortenstudie wurde belegt, dass nach erfolgreicher Harnsäuresenkung für mehr als 5 Jahre ein Auslassversuch gestartet werden kann (28) (B).

Begonnen werden sollte mit der Dauertherapie frühestens 2 Wochen nach Beginn des akuten Gichtanfalls (B).

Eine Dauertherapie wird empfohlen bei Patienten mit den folgenden Symptomen (16, 27) (B):

  • mehr als zwei Gichtanfälle pro Jahr
  • vorhandene Urolithiasis und Gicht
  • bekannte Harnsäureüberproduktion, zum Beispiel unter Chemotherapie
  • bereits vorhandene Tophi.

In den Empfehlungen der EULAR soll der frühe Therapiebeginn als Option mit dem Patienten besprochen werden, um die Kristalllast für den Fall, dass die Gicht weiter voranschreitet, zu reduzieren (6). Eine klare Evidenz gibt es hierfür allerdings nicht. Da Allopurinol jedoch auch Nebenwirkungen hat und insbesondere nach Therapiebeginn zu vermehrten Gichtanfällen führen kann, empfehlen die Autoren, dass Patienten zunächst über Lebensstiländerungen versuchen sollen, den Harnsäurespiegel zu reduzieren.

In den ersten Wochen bis Monaten nach Beginn einer harnsäuresenkenden Therapie können vermehrt Gichtanfälle auftreten. Wenn der Harnsäureserumspiegel sinkt, werden die Harnsäureablagerungen aus den Geweben mobilisiert (e8, 29, 30). Randomisierte kontrollierte Studien zur Anfallsprophylaxe fehlen. Die Erkenntnisse wurden unter anderem aus den Zulassungsstudien von Febuxostat gewonnen (5). Verglichen mit Allopurinol werden vermehrt Gichtanfälle nach Therapiebeginn mit Febuxostat beschrieben; nach längerer Einnahme zeigen sich jedoch keine relevanten Unterschiede. Es wird empfohlen, eine harnsäuresenkende Therapie einschleichend zu beginnen (6) (C). Eine Anfallsprophylaxe mit niedrigdosiertem Colchizin (0,5 mg/Tag) oder niedrigdosierten NSAR wird über 6 Monate empfohlen (31, 32) (B).

In internationalen Leitlinien werden Xanthinoxidase-Hemmer (XOH) als Mittel der ersten Wahl und Urikosurika als Mittel der zweiten Wahl angesehen. Leitssubstanzen bei den XOH beziehungsweise Urikosurika sind Allopurinol beziehungsweise Probenecid. Mögliche Therapieoptionen finden sich in Tabelle 4. Unter Febuxostat, ebenfalls ein XOH, erreichen prozentual mehr Patienten den Harnsäurezielwert von 6 mg/dL als unter Allopurinol (48 % versus 22 % [32]). Daher steht Febuxostat als Option bei therapierefraktärer Hyperurikämie zur Verfügung. Sollte diese Eskalation nicht ausreichen, ist die Kombination eines XOH mit Lesinurad, ein selektiver Inhibitor des URAT-1-Rücktransporters (SURI), möglich. Generell sollten regelmäßige laborchemische Kontrollen durchgeführt werden, um den Therapieerfolg zu kontrollieren und die Therapie gegebenenfalls anzupassen (C). Ergänzend soll hier die Uricase als Therapieoption bei therapierefraktären Patienten erwähnt werden. Dieses Präparat wurde jedoch Mitte 2016 vom Markt genommen.

Therapieoptionen bei der chronischen Gicht
Tabelle 4
Therapieoptionen bei der chronischen Gicht

Diskussion

Trotz der hohen Prävalenz der Gicht existieren nur wenige aussagekräftige randomisierte kontrollierte Studien, die eine klare evidenzbasierte Medizin zulassen. Die Empfehlungen beruhen oft auf pathophysiologischen Überlegungen. Hier gibt es deutlichen Nachholbedarf.

Einige Fragen sind bis dato nicht aussagekräftig untersucht worden, beispielsweise der Einfluss der Harnsäure auf den menschlichen Körper. Für die Praxis ist es von Interesse, ob eine asymptomatische Hyperurikämie ein alleinstehender kardiovaskulärer Risikofaktor ist oder ob ein langfristig stark erniedrigter Harnsäurespiegel einen negativen Einfluss auf das zentrale Nervensystem hat. Auch der Einfluss der Harnsäure auf die Nierenfunktion sollte weitergehend untersucht werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass kontrollierte Studien zum optimalen Harnsäurewert in Anbetracht einer Nutzen-/Risikoabwägung der Serumharnsäure folgen sollten.

Auch von praktischem Interesse wären weitere aussagekräftige Studien zur Untersuchung des optimalen Zeitpunkts des Therapiebeginns bei der chronischen Gicht. Kann man eine harnsäuresenkende Therapie bereits im akuten Gichtanfall beginnen? Diese Frage hat bisher nur eine kontrollierte monozentrische Studie mit insgesamt 57 Patienten bearbeitet (e22). In dieser Arbeit konnte kein negativer Einfluss durch den frühzeitigen Beginn (< 7 Tage nach Beginn eines Gichtanfalls) einer harnsäuresenkenden Therapie auf die Häufigkeit von Gichtanfällen nachgewiesen werden.

Nach langem Stillstand in den Therapieoptionen sind jetzt neue Behandlungsmöglichkeiten auf dem Markt. In welchem Ausmaß sie zur Geltung kommen, bleibt abzuwarten.

Ein neues Therapeutikum in der Behandlung der akuten Gicht ist der IL-1-Antagonist Canakinumab, der bei Unverträglichkeit, unzureichender Wirkung oder Kontraindikation gegen die 3 Standardtherapeutika (NSAR, Kortikoide und Colchizin) zugelassen ist. Neu auf dem Markt für die chronische Gicht ist Lesinurad, das bei therapierefraktären Patienten unter Standardtherapie (XOH oder Probenecid) in Kombination mit einem Xanthinoxidase-Hemmer zugelassen ist.

Fazit für die Praxis

Wichtig ist, bereits im frühen Stadium der Gicht adäquat zu reagieren, damit für den Patienten schmerzhafte, chronische Verläufe vermieden werden. Um die Adhärenz zu verbessern, sollte ein besonderes Augenmerk auf die Aufklärung sowie Anbindung der Patienten gelegt werden. Regelmäßige Laborkontrollen unter Therapie sollten bei einer Verlaufskontrolle erfolgen. Nach mehrjähriger erfolgreicher harnsäuresenkender Therapie kann gegebenenfalls ein Auslassversuch gestartet werden.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 7. 2016, revidierte Fassung angenommen: 29. 12. 2016

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Bettina Engel
Institut für Hausarztmedizin
Universitätsklinikum Bonn/Medizinische Fakultät
53127 Bonn
bettina.engel@ukb.uni-bonn.de

Zitierweise
Engel B, Just J, Bleckwenn M, Weckbecker K: Treatment options for gout.
Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 215–22. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0215

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1317 oder über QR-Code

eTabelle:
www.aerzteblatt.de/17m0215 oder über QR-Code

1.
Annemans L, Spaepen E, Gaskin M, et al.: Gout in the UK and Germany: prevalence, comorbidities and management in general practice 2000–2005. Ann Rheum Dis 2007; 67: 960–6 CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.
Kuo C, Grainge MJ, Zhang W, Doherty M: Global epidemiology of gout: prevalence, incidence and risk factors. Nat Rev Rheumatol 2015; 11: 649–62 CrossRef MEDLINE
3.
Cottrell E, Crabtree V, Edwards JJ, Roddy E: Improvement in the management of gout is vital and overdue: an audit from a UK primary care medical practice. BMC Fam Pract 2013; 14: 170 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
Engel B, Bleckwenn M, Weckbecker K: [How do family practitioners treat gout? Results of a survey in NRW]. Z Allg Med 2014; 90: 277–81.
5.
Kiltz U, Alten R, Fleck M, et al.: Langfassung zur S2e-Leitlinie Gichtarthritis (fachärztlich). Rheumatol 2016; 75: 11 CrossRef
6.
Richette P, Doherty M, Pascual E, et al.: 2016 updated EULAR evidence-based recommendations for the management of gout. Ann Rheum Dis 2017; 76 : 29–4 CrossRef MEDLINE
7.
Zhang W, Doherty M, Bardin T, et al.: EULAR evidence based recommendations for gout. Part I: Diagnosis. Report of a task force of the standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutics (ESCISIT). Ann Rheum Dis 2006; 65: 1301–11 CrossRef CrossRef
8.
Terkeltaub RA: Gout. N Engl J Med 2003; 349: 1647–55 CrossRef MEDLINE
9.
Campion E, Delabry L: Asymptomatic hyperuricemia. Risks and consequences in the normative aging study. Am J Med 1987; 82: 421–6 CrossRef
10.
Krishnan E: Inflammation, oxidative stress and lipids: the risk triad for atherosclerosis in gout. Rheumatology (Oxford) 2010; 49: 1229–38 CrossRef MEDLINE
11.
Taylor W, Fransen J, Jansen T, et al.: Study for updated gout classification criteria (SUGAR): identification of features to classify gout. Arthritis Care Res (Hoboken) 2015; 67: 1304–15 CrossRef MEDLINE PubMed Central
12.
Neogi T, Jansen T, Dalbeth N, et al.: 2015 Gout classification criteria: an American College of Rheumatology/European League Against Rheumatism Collaborative Initiative. Arthritis Rheumatol 2015; 67: 2557–68 CrossRef MEDLINE PubMed Central
13.
Tausche A, Jansen TL, Schröder HE, Bornstein SR, Aringer M, Müller-Ladner U: Gout—current diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 549–55 VOLLTEXT
14.
Zhang W, Doherty M, Pascual E, et al.: EULAR evidence based recommendations for gout. Part II: Management. Report of a task force of the EULAR Standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutics (ESCISIT). Ann Rheum Dis 2006; 65: 1312–24 CrossRef CrossRef MEDLINE PubMed Central
15.
Parathithasan N, Lee W, Pianta M, Oon S, Perera W: Gouty arthropathy: review of clinicopathologic and imaging features. J Med Imaging Radiat Oncol 2016; 60: 9–20 CrossRef MEDLINE
16.
Khanna D, Fitzgerald JD, Khanna PP, et al.: 2012 American College of Rheumatology guidelines for management of gout. Part 1: Systematic nonpharmacologic and pharmacologic therapeutic approaches to hyperuricemia. Arthritis Care Res 2012; 64: 1431–46 CrossRef MEDLINE PubMed Central
17.
Moi JHY, Sriranganathan MK, Edwards CJ, Buchbinder R: Lifestyle interventions for chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2013; 5: CD010039 CrossRef
18.
Moi JHY, Sriranganathan MK, Edwards CJ, Buchbinder R: Lifestyle interventions for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2013; 11: CD010519 CrossRef
19.
van Durme CMPG, Wechalekar MD, Buchbinder R, Schlesinger N, van der Heijde D, Landewé RBM: Non-steroidal anti-inflammatory drugs for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2014; 9: CD010120 CrossRef
20.
Janssens HJEM, Janssen M, van de Lisdonk EH, van Riel PLCM, van Weel C: Use of oral prednisolone or naproxen for the treatment of gout arthritis: a double-blind, randomised equivalence trial. Lancet 2008; 371: 1854–60 CrossRef
21.
Stack A, Hanley A, Casserly L: Independent and conjoint associations of gout and hyperuricaemia with total and cardiovascular mortality. Q J Med 2013; 106: 647–58 CrossRef MEDLINE
22.
Terkeltaub RA: High versus low dosing of oral colchicine for early acute gout flare: twenty-four-hour outcome of the first multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, dose-comparison colchicine study. Arthritis Rheum 2010; 62: 1060–8 CrossRef MEDLINE
23.
Wechalekar MD, Vinik O, Schlesinger N, Buchbinder R: Intra-articular glucocorticoids for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2013; 4: CD009920 CrossRef
24.
Sivera F, Wechalekar MD, Andrés M, Buchbinder R, Carmona L: Interleukin-1 inhibitors for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2014; 9: CD009993 CrossRef
25.
Khanna D, Khanna PP, Fitzgerald JD, et al.: 2012 American College of Rheumatology guidelines for management of gout. Part 2: Therapy and antiinflammatory prophylaxis of acute gouty arthritis. Arthritis Care Res (Hoboken) 2012; 64: 1447–61 CrossRef MEDLINE PubMed Central
26.
Vinik O, Wechalekar M, Falzon L, Buchbinder R, van der Heijde D, Bombardier C: Treatment of asymptomatic hyperuricemia for the prevention of gouty arthritis, renal disease, and cardiovascular events: a Systematic literature review. J Rheumatol 2014; 92: 70–4 CrossRef
27.
Engel B, Prautzsch H: [Management of gout—new guidelines published by the German College of General Practitioners and Family Physicians (DEGAM)]. Z Allg Med 2014; 90: 7–12.
28.
Perez-Ruiz F, Atxotegi J, Hernando I, Calabozo M, Nolla J: Using serum urate levels to determine the period free of gouty symptoms after withdrawal of long-term urate-lowering therapy: a prospective study. Arthritis Rheum 2006; 55: 786–90 CrossRef MEDLINE
29.
Becker MA, Schumacher HR, Wortmann RL, et al.: Febuxostat compared with allopurinol in patients with hyperuricemia and gout. N Engl J Med 2005; 353: 2450–61 CrossRef MEDLINE
30.
Borstad GC, Bryant LR, Abel MP, et al.: Colchicine for prophylaxis of acute flares when initiating allopurinol for chronic gouty arthritis. J Rheumatol 2004; 31: 2429–32 MEDLINE
31.
Wortmann R, MacDonald P, Hunt B, Jackson R: Effect of prophylaxis on gout flares after the initiation of urate-lowering therapy: analysis of data from three phase III trials. Clin Ther 2010; 32: 2386–97 CrossRef MEDLINE
32.
Schumacher R, Becker M, Wortmann R, et al.: Effects of Febuxostat versus allopurinol and placebo in reducing serum urate in subjects with hyperuricemia and gout: A 28-week, phase III, randomized, double-blind, parallel-group trial. Arthritis Rheum 2008; 59: 1540–8 CrossRef MEDLINE
33.
Seth R, Kydd ASR, Buchbinder R, Bombardier C, Edwards CJ: Allopurinol for chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2014; 10: CD006077 CrossRef
34.
Tayar JH, Lopez-Olivo MA, Suarez-Almazor ME: Febuxostat for treating chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2012; 11: CD008653 CrossRef
35.
Reinders M, Haagsma C, Jansen T: A randomised controlled trial on the efficacy and tolerability with dose escalation of allopurinol 300–600 mg/day versus benzbromarone 100–200 mg/day in patients with gout. Ann Rheum Dis 2009; 68: 892–7 CrossRef MEDLINE
36.
Fleischmann R, Kerr B, Yeh L, et al.: Pharmacodynamic, pharmacokinetic and tolerability evaluation of concomitant administration of lesinurad and febuxostat in gout patients with hyperuricemia. Rheumatology (Oxford) 2014; 53: 2167–74 CrossRef MEDLINE
37.
Saag KG, Fitz-Patrick D, Kopicko J, et al.: Lesinurad combined with allopurinol: randomized, double-blind, placebo-controlled study in gout subjects with inadequate response to standard of care allopurinol (a US-based study). Arthritis Rheumatol 2017; 69: 203–12 CrossRef MEDLINE
38.
Kaufmann P, Török M, Hänni A, Roberts P, Gasser R, Krähenbühl S: Mechanisms of benzarone and benzbromarone-induced hepatic toxicity. Hepatology 2005; 41: 925–35 CrossRef MEDLINE
e1.
Roddy E, Zhang W, Doherty M: The changing epidemiology of gout. Nat Clin Pract Rheumatol 2007; 3: 443–9 CrossRef MEDLINE
e2.
Wise E, Khanna PP: The impact of gout guidelines. Curr Opin Rheumatol 2015; 27: 225–30 CrossRef MEDLINE
e3.
Singh JA, Hodges JS, Asch SM: Opportunities for improving medication use and monitoring in gout. Ann Rheum Dis 2009; 68: 1265–70 CrossRef MEDLINE
e4.
National Center for Chronic Disease Prevention and Health Promotion, Division of Population Health: Gout. www.cdc.gov/arthritis/basics/gout.htm (last accessed on 25 September 2016).
e5.
Choi HK: A prescription for lifestyle change in patients with hyperuricemia and gout. Curr Opin Rheumatol 2010; 22: 165–72 CrossRef MEDLINE
e6.
Dincer HE, Dincer AP, Levinson DJ: Asymptomatic hyperuricemia: to treat or not to treat. Clev Clin J Med 2002; 69: 594 CrossRef
e7.
Janssens H, Fransen J, van de Lisdonk E, van Riel P, van Weel C, Janssen M: A diagnostic rule for acute gouty arthritis in primary care without joint fluid analysis. Arch Intern Med 2010; 170: 1120–6.
e8.
Jordan RW, Khan SA: The management of gout in primary care. InnovAiT 2012; 5: 503–8.
e9.
Reuss-Borst M: [Differential diagnosis and therapy of gout]. Med Klin (Munich) 2009; 104: 710–20.
e10.
Dalbeth N, Doyle AJ: Imaging of gout—an overview. Best Pract Res Clin Rheumatol 2012; 26: 823–38 CrossRef MEDLINE
e11.
Rees F, Jenkins W, Doherty M: Patients with gout adhere to curative treatment if informed appropriately: proof-of-concept observational study. Ann Rheum Dis 2013; 72: 826–30 CrossRef MEDLINE
e12.
Roddy E, Zhang W, Doherty M: Concordance of the management of chronic gout in a UK primarycare population with the EULAR gout recommendations. Ann Rheum Dis 2007; 66: 1311–5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e13.
Choi H, Atkinson K, Karlson E, Curhan G: Obesity, weight change, hypertension, diuretic use, and risk of gout in men: the health professionals follow-up study. Arch Intern Med 2005; 165: 742–8 CrossRef MEDLINE
e14.
Choi H, Curhan G: Soft drinks, fructose consumption, and the risk of gout in men: prospective cohort study. BMJ 2008; 336: 309–12 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e15.
Goicoechea M, de Vinuesa S, Verdalles U: Effect of allopurinol in chronic kidney disease progression and cardiovascular risk. Clin J Am Soc Nephrol 2010; 5: 1388–93 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e16.
Ames B, Cathart R, Schwiers E, Hochstein P: Uric acid provides an antioxidant defense in humans against oxidant- and radical-caused aging and cancer: a hypothesis. Proc Natl Acad Sci USA 1981; 78: 6858–62 CrossRef
e17.
Stamp L, Day R, Yun J: Allopurinol hypersensitivity: investigating the cause and minimizing the risk. Nat Rev Rheumatol 2016; 12: 235–42.
e18.
Pazár Maldonado B, So A: Ätiologie und Management der Gicht. Z Rheumatol 2012; 71: 127–37 CrossRef MEDLINE
e19.
Frampton J: Febuxostat: a review of its use in the treatment of hyperuricaemia in patients with gout. Drugs 2015; 75: 427–38 CrossRef MEDLINE
e20.
EMA Risk Management Plan Lesinurad. www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=search.jsp&q=EMA%2F1488%2F2016&btnG=Search&mid= (last accessed on 25 September 2016).
e21.
EMA public statement, 21 July 2016 EMA/498114/2016. www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Public_statement/2016/07/WC500210911.pdf (last accessed on 25 September 2016).
e22.
Taylor T, Mecchella J, Larson R, et al.: Initiation of allopurinol at first medical contact for acute attacks of gout: a randomized clinical trial. Am J Med 2012; 125: 1126–1134.e7.
Institut für Hausarztmedizin, Bonn: Dr. med. Engel, Dr. med. Just,
Dr. med. Bleckwenn, Prof. Dr. med. Weckbecker
Ernährungsempfehlungen bei Gicht (16, e13)
Kasten
Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en bei Gicht (16, e13)
Gichtinzidenz in Abhängigkeit der Serumharnsäure*
Tabelle 1
Gichtinzidenz in Abhängigkeit der Serumharnsäure*
Diagnosekriterien Gicht*
Tabelle 2
Diagnosekriterien Gicht*
Therapieoptionen bei akuter Gicht
Tabelle 3
Therapieoptionen bei akuter Gicht
Therapieoptionen bei der chronischen Gicht
Tabelle 4
Therapieoptionen bei der chronischen Gicht
Dosierung von Allopurinol bei Niereninsuffizienz
eTabelle
Dosierung von Allopurinol bei Niereninsuffizienz
1.Annemans L, Spaepen E, Gaskin M, et al.: Gout in the UK and Germany: prevalence, comorbidities and management in general practice 2000–2005. Ann Rheum Dis 2007; 67: 960–6 CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.Kuo C, Grainge MJ, Zhang W, Doherty M: Global epidemiology of gout: prevalence, incidence and risk factors. Nat Rev Rheumatol 2015; 11: 649–62 CrossRef MEDLINE
3.Cottrell E, Crabtree V, Edwards JJ, Roddy E: Improvement in the management of gout is vital and overdue: an audit from a UK primary care medical practice. BMC Fam Pract 2013; 14: 170 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.Engel B, Bleckwenn M, Weckbecker K: [How do family practitioners treat gout? Results of a survey in NRW]. Z Allg Med 2014; 90: 277–81.
5.Kiltz U, Alten R, Fleck M, et al.: Langfassung zur S2e-Leitlinie Gichtarthritis (fachärztlich). Rheumatol 2016; 75: 11 CrossRef
6.Richette P, Doherty M, Pascual E, et al.: 2016 updated EULAR evidence-based recommendations for the management of gout. Ann Rheum Dis 2017; 76 : 29–4 CrossRef MEDLINE
7.Zhang W, Doherty M, Bardin T, et al.: EULAR evidence based recommendations for gout. Part I: Diagnosis. Report of a task force of the standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutics (ESCISIT). Ann Rheum Dis 2006; 65: 1301–11 CrossRef CrossRef
8.Terkeltaub RA: Gout. N Engl J Med 2003; 349: 1647–55 CrossRef MEDLINE
9.Campion E, Delabry L: Asymptomatic hyperuricemia. Risks and consequences in the normative aging study. Am J Med 1987; 82: 421–6 CrossRef
10.Krishnan E: Inflammation, oxidative stress and lipids: the risk triad for atherosclerosis in gout. Rheumatology (Oxford) 2010; 49: 1229–38 CrossRef MEDLINE
11.Taylor W, Fransen J, Jansen T, et al.: Study for updated gout classification criteria (SUGAR): identification of features to classify gout. Arthritis Care Res (Hoboken) 2015; 67: 1304–15 CrossRef MEDLINE PubMed Central
12.Neogi T, Jansen T, Dalbeth N, et al.: 2015 Gout classification criteria: an American College of Rheumatology/European League Against Rheumatism Collaborative Initiative. Arthritis Rheumatol 2015; 67: 2557–68 CrossRef MEDLINE PubMed Central
13.Tausche A, Jansen TL, Schröder HE, Bornstein SR, Aringer M, Müller-Ladner U: Gout—current diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 549–55 VOLLTEXT
14.Zhang W, Doherty M, Pascual E, et al.: EULAR evidence based recommendations for gout. Part II: Management. Report of a task force of the EULAR Standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutics (ESCISIT). Ann Rheum Dis 2006; 65: 1312–24 CrossRef CrossRef MEDLINE PubMed Central
15.Parathithasan N, Lee W, Pianta M, Oon S, Perera W: Gouty arthropathy: review of clinicopathologic and imaging features. J Med Imaging Radiat Oncol 2016; 60: 9–20 CrossRef MEDLINE
16.Khanna D, Fitzgerald JD, Khanna PP, et al.: 2012 American College of Rheumatology guidelines for management of gout. Part 1: Systematic nonpharmacologic and pharmacologic therapeutic approaches to hyperuricemia. Arthritis Care Res 2012; 64: 1431–46 CrossRef MEDLINE PubMed Central
17.Moi JHY, Sriranganathan MK, Edwards CJ, Buchbinder R: Lifestyle interventions for chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2013; 5: CD010039 CrossRef
18.Moi JHY, Sriranganathan MK, Edwards CJ, Buchbinder R: Lifestyle interventions for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2013; 11: CD010519 CrossRef
19.van Durme CMPG, Wechalekar MD, Buchbinder R, Schlesinger N, van der Heijde D, Landewé RBM: Non-steroidal anti-inflammatory drugs for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2014; 9: CD010120 CrossRef
20.Janssens HJEM, Janssen M, van de Lisdonk EH, van Riel PLCM, van Weel C: Use of oral prednisolone or naproxen for the treatment of gout arthritis: a double-blind, randomised equivalence trial. Lancet 2008; 371: 1854–60 CrossRef
21.Stack A, Hanley A, Casserly L: Independent and conjoint associations of gout and hyperuricaemia with total and cardiovascular mortality. Q J Med 2013; 106: 647–58 CrossRef MEDLINE
22.Terkeltaub RA: High versus low dosing of oral colchicine for early acute gout flare: twenty-four-hour outcome of the first multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, dose-comparison colchicine study. Arthritis Rheum 2010; 62: 1060–8 CrossRef MEDLINE
23.Wechalekar MD, Vinik O, Schlesinger N, Buchbinder R: Intra-articular glucocorticoids for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2013; 4: CD009920 CrossRef
24.Sivera F, Wechalekar MD, Andrés M, Buchbinder R, Carmona L: Interleukin-1 inhibitors for acute gout. Cochrane Database Syst Rev 2014; 9: CD009993 CrossRef
25.Khanna D, Khanna PP, Fitzgerald JD, et al.: 2012 American College of Rheumatology guidelines for management of gout. Part 2: Therapy and antiinflammatory prophylaxis of acute gouty arthritis. Arthritis Care Res (Hoboken) 2012; 64: 1447–61 CrossRef MEDLINE PubMed Central
26.Vinik O, Wechalekar M, Falzon L, Buchbinder R, van der Heijde D, Bombardier C: Treatment of asymptomatic hyperuricemia for the prevention of gouty arthritis, renal disease, and cardiovascular events: a Systematic literature review. J Rheumatol 2014; 92: 70–4 CrossRef
27.Engel B, Prautzsch H: [Management of gout—new guidelines published by the German College of General Practitioners and Family Physicians (DEGAM)]. Z Allg Med 2014; 90: 7–12.
28.Perez-Ruiz F, Atxotegi J, Hernando I, Calabozo M, Nolla J: Using serum urate levels to determine the period free of gouty symptoms after withdrawal of long-term urate-lowering therapy: a prospective study. Arthritis Rheum 2006; 55: 786–90 CrossRef MEDLINE
29.Becker MA, Schumacher HR, Wortmann RL, et al.: Febuxostat compared with allopurinol in patients with hyperuricemia and gout. N Engl J Med 2005; 353: 2450–61 CrossRef MEDLINE
30.Borstad GC, Bryant LR, Abel MP, et al.: Colchicine for prophylaxis of acute flares when initiating allopurinol for chronic gouty arthritis. J Rheumatol 2004; 31: 2429–32 MEDLINE
31.Wortmann R, MacDonald P, Hunt B, Jackson R: Effect of prophylaxis on gout flares after the initiation of urate-lowering therapy: analysis of data from three phase III trials. Clin Ther 2010; 32: 2386–97 CrossRef MEDLINE
32.Schumacher R, Becker M, Wortmann R, et al.: Effects of Febuxostat versus allopurinol and placebo in reducing serum urate in subjects with hyperuricemia and gout: A 28-week, phase III, randomized, double-blind, parallel-group trial. Arthritis Rheum 2008; 59: 1540–8 CrossRef MEDLINE
33.Seth R, Kydd ASR, Buchbinder R, Bombardier C, Edwards CJ: Allopurinol for chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2014; 10: CD006077 CrossRef
34.Tayar JH, Lopez-Olivo MA, Suarez-Almazor ME: Febuxostat for treating chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2012; 11: CD008653 CrossRef
35.Reinders M, Haagsma C, Jansen T: A randomised controlled trial on the efficacy and tolerability with dose escalation of allopurinol 300–600 mg/day versus benzbromarone 100–200 mg/day in patients with gout. Ann Rheum Dis 2009; 68: 892–7 CrossRef MEDLINE
36.Fleischmann R, Kerr B, Yeh L, et al.: Pharmacodynamic, pharmacokinetic and tolerability evaluation of concomitant administration of lesinurad and febuxostat in gout patients with hyperuricemia. Rheumatology (Oxford) 2014; 53: 2167–74 CrossRef MEDLINE
37.Saag KG, Fitz-Patrick D, Kopicko J, et al.: Lesinurad combined with allopurinol: randomized, double-blind, placebo-controlled study in gout subjects with inadequate response to standard of care allopurinol (a US-based study). Arthritis Rheumatol 2017; 69: 203–12 CrossRef MEDLINE
38.Kaufmann P, Török M, Hänni A, Roberts P, Gasser R, Krähenbühl S: Mechanisms of benzarone and benzbromarone-induced hepatic toxicity. Hepatology 2005; 41: 925–35 CrossRef MEDLINE
e1.Roddy E, Zhang W, Doherty M: The changing epidemiology of gout. Nat Clin Pract Rheumatol 2007; 3: 443–9 CrossRef MEDLINE
e2.Wise E, Khanna PP: The impact of gout guidelines. Curr Opin Rheumatol 2015; 27: 225–30 CrossRef MEDLINE
e3.Singh JA, Hodges JS, Asch SM: Opportunities for improving medication use and monitoring in gout. Ann Rheum Dis 2009; 68: 1265–70 CrossRef MEDLINE
e4.National Center for Chronic Disease Prevention and Health Promotion, Division of Population Health: Gout. www.cdc.gov/arthritis/basics/gout.htm (last accessed on 25 September 2016).
e5.Choi HK: A prescription for lifestyle change in patients with hyperuricemia and gout. Curr Opin Rheumatol 2010; 22: 165–72 CrossRef MEDLINE
e6.Dincer HE, Dincer AP, Levinson DJ: Asymptomatic hyperuricemia: to treat or not to treat. Clev Clin J Med 2002; 69: 594 CrossRef
e7.Janssens H, Fransen J, van de Lisdonk E, van Riel P, van Weel C, Janssen M: A diagnostic rule for acute gouty arthritis in primary care without joint fluid analysis. Arch Intern Med 2010; 170: 1120–6.
e8.Jordan RW, Khan SA: The management of gout in primary care. InnovAiT 2012; 5: 503–8.
e9.Reuss-Borst M: [Differential diagnosis and therapy of gout]. Med Klin (Munich) 2009; 104: 710–20.
e10.Dalbeth N, Doyle AJ: Imaging of gout—an overview. Best Pract Res Clin Rheumatol 2012; 26: 823–38 CrossRef MEDLINE
e11.Rees F, Jenkins W, Doherty M: Patients with gout adhere to curative treatment if informed appropriately: proof-of-concept observational study. Ann Rheum Dis 2013; 72: 826–30 CrossRef MEDLINE
e12.Roddy E, Zhang W, Doherty M: Concordance of the management of chronic gout in a UK primarycare population with the EULAR gout recommendations. Ann Rheum Dis 2007; 66: 1311–5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e13.Choi H, Atkinson K, Karlson E, Curhan G: Obesity, weight change, hypertension, diuretic use, and risk of gout in men: the health professionals follow-up study. Arch Intern Med 2005; 165: 742–8 CrossRef MEDLINE
e14.Choi H, Curhan G: Soft drinks, fructose consumption, and the risk of gout in men: prospective cohort study. BMJ 2008; 336: 309–12 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e15.Goicoechea M, de Vinuesa S, Verdalles U: Effect of allopurinol in chronic kidney disease progression and cardiovascular risk. Clin J Am Soc Nephrol 2010; 5: 1388–93 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e16.Ames B, Cathart R, Schwiers E, Hochstein P: Uric acid provides an antioxidant defense in humans against oxidant- and radical-caused aging and cancer: a hypothesis. Proc Natl Acad Sci USA 1981; 78: 6858–62 CrossRef
e17.Stamp L, Day R, Yun J: Allopurinol hypersensitivity: investigating the cause and minimizing the risk. Nat Rev Rheumatol 2016; 12: 235–42.
e18.Pazár Maldonado B, So A: Ätiologie und Management der Gicht. Z Rheumatol 2012; 71: 127–37 CrossRef MEDLINE
e19.Frampton J: Febuxostat: a review of its use in the treatment of hyperuricaemia in patients with gout. Drugs 2015; 75: 427–38 CrossRef MEDLINE
e20.EMA Risk Management Plan Lesinurad. www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=search.jsp&q=EMA%2F1488%2F2016&btnG=Search&mid= (last accessed on 25 September 2016).
e21.EMA public statement, 21 July 2016 EMA/498114/2016. www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Public_statement/2016/07/WC500210911.pdf (last accessed on 25 September 2016).
e22.Taylor T, Mecchella J, Larson R, et al.: Initiation of allopurinol at first medical contact for acute attacks of gout: a randomized clinical trial. Am J Med 2012; 125: 1126–1134.e7.

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

    Fachgebiet

    Alle Leserbriefe zum Thema

    Login

    Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

    E-Mail

    Passwort

    Anzeige