ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2017Gesetzliche Krankenversicherung: Forscher warnen vor Finanzierungslücke

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Gesetzliche Krankenversicherung: Forscher warnen vor Finanzierungslücke

Hillienhof, Arne

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Die Beiträge zur Krankenund Pflegeversicherung könnten deutlich steigen. Foto: picture alliance
Die Beiträge zur Krankenund Pflegeversicherung könnten deutlich steigen. Foto: picture alliance

Dringenden Handlungsbedarf bei der Gestaltung des Leistungskataloges und bei der Finanzierung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sieht das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Grund dafür ist das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung. Laut einer Studie des Instituts kommt es bei gleichbleibendem Leistungsniveau und den heutigen Beitragssätzen zu einer enormen Finanzierungslücke: Bis 2030 könnte diese Lücke allein in der gesetzlichen Krankenversicherung auf knapp 36 Milliarden Euro pro Jahr anwachsen, bis 2040 auf rund 51 Milliarden. In der Pflegeversicherung werden 2030 knapp acht Milliarden und 2040 rund zehn Milliarden Euro im Jahr fehlen.

Bleiben Leistungsumfang und Steuerzuschüsse konstant, wird das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung laut IW zwangsläufig zu steigenden Beiträgen führen. „Für die Krankenversicherung von aktuell 14,6 Prozent auf 19,2 Prozent in 2040 und für die Pflegeversicherung von derzeit 2,55 Prozent – beziehungsweise 2,8 Prozent für Versicherte ohne Kinder – auf durchschnittlich 3,2 Prozent in 2040“, heißt es. Die Politik sei gefordert, neue Ansätze und Wege für diese beiden Sozialversicherungszweige zu finden, sollen die Beitragssätze langfristig nicht aus dem Ruder laufen. „Reformen der Finanzierungsseite, aber insbesondere neue Verfahren zur Gestaltung der Leistungskataloge und neue Organisationsformen für die medizinischen und pflegerischen Leistungserbringer, die eine ressourcenschonendere Versorgung der Patienten und Pflegebedürftigen bei gleichbleibender Qualität versprechen, sind dringend notwendig“, betonten die IW-Ökonomen. hil

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