ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2017Randnotiz: Cannabis sorgt für Goldrausch

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Randnotiz: Cannabis sorgt für Goldrausch

Maybaum, Thorsten

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In Deutschland ist es ein zartes Pflänzchen: Seit Kurzem können bestimmte Patienten unter strengen Auflagen Cannabis zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung als Medizin erhalten. Nordamerika ist über dieses Stadium längst weit hinaus. Dort wuchs der legale Handel mit Marihuana zuletzt deutlich an, wie Zahlen von Arcview Market Research zeigen. Demnach gaben die Konsumenten in Nordamerika allein im vergangenen Jahr 34 Prozent mehr für Cannabisprodukte aus als noch 2015. Das sind immerhin über 6,2 Milliarden Euro. Die Marktforscher sagen jährliche Wachstumsraten von 27 Prozent bis 2021 voraus. Davon träumen andere Branchen. Der Goldrausch lockt und treibt so auch die Ideen an, wie Cannabis vermarktet werden kann. Langeweile kommt nicht auf, wenn man die Droge heute als Gebäck, morgen als Getränk zu sich nehmen kann und sich übermorgen mit einer Lotion eincremt. Wen es beruhigt, der kann Marihuana auch als Entspannungspille oder Appetitmacher einwerfen. Verkauft wird Cannabis nicht nur für Menschen, es gibt auch einen Markt für Haustiere, damit diese nicht leer ausgehen. Ein Ende des Rauschs ist nicht in Sicht, zumal die Legalisierung in Kalifornien und im Nachbarland Kanada bevorsteht. Schon mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten lassen derzeit den Gebrauch von Marihuana zu medizinischen Zwecken oder sogar ganz zu. Einziger Wermutstropfen für die Branche dürfte die neue US-Administration sein. Justizminister Jeff Sessions hat sich schon kritisch zu Marihuana geäußert.

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