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Wir danken Herrn Dr. Stukenbrock für den Hinweis auf die Studie von Wolf et al. (1). Diese Arbeit wurde erst nach der ersten Einreichung unseres Artikels publiziert. Daher wurde sie bei der tabellarischen Gegenüberstellung randomisierter kontrollierter Studien zur Behandlung von Kopfläusen für in Deutschland zugelassene Lokaltherapeutika (Publikationnen seit 2003) nicht aufgeführt.

Primärziel der erwähnten Studie (1) war es, Wirksamkeit und Sicherheit eines mineralölbasierten Shampoos zu untersuchen. Das pyrethrumextrakthaltige Produkt wurde dabei in der Kontrollgruppe eingesetzt. Es zeigte sich eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit beider Präparate sowie eine Nicht-Unterlegenheit des mineralölhaltigen Shampoos. Beide Präparate ermöglichen also eine erfolgreiche Behandlung.

Es bleibt jedoch zu beachten, dass es bisher keine veröffentlichten Daten zur möglichen oviziden Wirksamkeit von Pyrethrum-Extrakten gibt. Wenn der Wirkstoff lediglich auf Nymphen und adulte Kopfläuse wirkt, nicht aber auf die bereits abgelegten Eier, sind genau getaktete Wiederholungsbehandlungen notwendig, um den Vermehrungszyklus zu durchbrechen (2). Für den klinischen Alltag stellt dies eine mögliche Fehlerquelle in der Anwendung dar. Praktikabler erscheint daher die einmalige Anwendung von oviziden, physikalisch wirkenden Produkten, die zudem bezüglich der Resistenzproblematik unbelastet sind.

Frau Kollegin Weilandt weist zu Recht auf die anderslautenden Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Umgang mit unbelebten Gegenständen im Rahmen von Kopflausbefall hin. In der RKI-Broschüre finden sich keine Quellen, welche die genannten Empfehlungen begründen. Insofern bleibt der Grund für diese Ansicht unklar. Die eigene Aussage, dass Übertragungen über unbelebte Gegenstände infektionsepidemiologisch irrelevant sind, gründet sich auf die Ergebnisse der in der Arbeit dargestellten Feldversuche (2).

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0250c

Für die Verfasser

Prof. Dr. med. Falk Ochsendorf, MME

Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

ochsendorf@em.uni-frankfurt.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wolf L, Eertmans F, Wolf D, Rossel B, Adriaens E: Efficacy and safety of a mineral oil-based head lice shampoo: a randomized, controlled, investigator-blinded, comparative study. PLoS One 2016; 11: e0156853 CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.
Meister L, Ochsendorf F: Headlice—epidemiology, biology, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 763–72 VOLLTEXT
1.Wolf L, Eertmans F, Wolf D, Rossel B, Adriaens E: Efficacy and safety of a mineral oil-based head lice shampoo: a randomized, controlled, investigator-blinded, comparative study. PLoS One 2016; 11: e0156853 CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.Meister L, Ochsendorf F: Headlice—epidemiology, biology, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 763–72 VOLLTEXT

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