ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2017Genitalverstümmelung: Internetportal soll sensibilisieren

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Genitalverstümmelung: Internetportal soll sensibilisieren

KNA; EB

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Mit dem neuen Bildungsportal „Kutairi“ sollen Schutz und Hilfe für von Genitalverstümmelung bedrohte oder betroffene Mädchen und Frauen verbessert werden. Hier fänden sich schnell zugängliche Informationen zur weiblichen Beschneidung, teilte das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium vor Kurzem zur Freischaltung des Portals mit. Für vertiefendes Hintergrundwissen gebe es Onlineseminare und Gespräche mit Experten.

„Genitalverstümmelung ist eine schwere Körperverletzung und muss gestoppt werden. Mädchen und Frauen leiden ihr Leben lang unter den Folgen“, sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Betroffene schwiegen oft aus Scham. Die Ministerin betonte, Mitarbeitende in Flüchtlingsunterkünften oder Beratungsstellen hätten oft kein Vorwissen über die Praxis der weiblichen Beschneidung. Mit gezielten Informationen und Weiterbildungsangeboten sollten nun in der Flüchtlingsarbeit, der Migrantinnenberatung sowie in Schulen, Kitas, Jugendämtern und im Gesundheitswesen Tätige in die Lage versetzt werden, das Leiden gefährdeter und betroffener Mädchen und Frauen besser zu erkennen und Hilfe anbieten zu können.

Laut einer aktuellen Studie ist die Zahl der Betroffenen in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren um 28,5 Prozent gestiegen. Ende 2016 lebten damit knapp 48 000 betroffene Frauen in der Bundesrepublik. Die Untersuchung wurde von der Dachorganisation von Nichtregierungsorganisationen gegen weibliche Genitalverstümmelung, „Integra“, herausgegeben. kna/EB

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