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Ingeborg Rapoport †: Begründerin der Neonatologie

Dtsch Arztebl 2017; 114(14): A-703 / B-599 / C-585

Maybaum, Thorsten

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Ingeborg Rapoport, Foto: dpa
Ingeborg Rapoport, Foto: dpa

Prof. Dr. Dr. med. Ingeborg Rapoport ist am 23. März im Alter von 104 Jahren in Berlin verstorben. Die Kinderärztin gilt als Begründerin der Neonatologie in der DDR und hatte ab 1969 an der Charité den deutschlandweit ersten Lehrstuhl für dieses Fachgebiet inne. „Als erste Professorin für Neonatologie an der Charité hat Prof. Rapoport das Fachgebiet in der DDR maßgeblich geprägt“, betonte Prof. Dr. med. Christof Dame, stellvertretender Direktor der Klinik für Neonatologie der Charité Berlin. Zu Rapoports Erfolgen gehörte es in den 1970er-Jahren, mit ihrem Team die Säuglingssterblichkeit deutlich zu senken. 1984 erhielt sie dafür den Nationalpreis der DDR.

Bis dahin war es kein einfacher Weg für die 1912 als Ingeborg Sylm in der deutschen Kolonie Kamerun geborene Rapoport, die in Hamburg aufwuchs und dort Medizin studierte. 1937 legte sie ihr Staatsexamen ab und schrieb ihre Dissertation. Der Dr. med. wurde ihr jedoch verweigert, weil sie Jüdin war. 1938 emigrierte sie in die USA, arbeitete dort in Kliniken und kam in den 1950er-Jahren zusammen mit ihrem Mann aufgrund politischer Verfolgung in der McCarthy-Ära zurück nach Berlin. Sie arbeitete dort als Kinderärztin und habilitierte. 1958 wechselte sie an die Charité-Kinderklinik. Im Mai 2015 verteidigte Rapoport mit 102 Jahren erfolgreich ihre Doktorarbeit von 1938. Nach Charité-Angaben ist sie damit bislang der älteste Mensch, der ein Promotionsverfahren abschloss. Dem Tagesspiegel sagte die Mutter von vier Kindern im Jahr 2015, sie habe ihre Doktorarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus verteidigt. Thorsten Maybaum

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