Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wir bedanken uns für die hilfreichen und wichtigen Anmerkungen. Es ist unbestritten, dass eine weiterführende Diagnostik nur im Sinne des Patienten erfolgen sollte. Insofern sind wir Herrn Thöns für seinen Einwand dankbar, der in seinem Kommentar noch mal hervorhebt, dass gerade am Lebensende eine Überdiagnostik eher eine Belastung für den Patienten als eine sinnvolle Ursachenabklärung mit dem Ziel einer therapeutischen Konsequenz darstellt. Die Einschätzung der Sinnhaftigkeit einer Diagnostik und die entsprechende therapeutische Konsequenz wie etwa eine stationäre Versorgung ist eine der Grundaufgaben ärztlichen Handelns. Dieser ethischen Frage müssen und wollen wir uns täglich aufs Neue stellen – sie ist jedoch der Diagnostik vorgeschaltet. Inhalt des CME-Artikels ist die Vermittlung verschiedener diagnostischer Möglichkeiten im Rahmen einer akuten oder chronischen Dyspnoesymptomatik davon ausgehend, dass eine Diagnostik vom Patienten gewünscht wird beziehungsweise in Anbetracht der Lebensumstände ärztlich geboten erscheint.

Herr Thöns weist in seinem Kommentar darauf hin, dass CME-Artikel auch die Verantwortung haben, den Stand des Wissens an junge Kollegen heranzutragen. In diesem Zusammenhang ist auch die Anwendung des CRB-65, eines international anerkannten und angewandten Scores, zu sehen. Denn häufig sind gerade diese jungen Kollegen in ihrer Weiterbildung in der Notaufnahme beschäftigt und müssen in der Kürze der für sie vorhandenen Zeit eine Entscheidung über die weiterführende Diagnostik und Therapie treffen. Validierte Scores haben die Aufgabe, solche Entscheidungsprozesse zu unterstützen und eine Hilfestellung zu geben – entbinden natürlich nicht von der ärztlichen Verantwortung, die sich auf ethische Überlegungen gründen sollte.

Auch die anderen beiden Verfasser heben einen entscheidenden Punkt hervor: Die Ursachen der Dyspnoesymptomatik sind mannigfaltig und auch vom beobachteten Kollektiv abhängig. So wird eine chronische Dyspnoe bei pädiatrischen Patienten sicher nicht regelhaft ihre Ursache in einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) finden. Leider können im begrenzten Rahmen eines Zeitschriftenartikels nicht alle Differenzialdiagnosen breit diskutiert werden. Um diesem Punkt Rechnung zu tragen, wurde mit der eTabelle 2 eine möglichst umfassende Darstellung der Ursachen für Dyspnoe gegeben. Hier sind auch die Ketoazidose sowie weitere metabolische Ursachen aufgeführt. Eine nephrogene Ursache der Dyspnoe zählt nach der aktuell verfügbaren Literatur nicht zu den häufigsten Ursachen – sollte aber gerade bei geriatrischen Patienten differenzialdiagnostisch immer berücksichtigt werden. Allerdings ist auch das Nierenversagen häufig ja nur sekundärer Ausdruck einer zugrunde liegenden Erkrankung wie zum Beispiel einer kardialen Dekompensation. Leider konnte die ausführliche Tabelle nicht in der Druckfassung berücksichtigt werden. Der Artikel hat aufgrund der Fachgebiete der Autoren seinen Schwerpunkt in der täglichen Routine bei Patienten im Erwachsenenalter. Ein ähnlicher Artikel zu Dyspnoe im Kindes- und Jugendalter könnte sicherlich eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0272

Für die Autoren:

Dr. med. Dominik Berliner

Prof. Dr. med. Johann Bauersachs

Klinik für Kardiologie und Angiologie

Medizinische Hochschule Hannover

berliner.dominik@mh-hannover.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Berliner D, Schneider N, Welte T, Bauersachs J: The differential diagnosis of dyspnoea. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 834–45. VOLLTEXT
1.Berliner D, Schneider N, Welte T, Bauersachs J: The differential diagnosis of dyspnoea. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 834–45. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige