ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2017Sägezahnwellen – Vorhofflattern beim Frühgeborenen

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Sägezahnwellen – Vorhofflattern beim Frühgeborenen

Sawtooth waves—atrial flutter in a premature infant

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(15): 262; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0262

Poryo, Martin; Abedini, Mojtaba; Löffler, Günther

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Wir berichten über ein Frühgeborenes (Geburtsgewicht 2 795 g), das in der 34+3 Schwangerschaftswoche aufgrund intermittierender intrauteriner Tachykardien (Herzfrequenzen um 190–200/min) durch Kaiserschnitt geboren wurde. Postnatale Adaptation (Apgar-Test 7/8/9) sowie Blutbild und klinische Chemie waren unauffällig. 15 Minuten nach der Geburt wurde das Neugeborene zunehmend kardiopulmonal instabil und bedurfte der Intubation und katecholaminergen Kreislaufunterstützung. In der Echokardiographie zeigte sich eine hypertrophe Kardiomyopathie des linken Ventrikels sowie eine Stauung der Lebervenen und Vena cava inferior. Das EKG ergab den Verdacht auf ein Vorhofflattern. Unter Reanimationsbereitschaft konnte dieses durch Adenonsingabe demaskiert und mit Hilfe der Kardioversion (2 Joule) erfolgreich ein anhaltender Sinusrhythmus etabliert werden. Im Folgenden zeigte sich eine Normalisierung des rhythmogen bedingten echokardiographischen Befundes. Ein erneutes Auftreten des Vorhofflatterns blieb auch ohne medikamentöse Therapie aus. In nur circa 2 % der Schwangerschaften treten fetale Herzrhythmusstörungen auf, wobei bis zu 3 % dieser Arrhythmien durch Vorhofflattern ausgelöst werden. Damit stellt Vorhofflattern beim Neugeborenen und insbesondere beim Frühgeborenen eine seltene Entität dar.

Dr. med. Martin Poryo, Dr. med. Mojtaba Abedini, Dr. med. Günther Löffler, Klinik für Pädiatrie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar, martin.poryo@uks.eu

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interssenkonflikt besteht.

Zitierweise
Poryo M, Abedini M, Löffler G: Sawtooth waves—atrial flutter in a premature infant. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 262. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0262

The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

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