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Seit mehreren Jahren ist bekannt, dass die Firma Roche reichlich Studiendaten zu Oseltamivir zurückgehalten hat und dass nach Veröffentlichung selbiger Daten die Wirksamkeit und auch die „number needed to treat“ (NNT) deutlich korrigiert werden mussten. Mit der aktuell bekannten Verkürzung der Krankheitsdauer um 0,5 Tage hat Tamiflu die Effektivität von Echinacea-Produkten erreicht, die laut Studienlage die Erkrankung bei leicht bis moderat grippal erkrankten Patienten ebenfalls um 0,5 Tage verkürzen. Ebenso verkürzen Antibiotika moderate Bronchitiden um 0,5 Tage und sind aus eben diesem Grunde nicht indiziert. Leider ist es immer noch so, dass weder das Robert Koch-Institut (RKI) noch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine erneute, sinnvolle Stellungnahme abgegeben haben, welche die fatale, teure und unsinnige Praxis zum Einsatz von Neuraminidasehemmern revidiert. Gerade in Zeiten, in denen Politiker wie auch Krankenkassen diverse Präventionsstrategien propagieren, Patienten mit Osteoporose aber erst nach Eintreten einer pathologischen Fraktur die prophylaktische Therapie als Krankenkassenleistung bezahlt bekommen, sollte eine unnötige und teure Therapie szu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr empfohlen werden. Seltsam auch, dass dieser Artikel (1) gerade zu Beginn der Influenzasaison erscheint. Ich hoffe, dass nicht nur bei den Autoren des Reviews, sondern auch bei den diversen Kollegen, denen Dank gesagt wird, keinerlei Interessenkonflikte bestehen.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0269a

Michael Topp

Praxis für Allgemeinmedizin, Halstenbek

topp.michael@gmx.de

1.
Lehnert R, Pletz M, Reuss A, Schaberg T: Antiviral medications in seasonal and pandemic influenza—a systematic review. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 799–807 VOLLTEXT
1.Lehnert R, Pletz M, Reuss A, Schaberg T: Antiviral medications in seasonal and pandemic influenza—a systematic review. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 799–807 VOLLTEXT

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