ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2017Autismus: Inklusion in der Sesamstraße

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Autismus: Inklusion in der Sesamstraße

Dtsch Arztebl 2017; 114(15): A-749 / B-635

Kahl, Kristin

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Ab April führt die US-amerikanische Version der Sesamstraße eine neue Figur ein: das Puppenmädchen Julia. Das Besondere an ihr: Sie ist Autistin.

Die neue Sesamstraßenfigur Julia soll gemeinsam mit ihren Freunden Kinder über das Thema Autismus aufklären. Foto: © 2017 Sesame Workshop. All Rights Reserved. Photo Credit: Zach Hyman.
Die neue Sesamstraßenfigur Julia soll gemeinsam mit ihren Freunden Kinder über das Thema Autismus aufklären. Foto: © 2017 Sesame Workshop. All Rights Reserved. Photo Credit: Zach Hyman.

Als Nachbarin der altbekannten Charaktere konfrontiert sie die Sesamstraßenbewohner mit Verhaltensweisen, die typisch für das Autismusspektrum sind. Sie reagiert sensibel auf Sirenen, wiederholt, was ihre Freunde sagen und sie braucht länger, um auf Fragen zu antworten. Auch verhält sie sich anders bei den gemeinsamen Spielen: Statt beim Fang-mich mitzulaufen, hüpft sie aufgeregt auf und ab. Indem sich die anderen Puppen Julia anschließen und sich daraus ein neues Spiel entwickelt, lernen nicht nur die Figuren der Serie etwas über Inklusion. Auch das junge Publikum vor dem Fernseher soll erfahren, was Autismus bedeutet und wie es die damit einhergehende Andersartigkeit einordnen kann.

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Die Sesamstraße verfolgt seit ihrer Gründung vor 50 Jahren den Anspruch eines Bildungsprogrammes – neben Vorschullektionen behandelt das Format auch gesellschaftsrelevante Themen. Mit der Autistin Julia wird nun eine weitere Lebensrealität ins Programm geholt. In den USA hat eines von 68 Kindern eine Autismus-Diagnose. Zwischen den Jahren 2002 und 2010 ist die Prävalenz jährlich um teilweise 15 Prozent gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das junge Publikum der Show also bereits mit autistischen Spielkameraden konfrontiert wurde, ist hoch.

In Vorbereitung auf Julias Einzug in die Sesamstraße haben die Produzenten der Serie gemeinsam mit Autismus-Organisationen die Charaktereigenschaften der Figur erarbeitet. Die Puppenspielerin hinter Julia ist Stacey Gordon, selbst Mutter eines autistischen Jungen. Ihr Anliegen: „Ich möchte, dass Autismus von seinem Stigma befreit wird.“

In Deutschland wird Julia zunächst nicht zu sehen sein. Sollte der Sesame Workshop sie jedoch in ihre „International Libary“ aufnehmen, dann könnten Folgen mit der neuen Puppe auch hierzulande ausgestrahlt werden. kk

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