ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2017Depressionen: Häufig und dennoch stigmatisiert

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Depressionen: Häufig und dennoch stigmatisiert

Dtsch Arztebl 2017; 114(15): A-716

Hillienhof, Arne

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Menschen mit Depressionen erhalten noch immer zu wenig professionelle Hilfe. Darauf hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) anlässlich des diesjährigen Weltgesundheitstags hingewiesen. „Wir müssen gesellschaftlicher Stigmatisierung entgegentreten und die vielfältigen Möglichkeiten der sprechenden Medizin insgesamt sowie der Psychotherapie im Besonderen weiter stärken“, sagte der BÄK-Vorstandsbeauftragte für ärztliche Psychotherapie, Dr. med. Ulrich Clever. Er warnte, dass sich Betroffene aus Scham und aus Angst vor Stigmatisierung häufig scheuten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Patienten sowie ihr soziales Umfeld müssten wissen, dass eine Depression keine Frage von Schuld sei. „Aufklärungsarbeit ist wichtig. Ebenso wichtig ist es, dass die notwendigen Versorgungsangebote zur Verfügung stehen, wenn sich Betroffene für professionelle Unterstützung entscheiden“, so der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg. Clever wies darauf hin, dass die neu eingeführten psychotherapeutischen Sprechstunden und Akutbehandlungen zu einer schnelleren Versorgung beitragen könnten. Die Betroffenen müssten „wissen, dass sie nicht allein gelassen werden und es wirksame Behandlungen und Hilfsangebote gibt“, erklärte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Aber auch Vorbeugung sei wichtig. Starker und dauerhafter Stress könne das Risiko einer Erkrankung erheblich erhöhen. „Deshalb ist es wichtig, dass wir Erkrankungen wie Depressionen durch gute Präventionsangebote vorbeugen, bevor sie entstehen“, so Gröhe.

Mit dem Weltgesundheitstag macht die WHO jedes Jahr auf ein globales Gesundheitsthema aufmerksam. Diesmal war es das Thema Depression, rund 320 Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr als 5,3 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. hil

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