ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2017Randnotiz: Safer Rausch?

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Randnotiz: Safer Rausch?

Dtsch Arztebl 2017; 114(15): A-715 / B-611 / C-597

Maybaum, Thorsten

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Wer Drogen nimmt, stellt sich immer auch die Frage: Wie „gut“ ist das Zeug? Was haben Produzenten hineingemischt, was ich nicht einnehmen will? Die Österreicher bieten bei dieser Frage seit mehr als 20 Jahren Hilfestellung an. Wer auf einer Party ist, kann seine Droge auf Inhaltsstoffe testen lassen – sofern die Drogentester vor Ort sind. „Checkit!“ ist ein von der Stadt Wien finanziertes Projekt der Drogenhilfe und der Medizinischen Universität Wien. Projektleiter Steve Müller erklärt, wenn die Partygänger ihr Ergebnis abholten, gebe es fast immer längere Gespräche über die Risiken von Drogen. Die Initiative erreiche so Menschen, die sonst nicht erreicht würden. Darüber hinaus gehe es um Schadensbegrenzung. Die chemische Analyse zeige, wie hoch die Droge dosiert ist oder welche Substanzen beigemischt sind. „Substanzkonsum hat immer auch Risiken und Drug Checking ist eine der besten Methoden diese zu reduzieren“, schrieb die Initiative zum International Drug Checking Day Ende März. Auf ihrer Internetseite veröffentlichen die Drogentester Monatsberichte. Im März waren etwa eine Reihe „gesundheitlich besonders bedenklicher Substanzen“ getestet worden. Bilder zeigen, um welche Droge es sich handelt. In Deutschland gab es zwischenzeitlich vergleichbare Testungen, etwa von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention „Drobs“ in Hannover. Die Initiatoren bezeichneten das Projekt als erfolgreich, für eine Weiterführung habe der politische Wille gefehlt. Der ist nach wie vor nicht vorhanden. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium lehnt solche Überprüfungen ab.

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