MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

SGLT-2-Inhibitoren: Weniger Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz

Dtsch Arztebl 2017; 114(15): A-748 / B-634 / C-620

Zylka-Menhorn, Vera

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Die internationale retrospektive Beobachtungsstudie CVD-REAL zeigt, dass die Therapie mit einem SGLT-2-Inhibitor das Risiko für Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz bei Patienten mit Typ-2-Diabetes um 39 % reduziert, verglichen mit anderen Antidiabetika. Zudem wurde das Gesamtmortalitätsrisiko um mehr als die Hälfte gegenüber der Vergleichsgruppe verringert (1). Die Grundlage für die Studie bilden anonymisierte Patientendaten aus Krankenakten, Datenbanken von Krankenkassen und nationalen Registern.

Die CVD-REAL-Studie untersuchte Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit SGLT-2-Inhibitoren (Canagliflozin, Dapagliflozin oder Empagliflozin) behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die stattdessen ein anderes Antidiabetikum erhielten. Dabei wurden Daten von mehr als 300 000 Patienten (mittleres Alter 57 Jahre) aus sechs Ländern ausgewertet. An Vorerkrankungen waren bekannt: Herzinsuffizienz 3 %, KHK 13 %, periphere Gefäßerkrankung 27 %.

Wie die Studienergebnisse zeigen, verringerte die Therapie mit einem SGLT-2-Inhibitor das Risiko für Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz um 39 % (HR 0,61; 95-%-KI 0,51–0,73; p < 0,001) und das Gesamtmortalitätsrisiko um 51 % (HR 0,49; 95-%-KI 0,41–0,57; p < 0,001) im Vergleich zu anderen Antidiabetika. Der kombinierte Studienendpunkt aus Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz und Gesamtmortalität wurde um 46 % (HR 0,54; 95-%-KI 0,48–0,60; p < 0,001) gegenüber den Vergleichsgruppe reduziert.

Die Analyse der Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz wurde mittels anonymisierter Patientendaten aus Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Großbritannien und den USA durchgeführt. Für die Analyse der Gesamtmortalität wurden anonymisierte Patientendaten aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Großbritannien und den USA zugrunde gelegt.

Fazit: Die Ergebnisse von CVD-REAL entsprechen denen der EMPA-REG-Outcome-Studie, so der Kardiologe Prof. Dr. med. Mikhail Kosiborod, Universität von Missouri in Kansas City. Die Vorteile einer Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren sollten Patienten mit Typ-2-Diabetes zugutekommen, die ein niedriges kardiovaskuläres Risiko aufweisen. zyl

The CVD-REAL Study: Lower Rates of Hospitalization for Heart Failure in New Users of SGLT-2 Inhibitors Versus Other Glucose Lowering Drugs; Präsentation beim ACC-Kongress 2017 am 19. März 2017.

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