ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2017Was Ärzte wollen: Weniger Bürokratie, mehr Autonomie

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Was Ärzte wollen: Weniger Bürokratie, mehr Autonomie

Dtsch Arztebl 2017; 114(15): [4]

EB

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Im Berufsalltag wünschen sich viele Heilberufler mehr Zeit für ihre Patienten (69 Prozent). Zudem wollen sie bei beruflichen Entscheidungen unabhängiger sein (64 Prozent) und flexibler in ihrer Arbeitszeitgestaltung (62 Prozent). Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) unter 500 Heilberuflern in Deutschland. Darunter waren Ärzte, Apotheker, Zahnärzte sowie Studierende dieser Fächer.

Foto: thodonal/stock.adobe.com
Foto: thodonal/stock.adobe.com

Der Umfrage zufolge steht der bürokratische Aufwand im Berufsalltag für 65 Prozent ganz oben auf der Agenda der Herausforderungen, die es im Gesundheitswesen zu bewältigen gilt. An zweiter Stelle folgen mit 48 Prozent staatliche Regulierungen und die Budgetierung der Patientenversorgung. Diese Werte korrelieren mit dem Wunsch der Befragten nach weniger Dokumentationspflichten und Verwaltungsarbeit. Insgesamt äußerten sich immerhin 62 Prozent der Heilberufler zufrieden mit ihrem Job. Allerdings stehen sie der Zukunft eher skeptisch gegenüber: Jeder Fünfte würde seinen Beruf nicht weiterempfehlen, fast jeder Vierte ist unentschlossen.

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Auf der Skala der wichtigsten Lebensbereiche nehmen Familienleben und Partnerschaft mit 91 Prozent den Spitzenplatz ein, gefolgt von finanzieller Sicherheit und Altersvorsorge (85 Prozent). Wohlstandskriterien wie Eigentum (56 Prozent) oder Vermögensbildung (55 Prozent) rangieren auf den mittleren Plätzen, ebenso wie berufliche Karriere (45 Prozent) und gesellschaftlicher Status (50 Prozent). Ein repräsentativer Lifestyle (13 Prozent) spielt für die meisten kaum eine Rolle.

„Insbesondere den Ruf nach weniger Bürokratie und Regulierung sollten die Gestalter unseres Versorgungssystems nicht überhören“, kommentierte Ulrich Sommer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Apobank, die Umfrageergebnisse. „Denn um Gesundheitsleistungen von hoher Qualität für alle zu sichern, brauchen wir vor allem engagierte und qualifizierte Menschen, die gerne als Ärzte, Zahnärzte oder Apotheker arbeiten.“ EB

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