ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2017Mukoviszidose: Lumacaftor plus Ivacaftor bessert anhaltend Symptome

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Mukoviszidose: Lumacaftor plus Ivacaftor bessert anhaltend Symptome

Dtsch Arztebl 2017; 114(16): A-793 / B-672 / C-658

Vetter, Christine

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Ob die in den 24-wöchigen Studien TRAFFIC und TRANSPORT dokumentierte Sicherheit und Effektivität einer Lumacaftor/Ivacaftor-Wirkstoffkombination bei Mukoviszidosepatienten mit homozygoter F508del-CFTR-Mutation auf lange Sicht erhalten bleibt, war Fragestellung in der 96-wöchigen Extensionsstudie PROGRESS (Phase 3). Eingeschlossen wurden 1 030 Patienten älter als 12 Jahre aus TRAFFIC und TRANSPORT (93 % der ursprünglichen Gesamtgruppe) und mit jeweils 2-mal täglich 400 mg Lumacaftor/250 mg Ivacaftor oder 1-mal täglich 600 mg Lumacaftor plus 2-mal täglich 250 mg Ivacaftor behandelt. Die häufigsten Nebenwirkungen waren infektbedingte pulmonale Exazerbationen, Husten, vermehrte Sputumbildung, eine Hämoptysis und ein moderater Blutdruckanstieg. Das Sicherheitsprofil war in beiden Dosierungsregimen vergleichbar.

Bei Patienten, bei denen die Therapie aus den Vorstudien fortgeführt wurde, ergab sich ein mittlerer Lungenfunktionsverlust pro Jahr (percent predicted FEV1; ppFEV1) von 0,5 gegenüber Baseline 95-%- Konfidenzintervall [95-%-KI]: [−0,4; +1,5] in Woche 72 der Extensionsstudie und ebenfalls 0,5 in Woche 96 [−0,7; + 1,6].

Der jährliche Lungenfunktionsverlust wurde mit der Kombination gegenüber der Kontrollgruppe um 42 % reduziert −1,33; [−1,80; −0,85] vs. −2,29; [−2,56;−2,03].

Der Body-Mass-Index der Patienten stieg um 0,69 kg/m2 [0,56; 0,81] bis Woche 72 und um 0,96 kg/m2 [0,81; 1,11] bis Woche 96. Die jährliche pulmonale Exazerbationsrate war bei Patienten, bei denen die Therapie fortgeführt wurde, in Woche 96 niedriger als in den jeweiligen Placebogruppen der beiden Studien.

Fazit: Die Lebensqualität von Patienten mit Mukoviszidose wird maßgeblich durch den hohen Therapieaufwand von mindestens 3 Stunden täglich und die Häufigkeit von pulmonalen Exazerbationen mit daraus resultierenden Kranken­haus­auf­enthalten beeinflusst, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Ernst Rietschel, Mukosviszidose-Zentrum an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Köln.

Für die Prognose ist nach Angaben von Rietschel der Grad des Abfalls des FEV1 über die Zeit der wesentliche Parameter. „In der vorliegenden Studie wurde gezeigt, dass bei Patienten mit Mukoviszidose, die homozygot für die Mutation F508 del sind – und das sind 50 % aller Patienten –, durch eine orale CFTR-modulierende Therapie die FEV1 über 2 Jahre nahezu konstant gehalten und die Zahl der pulmonalen Exazerbationen reduziert werden kann. Beide Ergebnisse waren nicht nur statistisch signifikant, sondern sind auch klinisch relevant.“ Christine Vetter

Konstan MW, McKone EF, Moss RB, et al.: Assessment of safety and efficacy of long-term treatment with combination lumacaftor and ivacaftor therapy in patients with cystic fibrosis homozygous for the F508del-CFTR mutation (PROGRESS): a phase 3, extension study, Lancet Respir Med 2017; 5: 107–18.

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