ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2017Ärztlicher Eid: Sysiphos
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Der fabelhafte Beitrag von Prof. Wils lässt mit bohrendem Finger in der „zeitgemäßen“ Wunde einer rein materiell denkenden ökonomisierten und unverblümt (philosophisch-ethische) Werte zur Seite schiebenden Gesellschaft auch den Schmerz erkennen, der bei jedem Menschen daraufhin enstehen muss, der sich Arzt/Ärztin nennen darf: Es existiert keine Rezeptur dafür, was Wils selbst so formuliert: „Die Voraussetzung eines solchen Könnens (‚neu formulierter ärztlicher Eid‘ und dessen Befolgen) ist innere, wie äußere Freiheit. Wie diese aber zu bewerkstelligen sei, bleibt der Deutsche Ethikrat u. a. schuldig.“

Weit darüber hinaus aber stellen alle im Artikel formulierten Forderungen als solche mit allerletzter Gewissheit nicht zu generierende Voraussetzungen an jede Arztpersönlichkeit dar, eben diese „innere und äußere Freiheit“ in sich selber zu errichten und in die Tat umzusetzen. Dort zeigt Wils persönlich in seinem Beitrag auf, wo die Sysiphos-Arbeit jeder Arztpersönlichkeit unweigerlich beginnt, leidet und ihre Grenzen hat! So einen Menschen in solcher geforderter „Freiheit innerlich und äußerlich“ gibt es nicht, auch in Zukunft nicht mit einer „neuen Eidesformel“, wenn auch trefflich eingefordert diskutiert und zu diskutieren – aber bitte mit wahrhaftigem Realitätssinn.

Dr. med. Richard Barabasch, 96178 Pommersfelden

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