ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2017Ärztlicher Eid: Morsche Ethik
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Dass die „Profession des Arztes“ und der „Homo patiens“ auf dem Opferaltar der instrumentellen und kapitalisierten Vernunft geschlachtet wurde und dabei zum willigen Mediziner digitalen Zuschnitts mutierte, das ist doch bekannt und wird von unseren Standesvertretern als Claqueure des pharmazeutisch-technologischen Komplexes herbeigesehnt. Die freilich seit Hippokrates bestehende ärztliche Ethik war stets eine morsche, und ihre korrumpierende Dialektik von „Dienst und Verdienen“ hat sich im 21. Jahrhundert ganz zugunsten des Verdienens verschoben. ... Im Grunde bedürfte es der „Eide“ nicht, gehörte zur ärztlichen Bildung das von Paracelsus geforderte Ethos, gleichsam als „regulative Idee“ jedes ärztlichen Tuns: „Der höchste Grad der Arznei ist die Liebe. Die Liebe ist es, die die Kunst lehret, und ausserhalb derselbigen wird kein Arzt geboren … helfen aber, nutz sein, ist des Herzens Amt. Im Herzen wächst der Arzt, aus Gott geht er, des natürlichen Lichtes der Erfahrenheit ist er. Nirgend ist, wo große Liebe und vom Herzen gesucht wird, größere als im Arzt!“

Dr. med. Reinhard Baden, 711597 Stuttgart

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