ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2017Ärztlicher Eid: Nicht in private Hände
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Meine Schlussfolgerungen nach vierzig Jahren hausärztlicher Tätigkeit in zwei Systemen – und immer mit aktivem gesundheitspolitischen Einsatz! – ist die These bzw. die Forderung: „Das Gesundheitswesen gehört nicht in private Hände!“ Und das gilt aus meiner Sicht sowohl für das stationäre als auch für das ambulante Gesundheitswesen. Falls dann keine „schwarzen Zahlen“ mehr geschrieben werden, gilt meine Prämisse: „Das muss dem Staat bzw. der Gesellschaft die Gesundheit seiner Bürger wert sein!“

Begründung: Eine der tragenden Charaktereigenschaften des homo sapiens ... ist sein – primär unschuldiger – Drang nach persönlicher Bereicherung und damit im Zusammenhang: nach Macht. Es ist dies natürlich das Ergebnis einer äonenlangen, ergebnisorientierten „Züchtung“ und beinhaltet in keiner Weise eine Diskriminierung unserer Art oder gar eine persönliche „Schuld“. Aber wissen muss man es, um sich steuern zu können. Diese Triebkraft hat – nebenbei gesagt – unübersehbar die Weltgeschichte der letzten 500 Jahre gerade aus europäischer Sicht erfolgreich geprägt und dabei alle ethischen und religiösen Moralvorstellungen fast komplett negiert ... . Diese genetisch vorgegebene Eigenschaft fußt nicht auf gesellschaftlichen Formen und Gebilden jedweder Art, sondern lebt und wirkt in allen und jedem Angehörigen dieser Gruppe. Auf dieser Basis öffnet jede private Regulierung von „Verdiensten“ – auf welchem gesellschaftlichem Gebiet auch immer – dieser menschlichen Eigenschaft Tür und Tor und ist letztendlich auch die Grundlage des derzeit so „überteuerten“ Gesundheitswesens; die Renditeforderungen der Konzerne und das Punktesystem in den Praxen steuern unübersehbar und „erfolgreich“ den finanziellen Hintergrund. Unter solchem „Druck“ bleiben natürlich Ethik und Eide ein wenig auf der Strecke. ...

Dr. med. Klaus Springfeld, 19055 Schwerin

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