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Jürgen Möller-Nehring: Stimme der Opfer des Blutskandals

Dtsch Arztebl 2017; 114(16): A-803 / B-679 / C-665

Gießelmann, Kathrin

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Jürgen Möller-Nehring, Foto: privat
Jürgen Möller-Nehring, Foto: privat

Was den Betroffenen des Contergan-Skandals gelungen ist, will der neu gegründete „Verband der Opfer des Blutskandals“ ebenfalls für Menschen erreichen, die durch Blutpräparate oder Serum geschädigt wurden. Seit 1. April ist Jürgen Möller-Nehring Vorsitzender dieser Patientenorganisation. Er selbst ist Bluter und infizierte sich während seines Medizinstudiums in den 1980er-Jahren mit HIV und Hepatitis C über die Faktor-VIII-Präparate. „Es hieß, meine Lebenserwartung sei begrenzt. Nach fünf bis zehn Jahren würde ich an Aids erkranken“, erinnert sich Möller-Nehring an die Prognose von damals. Heute ist er einer von etwa 300 HIV-infizierten Blutern, die entgegen den Erwartungen der Ärzte überlebt haben. Etwa 1 100 HIV-Betroffene sind jedoch tatsächlich an Aids verstorben.

„Die Angst vor Ablehnung und Diskriminierung hat uns jahrelang schweigen lassen“, sagt der Psychiater und Psychotherapeut. Aber seit einiger Zeit finden sich immer mehr Betroffene zusammen, um etwas zu bewegen – mit Erfolg, wie die jüngsten Ereignisse zeigen: Gemeinsam mit vielen Aktivisten hat die Kampagne „Blutskandal“ erreicht, dass im Rahmen des HIV-Hilfegesetzes HIV-Infizierten endlich eine lebenslange Entschädigungszahlung zugestanden wird. Dieser Fortschritt mache Mut, berichtet der Mediziner aus Lübeck. Mit dem neuen Verband beginnt für ihn der Kampf für einen größeren Kreis geschädigter Menschen (www.nochleben.de). „Ich möchte noch einiges erreichen, viel reisen und trotz der Handicaps mit viel Spaß richtig alt werden“, lautet sein Credo. Kathrin Gießelmann

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