ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2017Bewertungsportale: Heimliche Komplimente
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Viele kritische Meinungen, aber leider fehlt eine klare Konsequenz. Kritik ist immer gut, und es gilt der Satz von Günter F. Gross: „Berechtigte Kritiken sind kostenlose Verbesserungsvorschläge, falsche Kritik heimliche Komplimente.“ Und Seneca: „Argumentum pessimi turba est.“ (de vita beata 2,1–3), zu Deutsch: Der große Haufen ist ein Beweis für das Schlechteste. Und das sind die Agenturen, die gegen Geld für die bezahlenden Praxen jede Woche verschiedene gute (anonyme!) Internetkritiken schreiben, und über die Konkurrenten schlechte.

Deswegen fordere ich: Jede veröffentlichte Kritik muss namentlich sein: nachvollziehbar!

Mein Lehrarzt, der immerhin bis zum 83. Lebensjahr praktiziert hatte, sagte: Kümmer Dich nie um Kritik, die Leute reden immer, Gute wissen es richtig einzuordnen und Schlechte laufen immer in die Irre. Nach 40 Praxisjahren und zehn Jahren Internet sehe ich es auch so, es geht nichts über persönliche Mund-zu-Mund-Empfehlung.

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Dennoch bleibt mein Appell: Wir Ärzte müssen uns zusammenschließen zu fordern, dass Bewertungsportale gut sind, aber namentlich sein müssen!

Dr. med. Dieter Jung, 69117 Heidelberg

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