ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2017Prävention: Streit um Gesundheitskurse bei der Bundeswehr entbrannt

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Prävention: Streit um Gesundheitskurse bei der Bundeswehr entbrannt

afp; dpa

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Fürs Schwimmen können Mitarbeiter der Bundeswehr zwei Arbeitsstunden je Woche einsetzen. Foto: dpa
Fürs Schwimmen können Mitarbeiter der Bundeswehr zwei Arbeitsstunden je Woche einsetzen. Foto: dpa

Der Bundesrechnungshof (BRH) hat die Gesundheitskurse bei der von Personalmangel geplagten Bundeswehr kritisiert. Das Verteidigungsministerium von Ursula von der Leyen (CDU) wies die Vorwürfe zurück. SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles sprang der Bundesverteidigungsministerin zur Seite und verteidigte das Gesundheitsangebot.

Nach Angaben des BRH können seit dem Jahr 2016 alle militärischen und zivilen Beschäftigten der Bundeswehr in der Arbeitszeit bis zu zwei Stunden wöchentlich an Gesundheitskursen teilnehmen. Als Schwerpunkt werden Krafttraining, Gymnastik und Rückenkurse angeboten. Daneben gibt es aber auch Angebote zur Vorbereitung auf einen Stadtmarathon oder offene Schwimmzeiten im Freibad. Die Prüfer kritisierten, das zuständige Bundesverteidigungsministerium habe „keinen Überblick, wie viel Arbeitszeit durch die Kursteilnahme entfällt und welche Kosten damit verbunden sind“. Die Bundeswehr nehme Arbeitszeitausfall „von mehreren Tausend Stellen“ hin, hieß es weiter.

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Das Bundesverteidigungsministerium reagierte irritiert. Man spare nicht an der Gesundheit der Mitarbeiter, erklärte eine Sprecherin. Das Angebot führe zu einer höheren Leistungsfähigkeit, einer Verringerung von Fehlzeiten und einer höheren Motivation. Betriebliches Gesundheitsmanagement und Prävention gehörten zur modernen Arbeitswelt dazu. Auch Bundesarbeitsministerin Nahles zeigte wenig Verständnis für die Haltung des BRH. Die Kritik des BRH am Sportprogramm der Bundeswehr sei „völlig aus der Zeit gefallen“, erklärte sie. afp/dpa

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