KULTUR

Kulturkalender: Kultureller Reichtum

PP 16, Ausgabe Mai 2017, U3

Schuchart, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Bis 5. November:

Der Luthereffekt

© Deutsches Historisches Museum
© Deutsches Historisches Museum

Große Ausstellungen in Berlin, Eisenach und Wittenberg feiern das Jubiläumsjahr der Reformation 2017. Das Deutsche Historische Museum erzählt dabei im Berliner Martin-Gropius-Bau die 500-jährige Geschichte des Protestantismus, der weltweit einen Modernisierungsprozess in Kirche, Staat und Gesellschaft auslöste, aber auch für Konfliktpotenzial zwischen den Kulturen sorgte. Rund 500 Exponate – darunter Kunstwerke (Bild: Martin Luther im Kreise von Reformatoren, 1625/1650) und Alltagsgegenstände – illustrieren, wie die evangelische Lehre Einzug in das Leben der Menschen hielt und Einfluss nahm auf andere Konfessionen und Religionen.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, tgl. (außer Di.) 10–19 Uhr

BONN

Bis 20. August:

Irans frühe Kulturen

Auf den kulturellen Reichtum der vorpersischen Zeit zwischen dem 7. und 1. Jahrtausend v. Chr. verweisen mehr als 400 Kunstobjekte aus dem Iranischen Nationalmuseum Teheran. In der Abgeschiedenheit der iranischen Gebirgstäler hatte sich eine ganz eigene, von der Natur und der Mythenwelt geprägte Bildsprache entwickelt. Viele Exponate wie die spektakulären Funde aus den Steingräbern von Dschiroft und die Grabschätze zweier elamischer Prinzessinnen sind erstmals außerhalb Irans ausgestellt.

Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

FRANKFURT

6. Mai bis 17. September:

Picknick-Zeit

Manets berühmtes „Le Déjeuner sur l’herbe“ ist zwar nicht im Original in der Ausstellung zu sehen, dafür aber eine Vielzahl reizvoller Bilder und Objekte, die die Kultur des Picknickens quer durch verschiedene Zeiten und Kulturkreise beleuchten: Etwa Heinrich Hasselhorsts Gemälde „Der Wäldchestag“ aus den 1870er-Jahren, Julian Gerchows Foto eines prunkvollen Picknicks während der königlichen Ruder-Regatta im englischen Henley (2016) oder – eine weitere Fotoarbeit – Barbara Klemms „Picknick bei Kapstadt zur Zeit der Buren“, 1978.

Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, Di./Do.–So. 10–18, Mi. 10–20 Uhr

MÜNCHEN

5. Mai bis 17. September:

Thomas Struth

Die Übersichtsausstellung des Fotografen, der bei Gerhard Richter Malerei und bei Bernhard Becher Fotografie studierte, umfasst mit mehr als 130 Arbeiten alle Schaffensphasen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Struths Werkgruppen, die oft soziale Bezüge haben. Einer der Höhepunkte ist sein „Löwenzahnzimmer“, eine ungewöhnliche Auftragsarbeit für das Schweizer Spital am Lindberg: Zwischen 1991 bis 1993 fotografierte er in der Umgebung von Winterthur jeweils zwei Blumenmotive und eine Landschaftsansicht für die 32 Krankenzimmer des damaligen Klinikneubaus.

Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, Mo.–So. 10–20, Do. 10–22 Uhr

WIESBADEN

Bis 9. Juli:

Emil Nolde. Die Grotesken

Die Vorliebe des Expressionisten für das Fantastische und Groteske zeigte sich bereits früh in Emil Noldes Werk: Schweizer Bergen verlieh er bizarre menschliche Physiognomien und gestaltete „Bergriesen“, die aus einem Märchenbuch stammen könnten. Auch fortan bis zu seinem Berufsverbot durch die Nationalsozialisten schuf er immer wieder Bilder, in denen er die Eigentümlichkeit und Absurdität der Wirklichkeit hervorhob.

Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di./Do. 10–20, Mi./Fr–So. 10–17 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Neue Einblicke in den Körper

Foto: Siemens Healthineers
Foto: Siemens Healthineers

Was hat das Fabelwesen Gollum aus dem Kinofilm „Herr der Ringe“ mit Bildern aus dem Körper eines Patienten gemeinsam, auf denen kleinste Details bis hin zu den filigranen Arteriengeflechten zu erkennen sind? Es sind die Lichteffekte, die mithilfe der 3-D-Visualisierungstechnik „Cinematic Rendering“ entstehen: Um Ärzten noch mehr Informationen aus CT- und MRT-Daten zu liefern, haben IT-Spezialisten von Siemens die neue Technik mit einer speziellen Software verknüpft, die das Körperinnere aus verschiedensten Einfallswinkeln mit diversen Lichtarten beleuchtet (Bild). Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der medizinischen Bildgebung von den ersten täuschend echten Wachsmodellen im 18. Jahrhundert bis zu den heutigen hyperrealistischen 3-D-Körperbildern nach. Begleitend gibt es spannende Vorträge (Termine: www.medmuseum.siemens.com).

„Die dritte Dimension“, Siemens MedMuseum, Gebbertstr. 1, Erlangen, Di.–Sa. 10–17 Uhr, Vortragsabende: 10–19.30 Uhr (4. Mai bis 17. Juni 2017)

Anzeige

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

    Fachgebiet

    Zum Artikel

    Alle Leserbriefe zum Thema

    Login

    Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

    E-Mail

    Passwort

    Anzeige