ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2017Medizin vor Ökonomie: Klinik-Kodex soll Rückhalt für Ärzte werden

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Medizin vor Ökonomie: Klinik-Kodex soll Rückhalt für Ärzte werden

Lenzen-Schulte, Martina

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Der Kodex richtet sich unter anderem an Ärzte, Fachgesellschaften, Gesundheitseinrichtungen und die Politik. Foto: picture alliance
Der Kodex richtet sich unter anderem an Ärzte, Fachgesellschaften, Gesundheitseinrichtungen und die Politik. Foto: picture alliance

Mit einem „Ärzteklinik-Kodex“ will sich die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) gegen die Ökonomisierung in der Medizin stemmen. Ärzte gerieten immer mehr unter Druck, ihre Entscheidungen dem „betriebswirtschaftlichen Nutzen unterordnen zu müssen“, beklagte die DGIM-Vorsitzende Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger in Mannheim.

Der Kodex soll eine Art Leitlinie im Stile der „Medical Corporate Governance“ werden, um zunächst im Kliniksektor der inzwischen von ökonomischen Leit- und Erfolgskriterien dominierten Medizin etwas entgegenzusetzen. Schumm-Dräger sprach von einem „Rückhalt“, den der neue „Klinik-Kodex“ bieten solle, damit sich die Ärzte bei der stationären Versorgung wieder auf ihr ärztliches Handeln konzentrieren könnten.

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Der Kodex wird seit September 2016 erarbeitet, im Rahmen von zwei Workshops wurden die entscheidenden Punkte Ende 2016 und Anfang 2017 diskutiert, derzeit befindet er sich in der redaktionellen Überarbeitung. Er soll in einer Langfassung und in Kurzfassung im Laufe der nächsten Wochen zu Papier gebracht werden, beteiligt sind zudem alle Schwerpunktgesellschaften der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und auch andere Fachdisziplinen, etwa die Chirurgen. mls

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