ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2017Mark Wainberg †: Pionier der HIV-Forschung

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Mark Wainberg †: Pionier der HIV-Forschung

Spielberg, Petra

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Mark Wainberg, Foto: McGill University
Mark Wainberg, Foto: McGill University

Der kanadische Mediziner Dr. Mark Wainberg, der als Pionier der Forschung zu AIDS und HIV gilt und 1989 den Arzneistoff Lamivudin entwickelte, ist tot. Der international renommierte Wissenschaftler starb im Alter von 71 Jahren bei einem Badeunfall vor der Küste von Bal Harbour im US-Bundesstaat Florida. Die Forschergemeinde habe dadurch einen ihrer leidenschaftlichsten Kämpfer verloren, sagte Linda-Gail Bekker, amtierende Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS).

Wainberg promovierte 1972 im Fach Mikrobiologie an der Columbia University in New York. Im Anschluss forschte er an der Hadassah Medical School der Hebrew University in Jerusalem. Von 1998 bis 2000 war Wainberg Präsident der IAS. Im Jahr 2000 organisierte der Wissenschaftler die 13. Internationale Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban, die damit erstmals nicht in einem entwickelten Industriestaat stattfand. Bis zu seinem Tod leitete er die Aids-Forschungsabteilung am Lady-Davis-Institut am Jüdischen Generalkrankenhaus in Montréal sowie das Aids-Zentrum an der McGill-Universität, Montréal.

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Wainberg war zudem als informeller Berater der UN-Organisation zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit (Unaids) tätig. Häufig beklagte er sich, dass es beim Kampf gegen Aids nicht gelungen sei, die großen Pharmagesellschaften einzubeziehen und forderte Regierungen und Hilfsorganisationen dazu auf, Wege zu finden, die Forschung finanziell lukrativer zu gestalten. Petra Spielberg

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