ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2017Notfallpatienten 2: Belastbare Daten erheben
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Ich stimme Ihnen völlig zu, dass es an der Zeit ist, belastbare Daten zur Altersverteilung von Notfallpatienten in deutschen Notaufnahmen zu erheben. Nur so kann der Bedarf an neuen Strukturen und Behandlungsmaßnahmen für ältere Patienten erfasst und ein Change-Management angestoßen werden. ...

Die Gruppe stellt in ihren Ergebnissen sehr eindrücklich dar, dass der Anteil der über 70-jährigen Notfallpatienten bei knapp über 30 Prozent liegt und diese Altersgruppe den proportional höchsten Zuwachs in den letzten Jahren verzeichnet. So wird klar, dass die älteren Patienten zunehmend in den Fokus rücken und auch die Aufmerksamkeit des Notaufnahmepersonals sich dieser Gruppe zuwendet. Ganz klar zeigt sich ein großer Bedarf an geriatrischem Wissenstransfer in die Notaufnahmen, da diese Patientengruppe nicht nur mehr Zuwendung und Ressourcen benötigt, sondern auch fachspezifische Besonderheiten eine große Rolle spielen.

Wünschenswert wäre, dass geriatrisches Know-how in der Notaufnahme vorgehalten werden kann. Dies ist aber derzeit aufgrund der nicht flächendeckend vorhandenen geriatrischen Kliniken noch nicht überall möglich. Keinesfalls darf es dazu führen, dass Notaufnahmen sich in Fachdisziplinen spalten und am Ende eine eigene geriatrische Notaufnahme entstehen könnte. Dies wäre weder zielführend noch im Sinne aller Beteiligten. Anzustrebendes Ziel ist, aus der Separation von Fachwissen Geriatrie und Notfallmedizin zu einer Inklusion des geriatrischen Know-how in die Notfallversorgung zu kommen.

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So bleibt zu wünschen, dass das Engagement für die bessere Versorgung von ge-riatrischen Notfallpatienten noch weiter ansteigt, auch wenn wir immer berücksichtigen müssen, dass 70 Prozent der Patienten jünger als 70 Jahre sind. ...

Prof. Dr. med. Hans Jürgen Heppner, 58448 Witten

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