ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2017Prävention: Früherkennung von Parkinson per App

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Prävention: Früherkennung von Parkinson per App

Dtsch Arztebl 2017; 114(19): A-959

Kahl, Kristin

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Zu Verbesserung der Früherkennung von Parkinson gibt es jetzt die App „i-PROGNOSIS“ für Android- Smartphones. Sie ermittelt Bewegungsmuster und Sprachqualitäten der Nutzer, informiert diese bei Auffälligkeiten und bietet eine Kontaktvermittlung zu einem Parkinson-Spezialisten an. Entscheidend für die frühe Diagnose sind hauptsächlich nicht-motorische Symptome wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme oder eine Reduktion des Geruchssinns. Die App soll helfen, die Betroffenen bei bestimmten Anzeichen zu einem früheren Arztbesuch zu motivieren und ihnen so die Chance auf eine neuroprotektive Therapie geben. Diese Form der Behandlung schützt die Nervenzellen vor dem Abbau und lindert oder verhindert Nervenschädigungen. Stellen sich Betroffene später bei einem Arzt vor – also wenn Symptome wie zittrige Hände, steife Muskeln im Bereich der Schultern und Arme, langsamere Bewegungen und ein veränderter Gang auftreten – sind meist schon 60 bis 80 Prozent der bei Parkinson betroffenen Nervenzellen in der „Schwarzen Substanz“ abgebaut.

„Die i-PROGNOSIS-App richtet sich grundsätzlich an alle gesunden Personen ab 40 Jahren“, erklären Dr. Lisa Klingelhöfer und Prof. Dr. med. Heinz Reichmann von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der TU Dresden. Die Dresdner Neurologen bilden mit ihrer Parkinson-Expertise eines der drei medizinischen Zentren im Projekt. „Zusätzlich möchten wir damit aber auch Patienten mit Parkinson in einer frühen Erkrankungsphase erreichen“, ergänzt Prof. Reichmann, Direktor der Neurologie.

Die Europäische Union fördert i-PROGNOSIS mit etwa vier Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. An dem Projekt beteiligt sind elf Organisationen aus sechs verschiedenen EU-Ländern. kk

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www.i-prognosis.eu

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