ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2017Landarztmangel: Montgomery schlägt Rotations-Praxen vor

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Landarztmangel: Montgomery schlägt Rotations-Praxen vor

KNA; dpa; Maybaum, Thorsten

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Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, hat mehr Kreativität gefordert, um Lücken bei der medizinischen Versorgung auf dem Land zu schließen. „Wir brauchen Rotations-Praxen in kleineren Orten“, sagte er der Bild. Dort sollten unterschiedliche Fachärzte je einmal pro Woche praktizieren. „Wenn die Kassenärztlichen Vereinigungen solche Praxen einrichten können, finden sie auch Ärzte“, betonte der BÄK-Präsident.

Gesundheits-Apps oder Onlinesprechstunden hält Montgomery dagegen derzeit für wenig geeignet, Versorgungslücken zu schließen. „Es fehlt ein Gütesiegel, das Datensicherheit und Datenverlässlichkeit von Gesundheits-Apps garantiert. Solche Apps müssten genauso zugelassen und zertifiziert werden wie andere Medizinprodukte auch“, sagte er. Auch Onlinesprechstunden könnten den Arztbesuch nicht komplett ersetzen. Allerdings könnten diese helfen, um aus der Distanz zu erkennen, wann ein Arztbesuch dringend angezeigt sei. Möglich sei es auch, den Behandlungsverlauf besser zu verfolgen.

Deutliche Worte findet der BÄK-Präsident beim Thema Gewalt gegen Helfer. Von Justizminister Heiko Maas (SPD) forderte Montgomery, das Gesetz zum Schutz von Polizisten und Rettungssanitätern gegen Gewalt auf Ärzte auszuweiten. „Gewalt gegen Ärzte muss stärker bestraft werden als heute“, erklärte er. Die vom Bundestag kürzlich verabschiedete Reform sieht lediglich höhere Strafen für Angriffe auf Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Polizisten vor. kna/dpa/may

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