ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2017Hepatitis C: WHO „halbiert“ Zahl der Infizierten

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Hepatitis C: WHO „halbiert“ Zahl der Infizierten

Meyer, Rüdiger

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Weltweit sind schätzungsweise 325 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B- oder dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Obwohl beide Erkrankungen behandelt werden können, sind 2015 etwa 1,75 Millionen an den Folgen der chronischen Leberentzündung gestorben. Dies geht aus einem Report der Weltgesundheitsorganisation hervor.

Eine Überraschung des Berichts ist die relativ niedrige Zahl von 71 Millionen Hepatitis-C-Infizierten. Frühere Schätzungen waren von einer doppelt so hohen Zahl ausgegangen. Diesen Studien hatten Daten zur Seroprävalenz zugrunde gelegen. Die neueren Tests, die die Virusgene nachweisen, haben jedoch gezeigt, dass nur etwa jeder zweite Mensch, der Antikörper gegen Hepatitis C im Blut hat, auch chronisch mit dem Virus infiziert ist. Die Erkrankung heilt häufiger spontan als früher vermutet. Eine chronische Hepatitis C kann heute mit Medikamenten in zwei bis drei Monaten kuriert werden. Die neuen direkt wirksamen Mittel waren anfangs für die meisten Länder zu teuer. Die Preise für eine 12-wöchige Behandlung lagen bei über 100 000 Euro. Die Preise sind jedoch gefallen und in ärmeren Ländern wie Ägypten, wo die Hepatitis C sehr verbreitet ist, bieten Generikahersteller die Medikamente besonders günstig an. Die gesamte Behandlung kostet nur noch 200 US-Dollar.

Die Prävalenz der Hepatitis C ist laut Report mit 2,3 Prozent der Bevölkerung in der östlichen Mittelmeerregion der WHO am höchsten. Dort gibt es 15 Millionen Infizierte. In Europa sind bei einer Prävalenz von 1,5 Prozent 14 Millionen Menschen chronisch mit Hepatitis C infiziert. Die meisten Menschen mit Hepatitis B gibt es in Ostasien: In der WHO-Region Westlicher Pazifik (zu der China und Indochina gehören) sind 115 Millionen Menschen (6,2 Prozent der Bevölkerung) infiziert. In Europa sind es 15 Millionen (1,5 Prozent der Bevölkerung). rme

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