ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2017Ärztlicher Eid: Fabrikhalle statt Seelenraum
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Prof. Jean-Pierre Wils schildert, was lange bekannt und schon oft gesagt und geschrieben wurde – und nichts wirklich bewirkt, bewegt und geändert hat. Trotzdem: Während der Lebensminuten meiner Lektüre war mir wohl.

Allerdings in einem Punkte möchte ich widersprechen: „... müsste man den politischen Akteur genau nennen können.“ Es gab drei Akteure, die bis heute mit dem Ziehen ihrer damaligen Marionettenstrippen wirksam sind. Erstens: Ulla Schmidt. Zweitens: Ulla Schmidt. Und drittens: Ulla Schmidt.

Unter ihrer Ägide musste der Seelenraum Praxis kompromisslos und zwingend umgestaltet und umgewidmet werden zu einer Fabrikhalle. Formulare, Leitlinien, Managementzwänge, Listenmedizin explodierten. Genau diese smart, lean and line production (Leit„linie“) war die Rettung für alles. Wenn Patient und Arzt sich entpersönlicht, verstandardisiert, entprofessionalisiert, versachlicht, verdinglicht fühlten ... No problem: Depression-DMP. Psychotherapie nach Leitlinie und Konfektion von der Stange zum Rabattpreis.

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So viel Vergangenheitswahrhaftigkeit möchte ich schon reminisziert haben, so viel Wirkenswürdigung der Rolle und Bedeutung von Ulla Schmidt für die Gegenwartsmedizin sollte schon sein dürfen und müssen.

Dr. med. Alexander Ulbrich, 70599 Stuttgart

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