ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2017QM-Ratgeber: Kollegiales Lernen im Qualitätszirkel

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QM-Ratgeber: Kollegiales Lernen im Qualitätszirkel

Dtsch Arztebl 2017; 114(21): A-1066 / B-886 / C-868

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Kontinuierliches Lernen und die Weiterentwicklung der beruflichen Kompetenz – für Ärztinnen und Ärzte ist das Notwendigkeit und Teil des professionellen Selbstverständnisses zugleich. Vor allem die eigenen Ansprüche an eine gute Versorgungsqualität stellen einen starken Antrieb dar, sich in der täglichen Arbeit weiterzuentwickeln. Das gelingt besonders gut, wenn man von und mit Kollegen lernt.

Deshalb zählen Qualitätszirkel bereits seit mehr als 20 Jahren zum Portfolio der Qualitätsförderungsinstrumente. Ihnen liegt der Gedanke des „Peer Reviews“ zugrunde: die kritische (Selbst-)Reflexion des täglichen Praxishandelns im Austausch mit Kollegen. In Lehr-Lern-Gruppen von circa fünf bis 20 Personen arbeiten die Teilnehmer regelmäßig unter Anleitung eines Moderators zusammen: freiwillig, selbstbestimmt, erfahrungsbezogen und ohne Einflussnahme Dritter.

Im niedergelassenen Bereich engagieren sich circa 61 000 Vertragsärzte und -psychotherapeuten deutschlandweit regelmäßig in etwa 8 800 Zirkeln. Im Fokus stehen die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit. Grundlegende Prinzipien der Zusammenarbeit sind gegenseitige Wertschätzung und Verschwiegenheit.

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Die Themen der Zirkelarbeit sind vielfältig und reichen von A wie Antibiotika-Therapie über das komplette Spektrum medizinischer oder psychotherapeutischer Themen bis hin zu Z wie Zytologie. Die Palette wird durch Themen von gesamtgesellschaftlichem oder gesundheitspolitischem Interesse ergänzt, so zum Beispiel zu ethischen Fragen, zur Geschlechtersensibilität in der Gesundheitsversorgung oder zu Aspekten der Versorgung von Migranten.

Kassenärztliche Vereinigungen und Kassenärztliche Bundesvereinigung fördern Qualitätszirkel zum Beispiel durch Fortbildungsangebote für Moderatoren oder inhaltliche Empfehlungen in Form thematischer Module mit vielfältigen Informationen, didaktischen Anregungen sowie Links und Literaturhinweisen. Grundlegende Methode dabei ist die Diskussion realer Patientenfälle in Form der Patientenfallkonferenz.

Die Vorteile der Qualitätszirkelarbeit liegen klar auf der Hand:

  • Aneignung von aktuellem, evidenzbasierten Wissen
  • praxisbezogene, selbst gewählte Themen
  • Aufdecken „blinder Flecken“ und Anstoßen von Verbesserungsprozessen
  • Synergieeffekte durch das Profitieren vom Erfahrungsschatz der Kollegen, so zum Beispiel bei schwierigen Behandlungsfällen
  • Bestätigung der eigenen Tätigkeit und damit Steigerung der Arbeitszufriedenheit
  • Förderung kollegialer Kontakte und der Netzwerkbildung
  • wohnortnahe, kostenfreie Fortbildung
  • Erwerb von Fortbildungspunkten

Mehr als 30 Themenmodule stehen aktuell auf der Internetseite der KBV unter dem Stichwort Qualitätszirkel frei zur Verfügung. Weitere sollen folgen. http://www.kbv.de/html/qualitaetszirkel.php KBV

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