ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2017Mobbing: Kinder- und Jugendärzte fordern „Null-Toleranz“

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Mobbing: Kinder- und Jugendärzte fordern „Null-Toleranz“

Maybaum, Thorsten; KNA

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Andauerndes Mobbing kann Kinder krank machen. Foto: jovannig/stock.adobe.com
Andauerndes Mobbing kann Kinder krank machen. Foto: jovannig/stock.adobe.com

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zeigt sich besorgt über zunehmendes Mobbing an Schulen und die gesundheitlichen Folgen. Immer mehr junge Menschen berichteten von Provokationen, Beleidigungen, Kränkungen, aber auch körperlichen Verletzungen, erklärte der BVKJ. Folgen seien seelische Beschwerden und Erkrankungen. „Mobbing ist immer wieder Thema bei den Vorsorgeuntersuchungen“, erläuterte BVKJ-Sprecher Dr. med. Josef Kahl. Es gehe nicht um ein Bagatelldelikt. Andauerndes Mobbing könne Kinder und Jugendliche auf Dauer krank machen.

Laut einer aktuellen Pisa-Sonderauswertung werden in Deutschland knapp 16 Prozent der 15-Jährigen mehrfach im Monat zum Mobbingopfer. Der BVKJ fordert daher, dass an den Schulen eine konsequente „Null-Toleranz-Praxis“ eingeführt wird. Die Täter dürften nicht geschützt werden und müssten gegebenenfalls angemessen sanktioniert werden, notfalls mit juristischen Mitteln bis hin zum Schulverweis, erklärte der Verband. Lehrer, Schüler und Eltern müssten in gemeinsamen, professionell gecoachten Sitzungen regelmäßig versuchen, die Missstände zu benennen und abzubauen, hieß es. Eine Möglichkeit sei das Olweus-Präventionsprogramm, bei dem alle am Schulalltag teilnehmenden Menschen gemeinsam auf ein besseres Schulklima hinarbeiteten. may/kna

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