ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2017Rheumatoide Arthritis: Ansprechen auf Sirukumab auch nach TNF-Hemmern

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Rheumatoide Arthritis: Ansprechen auf Sirukumab auch nach TNF-Hemmern

Dtsch Arztebl 2017; 114(21): A-1055 / B-877 / C-859

Vetter, Christine

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Bei Patienten, die auf mehrere Anti-TNF-Wirkstoffe therapierefraktär reagieren oder sie nicht vertragen, könnte Sirukumab möglicherweise mit eine Therapieoption werden. Die Wirksamkeit und Sicherheit des selektiven Interleukin-6-Inhibitors (IL-6-Inhibitor) wurde in der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studie SIRROUND-T bei 878 Patienten mit trotz Anti-TNF-Vortherapie aktiver rheumatoider Arthritis (RA) geprüft. 60 % der Patienten hatten zuvor 2 oder mehr Biologika erhalten.

292 Teilnehmer wurde mit 50 mg Sirukumab alle 4 Wochen behandelt und weitere 292 Patienten mit 100 mg Sirukumab alle 2 Wochen (n = 294 Placebo). 40 % der Patienten unter 50 mg alle 4 Wochen und 45 % unter 100 mg Sirukumab alle 2 Wochen, jedoch nur 24 % unter Placebo erreichten in 16 Wochen eine ACR20-Response (primärer Studienendpunkt). Der Unterschied zu Placebo betrug 0,16 (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [0,09; 0,23]) für die Dosierung 50 mg/4 Wochen und 0,21 [0,14; 0,29] für 100 mg/2 Wochen (jeweils p < 0,0001). Auch beim ACR50-Ansprechen waren die Ansprechraten höher (20,9 und 21,6 % Verum vs. 8,8 % unter Placebo (p < 0,001).

Die Nebenwirkungsrate war in beiden Verumgruppen vergleichbar, wobei als häufigste Nebenwirkung ein Erythem an der Injektionsstelle auftrat (1 % unter Placebo, 8 % unter 50 mg/4 Wochen und 14 % unter 100 mg Sirukumab/2 Wochen).

Fazit: Die Studie zeigte, dass die Antagonisierung des proinflammatorischen Zytokins IL-6 nicht nur mit einem monoklonalen Antikörper gegen den IL-6-Rezeptor (Tocilizumab) möglich ist, sondern auch mit einem Antikörper wie Sirukumab, der direkt an IL-6 bindet, erläutert Professor Dr. med. Ulf Müller-Ladner, Ärztlicher Direktor und Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim. Dies gelte offenbar auch unter erschwerten Bedingungen nach Versagen einer Vorbehandlung mit TNF-Hemmern. „Da die Studien aber nicht direkt vergleichbar sind, werden erst entsprechende Head-to-Head-Studien zeigen, welches der beiden Wirkprinzipien in der Praxis die besseren Ergebnisse erzielt.“

Christine Vetter

Aletaha D, Bingham III CO, Tanaka Y, et al.: Efficacy and safety of sirukumab in patients with active rheumatoid arthritis refractory to anti-TNF therapy (SIRROUND-T): a randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, multinational, phase 3 study. Lancet 2017; 398: 1206–17.

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