ArchivDeutsches Ärzteblatt22-23/2017Tedros Adhanom Ghebreyesus: WHO-Generalsekretär nach Kampfabstimmung

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Tedros Adhanom Ghebreyesus: WHO-Generalsekretär nach Kampfabstimmung

Dtsch Arztebl 2017; 114(22-23): A-1133 / B-945 / C-923

Zylka-Menhorn, Vera

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Tedros Adhanom Ghebreyesus Foto: dpa

Er ist der erste Afrikaner in diesem Amt und seine Wahl war ein zähes Ringen: Der Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus wurde als Nachfolger von Margeret Chan zum neuen Generalsekretär der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) bestimmt. Die Entscheidung fiel erstmals in einer Kampfabstimmung, weil die 194 Mitgliedsländer sich nicht vorab einigen konnten. Letztlich setzte sich der 52-Jährige im dritten Wahlgang und in geheimer Abstimmung gegen den britischen Arzt David Nabarro und die pakistanische Kardiologin Sania Nishtar durch.

Tedros ist Biologe mit einem Master in Immunologie und einer Promotion in „Community Health“, die er an der Universität Nottingham ablegte, bevor er in die Politik seines Heimatlandes ging. Dort war er zuletzt Außenminister, davor (2005–2012) Ge­sund­heits­mi­nis­ter. In diesem Amt erlangte er internationale Anerkennung, als er das äthiopische Gesundheitssystem massiv ausbaute. Er schuf 3 500 medizinische Zentren, stockte das Personal auf und ließ 40 000 Helferinnen ausbilden, die in ländlichen Regionen Basisversorgung und Beratung anbieten. Zudem engagierte er sich in den internationalen Programmen zur Eindämmung von Aids und Malaria.

Kritiker monieren, dass er als Ge­sund­heits­mi­nis­ter Cholera-Ausbrüche verschleiert habe, indem er in den Meldungen an die WHO nur von Durchfallerkrankungen sprach. Human Rights Watch wirft Tedros vor, als Mitglied der Regierung für die Vertreibung Tausender Menschen und die Ermordung Hunderter Oppositioneller verantwortlich gewesen zu sein. Vera Zylka-Menhorn

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