POLITIK: Medizinreport

Rohe Milch erhitzen

EB

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LNSLNS In den letzten Wochen erschienen neue Meldungen über Infektionen mit enterohämorrhagischen E. coli (EHEC), einem Bakterienstamm aus dem Darm von Wiederkäuern. EHEC-Infektionen können zu blutigen Durchfällen führen und Ursache für das hämolytisch-urämische Syndrom sein; dieses geht mit akutem Nierenversagen einher und verläuft in zehn Prozent aller Fälle tödlich. Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums sind in Bayern 44 Kinder am hämolytisch-urämischen Syndrom erkrankt. Hauptinfektionsquellen sind unerhitzte Milch und unzureichend gegartes Rindfleisch. Durch Verunreinigungen gelangen diese Coli-Stämme aus dem Darm von Wiederkäuern in Milch oder auf andere Lebensmittel. Eine Übertragung kann auch durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch erfolgen. Dafür reicht beim Menschen wahrscheinlich eine Belastung von weniger als 100 Keimen aus. Dazu Dr. Eva Leschik-Bonnet von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): "Vor allem Kindern wird rohe Milch wegen ihres angeblich unübertroffenen Nährstoffgehaltes gegeben. Ich halte das für nicht vertretbar. Pasteurisierte Milch wird so schonend erhitzt, daß kaum Nährstoffe verloren gehen."
Zur Vorbeugung von EHEG-Infektionen empfiehlt die DGE daher:
1 Keine unerhitzte Milch, sondern nur pasteurisierte, ultrahocherhitzte oder abgekochte trinken. Das gilt vor allem für Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
1 Rindfleisch, vor allem Hackfleisch, gut durchgaren.
1 Verzicht auf Rohmilch und Rohwurst, vor allem für (Klein)Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Eine Infektion durch diese Lebensmittel kann nicht völlig ausgeschlossen werden.
1 Regelmäßiges Händewaschen und auf Sauberkeit im Sanitärbereich achten.
1 Bei blutigem Durchfall an eine EHEC-Infektion denken. EB

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