ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2017Angststörungen: Konfrontation mit den Angstreizen

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Angststörungen: Konfrontation mit den Angstreizen

Koch, Joachim

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Während Angststörungen gravierende Auswirkungen auf die Befindlichkeit, Lebensqualität und soziale Verortung Betroffener haben, werden sie oft nicht erkannt, vielfach verleugnet oder bagatellisiert und die Betroffenen richten sich irgendwie mit der Störung ein, ohne dass sie angemessen behandelt wird. In diesem Buch wird eine der erfolgreichsten Möglichkeiten der Angstbehandlung systematisch in allen Schritten vorgestellt. Dazu wird zuerst das Störungsbild grundlegend behandelt und es werden ausführlich die biologischen, psychologischen sowie sozialen Einflüsse eines modernen multifaktoriellen Erklärungsmodells mit prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren vorgestellt. Nach den evidenzbasierten Empfehlungen der S3-Behandlungsleitlinie für Angststörungen werden die einzelnen Behandlungselemente der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) vorgestellt: Die Psychoedukation, kognitive Techniken zur Identifikation und Veränderung der Interpretation körperlicher Symptome als Hinweise auf Gefahr sowie Expositionen zur Löschung der durch Körpersymptome und agoraphobische Situationen ausgelösten Angstreaktionen.

Das Autorenteam besteht darauf, dass das wesentliche Element der Behandlung von Panikstörung und Agoraphobie die Exposition und Konfrontation mit den gefürchteten Angstreizen ist und stellt fest, dass eine Angstbehandlung, insbesondere der Panikstörung und Agoraphobie, ohne Exposition keine angemessene Angsttherapie darstellt. Dem Patienten muss es eigenständig gelingen, sein Flucht- und Vermeidungsverhalten aufzugeben. Er muss dabei erfahren, dass Angst entsteht und dann erleben, dass die Angst von alleine verschwindet, wenn er in der Situation bleibt. Ausführlich werden die Möglichkeiten der Konfrontation behandelt und beschrieben, wie die Exposition intensiv therapeutisch geplant und mit dem Patienten besprochen wird und welche Details bei der Durchführung zu beachten sind. Die erste Exposition sollte der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten durchführen. Es bedarf vieler Wiederholungen, damit das Gehirn umlernt. Der Patient soll angeregt werden, die Exposition selbstständig häufiger zu wiederholen, denn ein Grund für eine mangelnde Habituation kann in einer nicht ausreichenden Übung liegen.

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An einem Fallbeispiel werden alle wichtigen Aspekte am Ende noch einmal kompakt erläutert. Eine beeindruckende Sammlung von Arbeitsblättern (32 Stück), die die ganze Therapie begleiten können, ist im Buch bereitgestellt. Joachim Koch

Julia Zwick, Martin Hautzinger: Panik und Agoraphobie – Kognitiv-verhaltenstherapeutisches Manual. Beltz Verlag, Weinheim 2017, 186 Seiten, gebunden, 44,95 Euro

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