ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2017Prävalenz des Gestationsdiabetes

MEDIZIN: Originalarbeit

Prävalenz des Gestationsdiabetes

Eine populationsbasierte Leistungsdatenanalyse des Screenings in der ambulanten Versorgung

The prevalence of gestational diabetes—a population-based analysis of a nationwide screening program

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(24): 412-8; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0412

Melchior, Hanne; Kurch-Bek, Diana; Mund, Monika

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Hintergrund: Gestationsdiabetes mellitus (GDM) ist eine erstmals in der Schwangerschaft auftretende Glukosetoleranzstörung. Prävalenzschätzungen des GDM variieren aufgrund unterschiedlicher Grenzwerte stark. Seit 2012 ist in Deutschland ein Screening auf GDM für alle Schwangeren über ein zweistufiges Testverfahren verfügbar. In der Studie wurden erstmals die Screeningumsetzung und die resultierende 1-Jahres-Prävalenz populationsbasiert auf bundesweiter Ebene untersucht.

Methode: Es wurden Leistungsdaten aller gesetzlich Krankenversicherten aus dem ambulanten Sektor für den Beobachtungszeitraum vom Beginn des Jahres 2014 bis Ende 2015 analysiert. Dabei wurde eine Schwangerschaftskohorte über die Abrechnung von Pauschalen zur Schwangerschaftsbetreuung gebildet und hinsichtlich der Umsetzung des Screenings untersucht. Die Prävalenz des GDM wurde aus den entsprechenden ICD-10-GM-Codes ermittelt.

Ergebnisse: Bei 80,8 % der 567 191 eingeschlossenen Schwangeren wurde das Screening durchgeführt. Der Großteil erhielt ausschließlich den Vortest (63,3 %), bei weiteren 12,7 % wurde zusätzlich der diagnostische Test eingesetzt. Weitere 4,8 % erhielten ausschließlich den diagnostischen Test. Die Prävalenz des GDM beträgt 13,2 %. Mit zunehmendem Alter stieg die Prävalenz von 8 % auf 26 % (≥ 45 Jahre) an. Die Mehrzahl der GDM-Diagnosen resultiert aus der Anwendung beider Tests. Jüngere Frauen erhalten häufiger ausschließlich den Vortest; mit zunehmendem Alter werden vermehrt beide Tests angewendet.

Schlussfolgerung: Das Screening wird umfassend umgesetzt. Auf Grundlage der Abrechnungsdaten ergibt sich eine relativ hohe Prävalenz, die internationalen Schätzungen entspricht und eher auf eine Unterschätzung der bisher für Deutschland vorliegenden Ergebnisse hindeutet.

LNSLNS

Gestationsdiabetes mellitus (GDM) ist definiert als eine Glukosetoleranzstörung, die erstmals in der Schwangerschaft diagnostiziert wird und unterhalb der Schwelle eines manifesten Diabetes liegt (1, 2). Der GDM verläuft asymptomatisch und steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen (35). Langfristig haben Frauen mit einem GDM in den Folgejahren ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines manifesten Typ-2-Diabetes mellitus (69). Abhängig von der Methodik der Studie, insbesondere von dem Nachbeobachtungszeitraum und der Risikostruktur der untersuchten Stichprobe, variieren die Raten der Frauen mit Typ-2-Diabetes mellitus (DM II) nach GDM stark zwischen weniger als 3 % und mehr als 90 % (7, 8). Ein GDM während der Schwangerschaft erhöht das Risiko eines manifesten DM II um das bis zu 7-fache im Vergleich zu normoglykämischen Schwangerschaften (6, 9).

Das Screeningangebot für alle Schwangeren wurde im Jahr 2012 im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien durch den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) eingeführt (10). Eine Entscheidungsgrundlage war ein Gutachten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (11). In randomisierten kontrollierten Studien konnten demnach bei Schwangeren mit GDM, die mittels eines zweistufigen Screenings identifiziert wurden und eine diabetologische Begleitung beziehungsweise Therapie erhielten, Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen statistisch signifikant reduziert werden (Risikoreduktion für Schulterdystokien 60 %, für Präeklampsien 36 %) (3, 5, 11). Das in den Mutterschafts-Richtlinien definierte Screening umfasst ein zweistufiges Testverfahren, das zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche angeboten werden soll. Es besteht aus einem „Vortest“ und bei auffälligem Ergebnis aus einem nachfolgenden „diagnostischen Test“ – dem oralen Glukosetoleranztest (oGTT). Fällt dieser positiv aus, erfolgt die weitere Betreuung in enger Zusammenarbeit mit der diabetologisch qualifizierten Ärztin. Der Screeningablauf und die Grenzwerte sind in der Tabelle dargestellt.

International werden unterschiedliche Kriterien und Grenzwerte zur Diagnostik des GDM eingesetzt (12). Abhängig von den verwendeten Teststrategien variieren die Prävalenzschätzungen stark (1315) – mit einer steigenden Tendenz über die letzten Jahrzehnte (1618). Weltweit wird die Prävalenz der Hyperglykämie in der Schwangerschaft (GDM und manifester DM II in der Schwangerschaft) auf circa 15 % geschätzt (15), für Europa liegt die Prävalenz bei 12,6 % (15). Vor Einführung des standardisierten Screeningverfahrens im Jahr 2012 wurde in Deutschland im Rahmen von Selektivverträgen und folglich mit sehr unterschiedlichen Grenzwerten und Teststrategien auf GDM gescreent; entsprechend variieren Prävalenzschätzungen aus diesem Zeitraum stark zwischen 2 % und mehr als 18 % (1921). Die umfassendsten Daten zur Prävalenzschätzung des GDM in Deutschland werden standardisiert im Rahmen der „Qualitätssicherung Geburtshilfe“ (vormals Perinatalerhebung) in den geburtshilflichen Kliniken erhoben. Dafür wird die entsprechende Angabe aus dem Mutterpass in die Klinikdokumentation übernommen. Hiernach stieg die Prävalenz in den Jahren vor Einführung des Screenings kontinuierlich von 2,3 % (2005) auf 4,3 % (2012) und seitdem bis auf 5 % (2015) an (22). Eine aktuelle Studie, in der die Umsetzung des standardisierten Screenings auf Basis von ambulanten Leistungsdaten für Nordrhein untersucht wurde, kommt für das Jahr 2013/2014 auf eine GDM-Prävalenz von 6,8 % (23). Ein Überblick über die hier berichteten nationalen und internationalen GDM-Prävalenz-Studien ist in eTabelle 1 dargestellt.

Zusammenfassung einer Auswahl aktueller Studien zur Prävalenz des Gestationsdiabetes mellitus
Zusammenfassung einer Auswahl aktueller Studien zur Prävalenz des Gestationsdiabetes mellitus
eTabelle 1
Zusammenfassung einer Auswahl aktueller Studien zur Prävalenz des Gestationsdiabetes mellitus

Die vorliegende Studie untersucht erstmals die bundesweite Umsetzung des zweistufigen Screenings und die daraus resultierende 1-Jahres-Prävalenz populationsbasiert für alle gesetzlich krankenversicherten schwangeren Frauen in Deutschland. Folgende Fragestellungen werden untersucht:

  •  Wie viele schwangere Frauen werden innerhalb der Schwangerschaft mit welchem Verfahren auf GDM untersucht?
  •  Wie hoch ist die 1-Jahres-Prävalenz des GDM?

Methode

Datenbasis

Datengrundlage sind die bundesweiten und krankenkassenübergreifenden vertragsärztlichen Abrechnungsdaten (im Folgenden: Leistungsdaten) aller rund 71 Millionen gesetzlich Krankenversicherten (24) im Beobachtungszeitraum vom 01. 01. 2014 bis 31. 12. 2015. Diese enthalten Informationen über abgerechnete Leistungen und Diagnosen. Leistungen werden im vertragsärztlichen Bereich über Gebührenordnungspositionen (GOP) auf Basis des einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) abgerechnet (25).

Bildung und Validierung der Schwangerschaftskohorte

Für die Betreuung einer schwangeren Frau kann die Betreuungspauschale GOP 01770 während der Schwangerschaft maximal ein Mal pro Quartal und bis zu 8 Wochen nach der Entbindung vom behandelnden Arzt abgerechnet werden (25). Zur Bildung der Schwangerschaftskohorte wurden alle Frauen, deren Schwangerschaft im Zeitraum vom 01. 07. 2014 bis 30. 06. 2015 begonnen hatte, über die Abrechnung der Betreuungspauschale im entsprechenden Quartal erfasst. Dieses Quartal des individuellen Schwangerschaftsbeginns wird hier als Indexquartal bezeichnet. Um ausschließlich neu aufgetretene (inzidente) Schwangerschaften zu erfassen, durfte die Betreuungspauschale in den beiden Quartalen vor dem Indexquartal nicht abgerechnet worden sein.

Das Screening auf GDM soll zwischen dem 6. und 7. Schwangerschaftsmonat angeboten werden. Um das Vorliegen einer Schwangerschaft bis zu diesem Zeitraum zu operationalisieren, wurden Frauen nur dann in die Schwangerschaftskohorte eingeschlossen, wenn die Betreuungspauschale im Indexquartal und den beiden darauf folgenden Quartalen abgerechnet worden war. Durch die kontinuierliche Abrechnung dieser Leistung über drei Quartale sollen Schwangerschaften ausgeschlossen werden, die zum Beispiel aufgrund von Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen nicht bis zum Screeningzeitraum angedauert hatten. Die Validierung der Schwangerschaftskohorte anhand der öffentlichen Statistiken der Lebendgeborenen (26, 27) ist in eTabelle 2 zu finden.

Validierung der Schwangerschaftskohorte (2010–2014)
Validierung der Schwangerschaftskohorte (2010–2014)
eTabelle 2
Validierung der Schwangerschaftskohorte (2010–2014)

Bildung der Studienkohorte

Zur Bildung der Studienkohorte wurden aus der Schwangerschaftskohorte diejenigen Frauen ausgeschlossen, bei denen nach ICD-10-GM (International Statistical Classification Of Diseases And Related Health Problems, 10th revision, German Modification) in mindestens einem der beiden Quartale vor dem Indexquartal die gesicherte Diagnose eines manifesten Diabetes (E10–E14 sowie O24.0–O24.3 [28]) vorlag. Die Studienkohorte stellt die Grundgesamtheit für die Untersuchungsfragestellungen dar.

Operationalisierung der Screening-Umsetzung und der Prävalenzraten

Jede eingeschlossene Schwangerschaft wurde individuell ab dem Indexquartal über drei aufeinanderfolgende Schwangerschaftsquartale untersucht (Untersuchungszeitraum: 01. 07. 2014 bis 31. 12. 2015). Das zweistufige Screening wird über die GOP mit den Ziffern 01776: „Vortest auf Gestationsdiabetes“ und 01777: „oGTT zum Ausschluss/Nachweis eines Gestationsdiabetes“ abgebildet (25). Im Untersuchungszeitraum wurde ermittelt, ob mindestens einmal eine für den jeweiligen Test relevante GOP abgerechnet wurde (Screening-Umsetzung) und ob eine der beiden GDM-Diagnosen (O24.4 und O24.9) gemäß ICD-10-GM (28) codiert wurde (Prävalenzschätzung). Zudem wurde untersucht, wie häufig ein manifester Diabetes (ICD-10-GM-Code: E10–E14 sowie O24.0–O24.3), jeweils allein oder zusammen mit dem GDM, diagnostiziert wurde. Durchgängig wurden ausschließlich gesicherte Diagnosen einbezogen.

Statistische Analysen

Zur Berechnung der Raten zur Screening-Umsetzung und Prävalenz wurde jeweils der Anteil an Versicherten mit abgerechneter GOP beziehungsweise codierter Diagnose an der Studienkohorte gebildet und altersstratifiziert dargestellt. Alle Analysen erfolgten mit der Software MicroStrategy Developer Version 10.5.0 (29).

Ergebnisse

Schwangerschafts- und Studienkohorte

Grafik 1 stellt das Flussdiagramm zur Bildung der Schwangerschafts- und Studienkohorte dar. Bei 3,4 % von 38,5 Millionen Frauen wurde die Schwangerschaftspauschale im Untersuchungszeitraum mindestens ein Mal abgerechnet. Eine über mindestens drei Quartale andauernde Schwangerschaft lag bei etwas mehr als der Hälfte dieser Frauen vor. Eine inzidente Schwangerschaft lag bei 78,1 % dieser Frauen vor, sodass sich die hier definierte Schwangerschaftskohorte aus 572 554 Frauen zusammensetzt. Die Schwangerschaftskohorte umfasst circa 80 % der in der öffentlichen Geburtenstatistik erfassten Entbindungen (Lebendgeburten) eines Jahres (eKasten).

Schwangerschaftskohorte und öffentliche Geburtenstatistik
Schwangerschaftskohorte und öffentliche Geburtenstatistik
eKasten
Schwangerschaftskohorte und öffentliche Geburtenstatistik

Insgesamt 0,9 % (n = 5 363) der Frauen der Schwangerenkohorte wurden wegen eines manifesten Diabetes, der bereits vor der Schwangerschaft diagnostiziert worden war, aus den weiteren Analysen ausgeschlossen. 567 191 Schwangere in der verbleibenden Studienkohorte bildeten die Grundgesamtheit für die weitere Untersuchung (Grafik 1).

Das Durchschnittsalter der Frauen betrug bei geschätztem Beginn der Schwangerschaft (Alter im Indexquartal) 30 Jahre mit einer Standardabweichung von 5 Jahren. Die jüngste Schwangere in der Studienkohorte war 13 Jahre, die älteste 58 Jahre alt. Die Hälfte der Frauen hatte ein Alter zwischen 27 und 34 Jahren bei Beginn der Schwangerschaft (Median: 30 Jahre).

Umsetzungsraten des zweistufigen Screenings

Bei 80,8 % aller schwangeren Frauen wurde entweder der Vortest allein oder der diagnostische Test allein angewandt, oder es kamen beide Testverfahren zur Anwendung (Grafik 2). 19,2 % der schwangeren Frauen erhielten keinen der beiden Tests. Fast alle getesteten Frauen erhielten mindestens den Vortest (94 %); bei 83,3 % von diesen wurde nicht weiter mittels oGTT getestet. Bezogen auf die gesamte Studienkohorte erhielten 12,7 % neben dem Vortest den oGTT. Weitere 4,8 % erhielten ausschließlich diesen diagnostischen Test. Die Verteilung der Testverfahren ist in Grafik 2 dargestellt.

Prävalenzschätzung des GDM

In der vorliegenden Kohorte wurde bei 13,2 % der schwangeren Frauen ein GDM diagnostiziert. Grafik 2 stellt die Prävalenz des GDM in Abhängigkeit vom verwendeten Testverfahren dar. Bei 11,4 % der Frauen, die mindestens einen der beiden Tests erhalten haben, wurde ein GDM diagnostiziert. Bei den verbleibenden 1,8 % der Frauen mit GDM wurde die Diagnose gestellt, ohne dass im Untersuchungszeitraum eines der beiden Testverfahren abgerechnet wurde.

Grafik 3 und Grafik 4 stellen die altersstratifizierten Verteilungen der Testverfahren und der Prävalenz des GDM dar. Der alleinige Einsatz des Vortests nimmt mit steigendem Alter ab, während der diagnostische Test vermehrt angewendet wird. Mit steigendem Alter nimmt die Prävalenz des GDM von weniger als 8 % bei der jüngsten Altersgruppe bis zu mehr als 26 % bei Frauen ≥ 45 Jahre zu. Die Diagnosen basieren bei den älteren Schwangeren vermehrt auf beiden Testverfahren.

Neben der GDM-Diagnose tritt bei 5 956 Frauen im Untersuchungszeitraum erstmals die Diagnose eines manifesten Diabetes auf. Dies entspricht 1,0 % der Studienkohorte. Es ist davon auszugehen, dass es sich hier um Schwangere mit erstmals festgestelltem manifesten Diabetes handelt (gegebenenfalls auch infolge des Screenings). Betrachtet man nur die Frauen mit einer alleinigen GDM-Diagnose, reduziert sich die Gesamtprävalenz des GDM auf 12,2 %.

Weitere 1 831 Schwangere haben einen erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierten manifesten Diabetes ohne zusätzliche GDM-Diagnose, entsprechend 0,3 % der Studienkohorte.

Betrachtet man die Schwangerschaftskohorte unabhängig von einem bereits zuvor diagnostizierten manifesten Diabetes oder GDM, erhalten von 572 554 Schwangeren insgesamt 12 340 (2,2 %) während der Schwangerschaft die Diagnose eines manifesten Diabetes (DM I: n = 4 809; DM II und sonstiger manifester Diabetes: n = 7 531).

Diskussion

Die vorliegende Studie liefert erstmals Ergebnisse zur deutschlandweiten Umsetzung des GDM-Screenings und zur GDM-Prävalenz bei allen gesetzlich Krankenversicherten in der ambulanten Versorgung. Das Screening wird mit einer Rate von mehr als 80 % umfassend umgesetzt. Die verbleibende Anzahl nicht getesteter Frauen erklärt sich aus der Freiwilligkeit des Screenings, das im Sinne einer gemeinsamen Entscheidungsfindung angeboten werden soll. Mehr als drei Viertel aller Schwangeren erhalten den Vortest, wobei nur bei 13 % der Frauen eine weitere Testung mit dem oralen Glukosetoleranztest notwendig ist. Dies entspricht internationalen Ergebnissen zur Umsetzung zweistufiger Testverfahren auf GDM (30). Entsprechend kann man annehmen, dass vielen Frauen durch das zweistufige Screening der aufwendigere und belastendere oGTT erspart bleibt.

Die in der vorliegenden Untersuchung gefundene 1-Jahres-Prävalenz des GDM liegt bei 13,2 %. Bei 1 % der Schwangeren lagen sowohl ein GDM als auch ein manifester Diabetes vor, was darauf hinweist, dass im Rahmen der Abklärung von Screeningergebnissen die manifeste Diabeteserkrankung identifiziert werden konnte. Insgesamt erhielten 13,5 % erstmals in der Schwangerschaft die Diagnose einer diabetogenen Stoffwechsellage (GDM und/oder manifester Diabetes). Die GDM-Prävalenz ist mit 13,2% deutlich höher als die Prävalenzschätzung aus dem Qualitätsbericht Geburtshilfe; hiernach lag die GDM-Prävalenz im Jahr 2015 bei 5 % (22). Die in den geburtshilflichen Kliniken erfasste GDM-Angabe aus dem Mutterpass könnte die tatsächliche Prävalenz unterschätzen, da aufgrund der späten Testung auf GDM möglicherweise nicht sichergestellt ist, dass die Diagnose im Mutterpass ergänzt wurde. Hinzu kommen gegebenenfalls Übertragungsfehler bei Übernahme der Mutterpass-Informationen in die stationäre Dokumentation nach der Entbindung.

Eine aktuelle Untersuchung der Prävalenz in Nordrhein auf Basis ambulanter Abrechnungsdaten, wie sie auch in der vorliegenden Analyse verwendet wurden, ermittelte eine Rate von 6,8 % (23). Die im Vergleich zu den vorliegenden Ergebnissen deutlich niedrigere Prävalenz lässt sich unter anderem durch die dort gewählte Definition der Schwangerschaftskohorte erklären, in der mindestens eine abgerechnete Betreuungspauschale (GOP 01770) als Einschlusskriterium verwendet wurde. Durch dieses Vorgehen gehen auch Schwangere in die Grundgesamtheit ein, die den Screeningzeitraum (6.–7. Schwangerschaftsmonat), zum Beispiel aufgrund von Aborten oder Schwangerschaftsabbrüchen, nicht erreichen, sodass eine Diagnose gemäß Mutterschafts-Richtlinien nicht gestellt werden kann. Gleichzeitig zeigt eine Studie anhand von Leistungsdaten der AOK Berlin eine deutlich höhere Prävalenz zwischen 14 % und 18 %, da hier eine strengere Definition der Grundgesamtheit gewählt wurde (21). Internationale Studien schätzen, dass die Prävalenz in Europa bei 13 % liegt (15).

Das Alter ist ein bedeutender Risikofaktor für den GDM (31). Auch die vorliegenden Analysen zeigen einen deutlichen Anstieg der GDM-Diagnosen mit zunehmendem Alter. Dies spiegelt sich auch in der Umsetzung des Screenings wider: Während jüngere Frauen häufiger nur den Vortest erhalten, und damit der GDM meist ausgeschlossen werden kann, werden mit zunehmendem Alter vermehrt beide Testverfahren angewendet. Dies weist auf einen alterssensitiven Nutzen des zweistufigen Screenings hin.

Stärken und Limitationen

Die Datenbasis der vorliegenden Studie entspricht der Population aller gesetzlich krankenversicherten Schwangeren, die die ambulante Versorgung in Anspruch nehmen, und bildet somit die krankenkassen- und regionenübergreifende Versorgungsrealität hinsichtlich des Leistungs- und Codiergeschehens ab. Bisherige Untersuchungen der GDM-Prävalenz oder Screeningumsetzung in Deutschland waren auf bestimmte Regionen und/oder Krankenkassen beschränkt und haben eine entsprechend eingeschränkte Repräsentativität für die Gesamtpopulation (19, 21, 23).

Des Weiteren beziehen sich die Analysen auf den Zeitraum zwei Jahre nach Einführung des Screenings und ein Jahr nach Einführung der entsprechenden GOP. Somit ist von einer ausreichenden Zeitspanne für die flächendeckende Einführung eines neuen Screenings auszugehen, um dessen Umsetzung abbilden zu können.

Eine Einschränkung der vorliegenden Studie liegt in der begrenzten Aussagefähigkeit von Leistungsdaten, die nicht für Forschungszwecke erfasst werden und mehrere Schwächen aufweisen. So könnten Diagnosen, die ohne entsprechende Testung auftreten, möglicherweise im stationären Setting gestellt worden sein, oder aus vorangegangenen Schwangerschaften, bei denen ein GDM diagnostiziert wurde, übertragen worden sein. Es handelt sich hierbei um Prävalenzschätzungen auf der Grundlage administrativer Daten. Diese administrative Prävalenz stellt abhängig von der Datengrundlage eine mehr oder minder zutreffende Annäherung an die tatsächliche Prävalenz dar.

Zudem sind die Ergebnisse abhängig von der Definition und Auswahl der untersuchten Grundgesamtheit sowie der Operationalisierung des Versorgungsgegenstandes. Hier wurde eine inhaltlich-medizinisch abgeleitete und transparent dargestellte Kohortenbildung angestrebt, um eine möglichst valide Schätzung der Grundgesamtheit von schwangeren Frauen zu erreichen. Durch die Abrechnung der Schwangerschaftspauschale über drei Quartale hinweg sollte sichergestellt werden, dass die Schwangerschaft überhaupt den Zeitpunkt der empfohlenen Screenings erreicht hatte.

Verglichen mit öffentlichen Statistiken zur Anzahl der Lebendgeborenen ergibt sich eine Abdeckung von circa 80 %. Die Differenz von 20% lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass privat Krankenversicherte mit den ausgewerteten Leistungsdaten nicht erfasst wurden. Zusätzlich werden in der vorliegenden Schwangerschaftskohorte diejenigen Frauen nicht erfasst, bei denen ein Namenswechsel während der Schwangerschaft stattfand. Eine hier definierte „andauernde“ Schwangerschaft lag bei 56 % aller schwangeren Frauen vor. Schwangerschaftspauschalen, die über weniger als drei aufeinanderfolgende Quartale abgerechnet wurden (44 %), können auf methodische Gründe (Ausschluss von Schwangeren aufgrund der gewählten Kohortensystematik, Namenswechsel) sowie auf medizinische Gründe (zum Beispiel Aborte, Schwangerschaftsabbrüche, Frühgeburten) zurückgeführt werden. Zudem können Schwangere, die nicht durchgehend im ambulanten deutschen Versorgungssystem betreut werden, über die Leistungsdaten nicht kontinuierlich erfasst werden.

Fazit

Das Screening auf GDM wird zwei Jahre nach Einführung durch den G-BA umfassend umgesetzt. Dies deutet auf eine zunehmende Akzeptanz sowohl bei den schwangeren Frauen als auch bei den Ärzten hin. Insbesondere die relativ geringe Rate der Frauen, bei denen ein oGTT durchgeführt wurde, da ein großer Anteil über den Vortest von einer weiteren Testung ausgeschlossen werden konnte, entspricht dem Ziel eines abgestuften Screenings. Die 1-Jahres-Prävalenz des GDM liegt mit 13,2 % im Bereich aktueller internationaler Schätzungen. Die Validierung der hier verwendeten Kohorte und die altersbasierten Ergebnisse deuten zudem auf eine zuverlässige Annäherung an die wahre Prävalenz hin. Um Folgeschäden für Mutter und Kind zu verhindern, ist die rechtzeitige Erkennung und Behandlung des GDM notwendig. Ob die hohe Prävalenz durch einen Anstieg der Erkrankungsfälle bedingt ist, oder auf eine erhöhte Erkennungsrate zurückzuführen ist, lässt sich jedoch mit den vorliegenden Daten nicht beantworten.

Datenschutz
Die Bestimmungen zum Datenschutz und zur Durchführung der Analysen wurden entsprechend der Leitlinie „Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS)“ eingehalten.

Interessenkonflikt

Die Autorinnen erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 13. 1. 2017, revidierte Fassung angenommen: 31. 3. 2017

Anschrift für die Verfasser
Dr. phil. Hanne Melchior
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Dezernat 7 – Sektorenübergreifende Qualitäts- und Versorgungskonzepte
Abteilung Indikationsbezogene Versorgungskonzepte
Herbert-Lewin-Platz 2,
10623 Berlin
hmelchior@kbv.de

Zitierweise
Melchior H, Kurch-Bek D, Mund M: The prevalence of gestational diabetes—a population-based analysis of a nationwide screening program.
Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 412–8. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0412

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eKasten, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/17m0412 oder über QR-Code

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Kassenärztliche Bundesvereinigung, Dezernat 7 – Sektorenübergreifende Qualitäts- und Versorgungskonzepte, Abteilung Indikationsbezogene Versorgungskonzepte, Berlin: Dr. phil. Melchior, Dr. med. Mund
Kassenärztliche Bundesvereinigung, Stabsstelle Innovation, strategische Analyse und IT-Beratung, Berlin: Diana Kurch-Bek
Der klinische Aspekt
Zusammenfassung einer Auswahl aktueller Studien zur Prävalenz des Gestationsdiabetes mellitus
Zusammenfassung einer Auswahl aktueller Studien zur Prävalenz des Gestationsdiabetes mellitus
eTabelle 1
Zusammenfassung einer Auswahl aktueller Studien zur Prävalenz des Gestationsdiabetes mellitus
Validierung der Schwangerschaftskohorte (2010–2014)
Validierung der Schwangerschaftskohorte (2010–2014)
eTabelle 2
Validierung der Schwangerschaftskohorte (2010–2014)
Schwangerschaftskohorte und öffentliche Geburtenstatistik
Schwangerschaftskohorte und öffentliche Geburtenstatistik
eKasten
Schwangerschaftskohorte und öffentliche Geburtenstatistik
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