ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2017Nachtschichtarbeit und Risiko für Depressionen

MEDIZIN: Originalarbeit

Nachtschichtarbeit und Risiko für Depressionen

Ein systematisches Review

Night work and the risk of depression—a systematic review

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(24): 404-11; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0404

Angerer, Peter; Schmook, Renate; Elfantel, Irina; Li, Jian

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Schichtarbeit mit Arbeit in der Nacht interferiert mit dem zirkadianen chronobiologischen Rhythmus, führt zu Schlafstörungen, Müdigkeit sowie beeinträchtigtem Wohlbefinden und erhöht das Risiko schwerer Erkrankungen. Ob Schichtarbeit das Risiko für Depressionen erhöht, ist unzureichend untersucht.

Methode: Es wurde eine systematische, inhaltlich weit gefasste Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed, Scopus, PsycINFO sowie PSYNDEX und dem Suchportal Medpilot zu Schichtarbeit und psychischen Erkrankungen durchgeführt.

Ergebnisse: Unter 5 682 Treffern wurden mithilfe von definierten Selektionskriterien 11 qualitativ hochwertige Studien mit longitudinalem Design zum Zusammenhang von Schichtarbeit mit Nachtschicht und depressiven Erkrankungen ausgewählt sowie ausgewertet. 3 von 4 Studien zu Berufen im Gesundheitswesen, fast ausschließlich Pflegepersonal, zeigen innerhalb von 2 Jahren keinen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit mit Nachtarbeit und Depression. Hingegen finden sich in 5 Arbeiten zu Beschäftigten verschiedener Branchen außerhalb des Gesundheitswesens mit mehrjährigen Beobachtungszeiten Hinweise auf ein erhöhtes Risiko nach mehreren Jahren Schichtarbeit, jedoch ohne einheitliches Muster. Eine ergänzende metaanalytische Auswertung von 5 der Studien weist ebenfalls auf ein um 42 % erhöhtes Risiko unter Schichtarbeit hin (95-%-Konfidenzintervall: [0,92; 2,19]). Gesundheitsschädliche psychosoziale Arbeitsbedingungen erklären einen Teil der Zusammenhänge.

Schlussfolgerungen: Auch wenn die Befunde auf ein erhöhtes Depressionsrisiko durch Schichtarbeit mit Nachtschichten zumindest außerhalb des Gesundheitswesens hinweisen, ist die Evidenz zu schwach für einen generellen medizinischen Rat gegen Schichtarbeit bei Beschäftigten mit depressiven Erkrankungen. Angemessen erscheint ein individuelles Vorgehen mit engmaschiger ärztlicher Unterstützung und die Berücksichtigung belastender psychosozialer Faktoren, die mit der Schichtarbeit verbunden sind.

LNSLNS

Rund 14 % der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten mindestens gelegentlich nachts, das heißt zwischen 23:00 und 6:00 Uhr, und 15 % in Wechselschicht, zum Beispiel in Frühschicht und Spätschicht oder in Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht (1). Schichtarbeit geht kurzfristig mit einer erhöhten körperlichen sowie psychischen Beanspruchung einher und erhöht langfristig das Risiko für gravierende Erkrankungen. Auch wenn die wissenschaftliche Diskussion, insbesondere bezüglich der Krebserkrankungen, noch nicht zu einem endgültigen Schluss gekommen ist, zeigen aktuelle Metaanalysen ein erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit (relatives Risiko: 1,23; 95-%-Konfidenzintervall: [1,15; 1,31]) (2), Diabetes mellitus (Odds Ratio: 1,09; [1,05; 1,12]) (3) beziehungsweise das metabolische Syndrom (relatives Risiko: 1,57; [1,24; 1,98]) (4) und für Krebserkrankungen (5), insbesondere Brustkrebs (relatives Risiko: 1,19; [1,05; 1,35] beziehungsweise relatives Risiko: 1,089; [1,016; 1,166]) (6, 7).

Schichtbeschäftigte arbeiten und schlafen zeitversetzt zu ihrem endogenen zirkadianen Rhythmus, sodass biologische und soziale Zeit nicht übereinstimmen. Im Prinzip entspricht dies einem schnellen Reisen durch die Zeitzonen und wird daher auch als sozialer Jetlag bezeichnet (e1). Die endogene zirkadiane Rhythmik bestimmt Schlafbedürfnis und Wachheit, Körpertemperatur, Herzfrequenz, Blutdruck sowie Hormonkonzentrationen, vor allem Cortisol oder Melatonin (e2). Exogene Einflüsse, sogenannte Zeitgeber, wie Licht im Hell-Dunkel-Rhythmus eines 24-Stunden-Tages synchronisieren den endogenen zirkadianen Rhythmus mit dem astronomischen Sonnentag (e3). Eine willkürliche Phasenverschiebung von Wachen und Schlafen durch Schichtarbeit beeinflusst zwar den endogenen chronobiologischen Rhythmus, die äußeren Zeitgeber dominieren jedoch. So gelingt in der Regel die chronobiologische Anpassung an den Schlaf-Wach-Rhythmus bei Nachtschichtarbeit nur unzureichend (e4, e5). Die Melatoninsekretion über den 24-Stunden-Tag insgesamt wird durch Lichtexposition in der Nacht reduziert, was auch für das Brustkrebsrisiko eine Rolle spielt (5) (e6). Bei arteriosklerotischen Erkrankungen wie der koronaren Herzkrankheit wird einer gestörten Cortisol-Regulation eine wichtige Rolle zugeschrieben (e7). Als weitere Folge des gestörten zirkadianen Rhythmus kann eine Verkürzung der durchschnittlichen Schlafzeit von einer Stunde und mehr, vor allem bei Nachtschichten, in geringerem Ausmaß auch bei Frühschichten (e8), sympathikotone Aktivität und systemische Entzündungsvorgänge verstärken (e9). Unabhängig von den biologischen Wirkungen sind mit Schichtarbeit häufig psychosoziale Belastungen (e10) oder ein ungesünderes Verhalten (e11, e12) assoziiert.

Die aktuellste Übersicht zu den Auswirkungen von Schichtarbeit auf psychische Gesundheit und affektive Symptomatik ist ein sogenanntes Scoping Review der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (8), das auf Reviews und Originalarbeiten, darunter vor allem Querschnittstudien, basiert. Die Autoren des Scoping Review kommen zu dem Schluss, dass eine uneinheitliche Befundlage, insbesondere in Bezug auf Wechselschicht, besteht. Laut der Übersicht scheint Nachtarbeit tendenziell mit negativen Folgen für die psychische Gesundheit, die sich vor allem als akute und chronische Erschöpfung äußern, assoziiert zu sein (8). Auch wenn offensichtliche Zusammenhänge zwischen einer gestörten Chronobiologie und psychischen Erkrankungen bestehen (9), bleibt bisher unklar, welche Auswirkung Schichtarbeit mit Nachtschichten auf die Entstehung beziehungsweise Verschlimmerung definierter psychischer Erkrankungen, insbesondere Depressionen, hat.

Dieses systematische Review konzentriert sich daher auf die Frage, wie Schichtarbeit das Auftreten und den Verlauf von Depressionen beeinflusst. Es stützt sich dabei auf prospektive Studien, da nur diese erlauben, Aussagen über mögliche Ursachen und Wirkungen zu treffen.

Methode

Literatursuche und -auswahl

Da sowohl die medizinische als auch die psychologische Literatur berücksichtigt werden sollte, wurde die Literaturrecherche mithilfe der Datenbanken PubMed, Scopus, PsycINFO sowie PSYNDEX und dem Suchportal Medpilot im Oktober 2015 durchgeführt. Dabei erfolgte keine zeitliche Beschränkung des Publikationsjahres. Begriffe wie „burnout“, „common mental disorders“ und „mental illness“ in Zusammenhang mit Schichtarbeit wurden eingeschlossen. Insgesamt wurden 5 682 Treffer erzielt (eTabelle 1). Anhand der Überschriften und gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Abstracts wurden die Treffer nach folgenden Kriterien selektiert:

  • Population: berufstätige Personen
  • Exposition: Schichtarbeit mit Nachtarbeit zwischen 23:00 und 6:00 Uhr
  • Vergleichsgruppe: Beschäftigte in Tagarbeit beziehungsweise mit unterschiedlicher Häufigkeit von Nachtschichten
  • Zielgröße: Depression, gemessen mit valider Methodik, oder valider anderer Indikator für eine depressive Erkrankung (eTabelle 1).

Nicht eingeschlossen wurden ferner Studien, in denen Schichtarbeit untrennbar an andere gesundheitsschädlich Arbeitsbedingungen gekoppelt waren, Untersuchungen mit mehreren psychischen Erkrankungen als Zielgröße, von denen sich eine depressive Störung nicht klar abgrenzen ließ, oder Arbeiten mit einer fehlenden statistischen Analyse zum Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Depression. Die Auswahl wurde jeweils von zwei der Autoren vorgenommen.

Die Literaturverzeichnisse der nach mehreren Auswahlschritten verbleibenden 35 Originalarbeiten, des Scoping Reviews (8) und der 3 einschlägigen früheren Reviews zu Schichtarbeit sowie affektiven Störungen (1012) wurden auf weitere Studien durchgesehen. Von den 47 geeigneten Volltexten konnten 11 Originalarbeiten eingeschlossen werden (Grafik). Die Daten wurden unabhängig von 2 Autoren nach festgelegtem Auswertungsplan (Tabelle 1, Langfassung in eTabelle 2) extrahiert und in die Tabelle 1 überführt. Eine Untergruppenanalyse war a priori nicht vorgesehen. Mehrfache Auswertungen beziehungsweise Publikationen basierend auf derselben Kohorte, aber zu verschiedenen Teilaspekten, wurden aufgenommen (Tabelle 1, Langfassung in eTabelle 2), aber nur einfach in der Bewertung berücksichtigt. Nach vorgegebenen Kriterien der Quality In Prognosis Studies(QUIPS)-Checkliste und entsprechend publizierten Maßstäben (13, 14), die bereits in Reviews zu Schichtarbeit für andere Endpunkte Anwendung fanden (15), wurden die Studien hinsichtlich ihres Verzerrungsrisikos beurteilt. Wie empfohlen (14), wurde auf einen Score verzichtet (Tabelle 2).

Ergänzend wurden 5 der Studien, von denen die erforderlichen Informationen vorliegen (Tabelle 1, Langfassung in eTabelle 2), in einer Metaanalyse zusammengefasst (eKasten, eGrafik).

Ergebnisse

Insgesamt 11 Publikationen basierend auf 9 prospektiven Studien erfüllten die Einschlusskriterien für diesen Review.

Da in die Analyse eingeschlossene Studien heterogen bezüglich Land, Berufsgruppe, Fallzahl, Länge des Follow-ups und Adjustierung potenzieller Störgrößen sind (Tabelle 1, Langfassung in eTabelle 2), ergaben sich auch entsprechend heterogene Resultate.

5 Publikationen finden – zumindest in definierten Untergruppen – einen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und der Zunahme depressiver Symptomatik beziehungsweise dem Auftreten von Depressionen während der Beobachtungszeit (1620). 3 Untersuchungen (2123) weisen keinen Zusammenhang nach. Dabei wurde aus 3 Publikationen, basierend auf derselben Kohorte norwegischer Pflegekräfte, stellvertretend hier nur die mit dem längsten Follow-up berücksichtigt (21). Die anderen beiden Studien (24, 25) stimmen mit diesem Ergebnis überein. Eine weitere Studie berichtet einen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und verringerter depressiver Symptomatik in der Subgruppe, die eine erhöhte Autonomie bei der Arbeitszeitplanung angab (26).

Zusammengefasst nach untersuchter Population und Länge der Nachbeobachtungszeit kommen Studien, die Pflegekräfte oder verwandte Berufsgruppen über maximal 2 Jahre untersuchten, überwiegend zu dem Ergebnis, dass zwischen Schichtarbeit und Depression kein oder tendenziell ein günstiger Zusammenhang besteht (21, 22, 26). Eine Ausnahme macht die älteste Studie mit der kleinsten Fallzahl, die in einem quasi-experimentellen Design eine Zunahme depressiver Symptome nachweist (16). Dagegen finden sich in Studien, die große Stichproben einer mehr oder weniger unselektierten Bevölkerung verfolgen und Nachbeobachtungszeiten zwischen 4 sowie 10 Jahren aufweisen, in der einen oder anderen Subgruppe von Schichtarbeitern Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Depressionen: Der Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Depressionsrisiko gilt in einem Fall nur für Frauen. Bei Männern führt Adjustierung für psychosoziale Arbeitsbedingungen zum Verschwinden des Zusammenhangs (17). In einem anderen Fall gilt die Assoziation von Schichtarbeit und Depression nur für Männer in Nachtschicht und für Frauen in Wechselschicht (18), nur für Angestellte („white collar“), aber nicht für Arbeiter („blue collar“) (19) oder geht nach Adjustierung für psychosoziale Arbeitsbedingungen komplett verloren (20). Die ergänzende metaaanalytische Auswertung weist ebenfalls auf ein erhöhtes Risiko hin (Risikoschätzer 1,42; [0,92; 2,42]) (eGrafik).

Schicht- und Tagarbeiter in diesen Studien unterschieden sich in einer Reihe von Merkmalen, die nur zum Teil explizit gezeigt werden: Statistisch signifikante Unterschiede betreffen vor allem das Alter (20, 22, 23), das Geschlecht (20, 26), die schulische und berufliche Ausbildung (23, 27), die wöchentliche Arbeitszeit (23, 26), die familiäre Situation (22, 26), das psychische Wohlbefinden zum Ausgangszeitpunkt (20, 26) und die psychosozialen Arbeitsbedingungen (20, 25, 26) beziehungsweise die berufliche Position (23). Unterschiede in den genannten Merkmalen, die selbst einen Einfluss auf die psychische Gesundheit haben und damit zu Verzerrung führen können, wurden in allen Studien jedoch statistisch berücksichtigt, das heißt adjustiert (Tabelle 1, Langfassung in eTabelle 2).

Mehrere Studien untersuchten den Einfluss von Unterschieden in sehr verschiedenen psychosozialen Arbeitsmerkmalen auf den Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und depressiven Störungen. In 3 Studien änderten sich die Ergebnisse hinsichtlich des Einflusses von Schichtarbeit auf Depressionen nach Berücksichtigung psychosozialer Arbeitsmerkmale nicht (16, 19, 25). Dagegen änderte sich in 3 Studien der Zusammenhang, als folgende Arbeitsbedingungen einbezogen wurden (17, 20, 26): Handlungsspielraum, soziale Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen, Arbeitsanforderungen, beruflicher Stolz sowie Einfluss auf die Arbeitszeiten.

Ob eine Selektion durch das Ausscheiden empfindlicher oder kranker Beschäftigter aus der Schichtarbeit dazu geführt haben könnte, dass zwischen Schicht- und Tagarbeitenden keine Unterschiede gefunden wurden, im Sinne eines sogenannten „healthy worker effects“, wurde in keiner der Studien untersucht. Hinweise auf eine Selektion finden sich in der Studie von Thun et al. (21), denn hier verbesserte sich die depressive Stimmung bei Personen, die im Verlauf der Beobachtung aus der Nachtschicht in die Tagschicht wechselten. Driesen et al. (20) zeigen, dass eine depressive Stimmung die Wahrscheinlichkeit erhöht, von der Nachtschicht in die Tagschicht zu wechseln. In einer Sensitivitätsanalyse schlussfolgern Norder et al. (23), dass sich die Ergebnisse nicht ändern, wenn nur die Personen berücksichtigt werden, die während der Beobachtung ihren Schichtplan nicht gewechselt haben.

Diskussion

Nach unserem Kenntnisstand haben wir das erste systematische Review über den Zusammenhang zwischen Schichtarbeit mit Nachtschicht und Depressionen, der Gruppe psychischer Erkrankungen, die am Arbeitsplatz eine dominante Rolle spielt, verfasst (28). Die in diesem Review ausgewerteten, ausschließlich prospektiven Untersuchungen liefern Hinweise sowohl für ein erhöhtes Depressionsrisiko unter Schichtarbeit als auch gegen einen solchen Zusammenhang. Dabei lassen sich Muster in den Zusammenhängen erkennen.

Das Fehlen einer Assoziation im Pflegeberuf stützt sich im Wesentlichen auf 2 Untersuchungen aus Norwegen (21, 24, 25) und aus Dänemark (26). Es lässt sich spekulieren, dass günstige Arbeitsbedingungen in diesen Ländern, beispielsweise die Einflussmöglichkeiten auf den eigenen Schichtplan (26), einen schädlichen Einfluss von Schichtarbeit reduzieren. Möglicherweise spielen im Pflegedienst auch andere psychosoziale Faktoren eine dominierende Rolle, überdecken den Effekt der Schichtarbeit und erklären die – im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöhte – Krankheitslast für Depressionen in dieser Berufsgruppe (29). Schließlich steigert Schichtarbeit möglicherweise das Depressionsrisiko erst nach mehreren Jahren.

Untersuchungen, die ihre Stichprobe aus der gesamten Bevölkerung und damit aus verschiedensten Berufen bezogen, fanden dagegen über eine lange Beobachtungszeit von mehr als 4 Jahren in Untergruppen ein erhöhtes Risiko für depressive Störungen (1720). Diese Studien umfassen Beschäftigte, die sich hinsichtlich Land und Kultur, Ausbildung und Beruf, psychosozialer Arbeitsbedingungen, des sozioökonomischen Status und weiterer Merkmale, die auf unterschiedliche Weise das Risiko für depressive Störungen beeinflussen, unterscheiden. Wenn dennoch übereinstimmend, obgleich in verschiedenen Subgruppen und bei unterschiedlicher Definition der Exposition, ein Einfluss von Schichtarbeit auf Depressionen gefunden wird, verstärkt sich die Annahme eines Zusammenhangs. Die Ergebnisse der ergänzenden Metaanalyse bestätigen im Wesentlichen den Schluss aus dem systematischen Review: Die prospektiven, qualitativ guten Studien deuten in allen Berufsgruppen darauf hin, dass Schichtarbeit mit Nachtarbeit das Risiko für Depressionen erhöhen kann. Statistisch lassen sich diese Hinweise aber nicht absichern. Die kleine Anzahl, aber große Heterogenität der metaanalytisch auswertbaren Arbeiten in Bezug auf Fallzahl, Länge des Beobachtungszeitraums, Beruf, Land und Messung der Endpunkte begrenzt dabei die Aussagekraft der Metaanalyse.

Ein fehlender Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Depression könnte möglicherweise durch den Wechsel Erkrankter aus der Schicht- in die Tagarbeit erklärt werden („healthy worker effect“). Erschöpfung, Erholungsbedürfnis, Schlafstörungen, ein insgesamt schlechter Gesundheitszustand oder auch Konflikte zwischen beruflichen und privaten Verpflichtungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels in die Tagschicht (30). Beschäftigte reagieren auf die beginnende Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit, indem sie die Schichtarbeit verlassen (31).

Die Beobachtung, dass Zusammenhänge in 2 von 4 Studien (17, 20) nach Adjustierung für psychosoziale Arbeitsbedingungen nach dem Anforderungs-Kontroll-Unterstützungsmodell (Arbeitsstress) nicht mehr nachweisbar waren, spricht dafür, dass der Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Depression zumindest zu einem Teil Unterschiede im Arbeitsstress zwischen Schicht und Nichtschichtarbeit und nur zu einem anderen Teil über die chronobiologische Beanspruchung durch Arbeit gegen die innere Uhr vermittelt wird. Unterschiede in den psychosozialen Arbeitsbedingungen zwischen Schicht- und Tagarbeitern lassen sich auch dort zeigen, wo kein Zusammenhang mit Depressionen gefunden wurde (23). Dass psychosoziale Arbeitsbedingungen das Risiko für depressive Störungen mitbestimmen, steht mittlerweile außer Frage (32, 33). Das würde praktisch den Fokus der Prävention von der Nachtschichtarbeit oder der Schichtplangestaltung zu solchen psychosozialen Arbeitsbedingungen, die typischerweise Nachtschichtarbeit von Tagarbeit ungünstig unterscheiden, verschieben. Dazu gehören zum Beispiel verminderte soziale Unterstützung durch Vorgesetzte (20, 26, 34), niedriger Entscheidungsspielraum und geringe Kontrolle über die Arbeit (34, 35), vermehrte Konflikte bei der Arbeit (35) sowie erhöhte Gewalterfahrungen (34).

Wenig Zweifel besteht darin, dass Schichtarbeit kurzfristig affektive Auswirkungen wie gedrückte Stimmung, die depressiven Symptomen gleichen, haben kann. Dennoch liegt keine Evidenz vor, dass diese akuten Beschwerden auf längere Sicht das Risiko für die Entwicklung einer krankheitswertigen depressiven Störung erhöhen (10). Um zumindest plausibel zu erklären, wie Schichtarbeit Depressionen verursachen könnte, müssen die direkten Auswirkungen einer Störung des chronobiologischen Rhythmus betrachtet werden: die Verkürzung der Schlafzeit (36, 37, e8), verminderte Empfindlichkeit der Cortisolrezeptoren in der Peripherie und funktioneller Hypercortisolismus (38, 39) oder verminderte Melatonin-Sekretion (40).

Neben dem bereits erwähnten Scoping Review (8) schlossen alle uns bekannten früheren Reviews vor allem Querschnittstudien ein, aber nur einzelne der hier ausgewerteten 11 echten Längsschnittstudien. Überwiegend ließ sich eine Assoziation zwischen Nachschichtarbeit und Erschöpfung, Schlafstörungen sowie reduziertem Wohlbefinden zeigen (11, 12). Für die Assoziation zwischen Nachtschichtarbeit und psychischen Erkrankungen, insbesondere Depressionen, kommen Tucker und Knowles zu dem Schluss, dass die Hypothese eines Zusammenhangs zumindest unterstützt wird (10). Vogel et al. werten die Studienlage als Fehlen eines soliden Belegs für den Zusammenhang (12), weisen aber auch auf die Rolle psychosozialer Faktoren hin (12).

Der Interpretation unserer Ergebnisse ist dadurch Grenzen gesetzt, dass trotz umfassender Literatursuche nur eine sehr begrenzte Anzahl an verwertbaren Studien vorliegt. Da Zusammenhänge nur in unterschiedlichen, nicht vergleichbaren Subgruppen gefunden wurden, war eine Metaanalyse nur eingeschränkt aussagekräftig. Ebenso erschien die quantitative Wertung der Evidenz über ein Scoresystem nicht sinnvoll (15), was darüber hinaus nach den QUIPS-Kriterien auch nicht empfohlen wird (14). Eine Übertragung der Ergebnisse auf andere psychiatrische Erkrankungen ist nicht möglich. Würden die Ergebnisse auf andere Schichtsysteme ohne Nachtarbeit übertragen werden, wäre tendenziell eine schwächere Wirkung anzunehmen.

Resümee

Auch nach Jahrzehnten der Erforschung gesundheitlicher Auswirkungen von Schichtarbeit bleibt unklar, ob Schichtarbeit, in ihrer chronobiologisch stärksten Form mit Arbeit in der Nacht, das Risiko für die Entstehung oder Verschlimmerung einer Depression erhöhen kann. Während Untersuchungen an Pflegekräften den Zusammenhang nicht bestätigen, liegen in der berufstätigen Bevölkerung allgemein mehrere Befunde aus qualitativ hochwertigen Studien, die Zusammenhänge nahelegen, vor. Die Uneinheitlichkeit der Befunde zu spezifischen Gruppen und Umständen, unter denen sich das Risiko erhöht, lässt aber eine abschließende Aussage nicht zu. Offensichtlich spielen gesundheitsschädliche psychosoziale Arbeitsbedingungen, die im Vergleich zu Tagarbeitenden bei Schichtarbeitenden qualitativ und quantitativ in unterschiedlicher Ausprägung vorkommen, eine vermittelnde Rolle neben den unmittelbaren Auswirkungen des gestörten chronobiologischen Rhythmus auf Schlaf, Hormonregulation und viele andere biologische Funktionen. Ein genereller ärzticher Rat gegen Schichtarbeit bei Menschen mit erhöhtem Depressionsrisiko oder nach einer Depression scheint nicht gerechtfertigt. Stattdessen kann ein stark individuelles Vorgehen sinnvoll sein, wobei arbeitsbezogene Beschwerden engmaschig beobachtet und psychisch belastende psychosoziale Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden. Ein weiterer Erkenntnisfortschritt ist am ehesten über große Kohortenstudien zu erreichen, in denen Schichtsysteme, Arbeitsbedingungen, individuelle Merkmale sowie Erkrankung differenziert und valide erfasst werden.

Danksagung
Wir danken Herrn Prof. Dr. Bernd Richter, Cochrane Metabolic and Endocrine Disorders Group, am Institut für Allgemeinmedizin, Centre for Health and Society, Universität Düsseldorf, für die kritische Durchsicht des Manuskripts.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 10. 9. 2016, revidierte Fassung angenommen: 15. 3. 2017

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Peter Angerer
Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Centre for Health and Society
Medizinische Fakultät
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
peter.angerer@uni-duesseldorf.de

Zitierweise
Angerer P, Schmook R, Elfantel I, Li J: Night work and the risk of depression—a systematic review. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 404–11. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0404

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit2417 oder über QR-Code

eTabellen, eGrafik, eKasten:
www.aerzteblatt.de/17m0404 oder über QR-Code

1.
Destatis: Microzensus 2013. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Beruf, Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen in Deutschland. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt 2014.
2.
Vyas MV, Garg AX, Iansavichus AV, et al.: Shift work and vascular events: systematic review and meta-analysis. BMJ 2012; 345: e4800 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Gan Y, Yang C, Tong X, et al.: Shift work and diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies. Occup Environ Med 2015; 72: 72–8 CrossRef MEDLINE
4.
Wang F, Zhang L, Zhang Y, et al.: Meta-analysis on night shift work and risk of metabolic syndrome. Obes Rev 2014; 15: 709–20 CrossRef MEDLINE
5.
Straif K, Baan R, Grosse Y, et al.: Carcinogenicity of shift-work, painting, and fire-fighting. Lancet Oncol 2007; 8: 1065–6 CrossRef
6.
Wang F, Yeung KL, Chan WC, et al.: A meta-analysis on dose-response relationship between night shift work and the risk of breast cancer. ESMO 2013; 24: 2724–32 CrossRef
7.
Lin X, Chen W, Wei F, Ying M, Wei W, Xie X: Night-shift work increases morbidity of breast cancer and all-cause mortality: a meta-analysis of 16 prospective cohort studies. Sleep Med Res 2015; 16: 1381–7 CrossRef MEDLINE
8.
Amlinger-Chatterjee M: Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt. Atypische Arbeitszeiten. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016.
9.
McClung CA: How might circadian rhythms control mood? Let me count the ways. Biol Psychiatry 2013; 74: 242–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
10.
Tucker P, Knowles SR: Review of studies that have used the Standard Shiftwork Index: evidence for the underlying model of shiftwork and health. Appl Ergon 2008; 39: 550–64 CrossRef MEDLINE
11.
de Cordova PB, Phibbs CS, Bartel AP, Stone PW: Twenty-four/seven: a mixed-method systematic review of the off-shift literature. J Adv Nurs 2012; 68: 1454–68 CrossRef
12.
Vogel M, Braungardt T, Meyer W, Schneider W: The effects of shift work on physical and mental health. J Neural Transm (Vienna) 2012; 119: 1121–32 CrossRef MEDLINE
13.
Hayden JA, Cote P, Bombardier C: Evaluation of the quality of prognosis studies in systematic reviews. Ann Intern Med 2006; 144: 427–37 CrossRef
14.
Hayden JA, van der Windt DA, Cartwright JL, Cote P, Bombardier C: Assessing bias in studies of prognostic factors. Ann Intern Med 2013; 158: 280–6 CrossRef MEDLINE
15.
Proper KI, van de Langenberg D, Rodenburg W, et al.: The relationship between shift work and metabolic risk factors: a systematic review of longitudinal studies. Am J Prev Med 2016; 50: e147–57 CrossRef MEDLINE
16.
Bohle P, Tilley AJ: The impact of night work on psychological well-being. Ergonomics 1989; 32: 1089–99 CrossRef MEDLINE
17.
Bildt C, Michelsen H: Gender differences in the effects from working conditions on mental health: a 4-year follow-up. Int Arch Occup Environ Health 2002; 75: 252–8 CrossRef MEDLINE
18.
Bara AC, Arber S: Working shifts and mental health—findings from the British Household Panel Survey (1995–2005). Scand J Work Environ Health 2009; 35: 361–7 CrossRef
19.
d‘Errico A, Cardano M, Landriscina T, et al.: Workplace stress and prescription of antidepressant medications: a prospective study on a sample of Italian workers. Int Arch Occup Environ Health 2011; 84: 413–24 CrossRef MEDLINE
20.
Driesen K, Jansen NW, van Amelsvoort LG, Kant I: The mutual relationship between shift work and depressive complaints—a prospective cohort study. Scand J Work Environ Health 2011; 37: 402–10 CrossRef MEDLINE
21.
Thun E, Bjorvatn B, Torsheim T, Moen BE, Mageroy N, Pallesen S: Night work and symptoms of anxiety and depression among nurses: a longitudinal study. Work & Stress 2014; 28: 376–86 CrossRef
22.
Lin PC, Chen CH, Pan SM, et al.: Atypical work schedules are associated with poor sleep quality and mental health in Taiwan female nurses. Int Arch Occup Environ Health 2012; 85: 877–84 CrossRef MEDLINE
23.
Norder G, Roelen CA, Bultmann U, van der Klink JJ: Shift work and mental health sickness absence: a 10-year observational cohort study among male production workers. Scand J Work Environ Health 2015; 41:
413–6 CrossRef MEDLINE
24.
Flo E, Pallesen S, Moen BE, Waage S, Bjorvatn B: Short rest periods between work shifts predict sleep and health problems in nurses at 1-year follow-up. Occup Environ Med 2014; 71: 555–61 CrossRef MEDLINE
25.
Berthelsen M, Pallesen S, Mageroy N, et al.: Effects of psychological and social factors in shiftwork on symptoms of anxiety and depression in nurses: a 1-year follow-up. J Occup Env Med 2015; 57: 1127–37 CrossRef MEDLINE
26.
Nabe-Nielsen K, Garde AH, Albertsen K, Diderichsen F: The moderating effect of work-time influence on the effect of shift work: a prospective cohort study. Int Arch Occup Environ Health 2011; 84: 551–9 CrossRef MEDLINE
27.
Ozdemir PG, Selvi Y, Ozkol H, et al.: The influence of shift work on cognitive functions and oxidative stress. Psychiatry Res 2013; 210: 1219–25 CrossRef MEDLINE
28.
Joyce S, Modini M, Christensen H, et al.: Workplace interventions for common mental disorders: a systematic meta-review. Psychol Med 2016; 46: 683–97 CrossRef MEDLINE
29.
Wieclaw J, Agerbo E, Mortensen PB, Bonde JP: Risk of affective and stress related disorders among employees in human service professions. J Occup Env Med 2006; 63: 314–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
30.
van Amelsvoort LG, Jansen NW, Swaen GM, van den Brandt PA, Kant I: Direction of shift rotation among three-shift workers in relation to psychological health and work-family conflict. Scand J Work Environ Health 2004; 30: 149–56 CrossRef
31.
de Raeve L, Kant I, Jansen NW, Vasse RM, van den Brandt PA: Changes in mental health as a predictor of changes in working time arrangements and occupational mobility: results from a prospective cohort study. J Psychosom Res 2009; 66: 137–45 CrossRef MEDLINE
32.
Stansfeld S, Candy B: Psychosocial work environment and mental health—a meta-analytic review. Scand J Work Environ Health 2006; 32: 443–62 CrossRef
33.
Theorell T, Hammarstrom A, Aronsson G, et al.: A systematic review including meta-analysis of work environment and depressive symptoms. BMC Public Health 2015; 15: 738 CrossRef MEDLINE PubMed Central
34.
Nabe-Nielsen K, Tuchsen F, Christensen KB, Garde AH, Diderichsen F: Differences between day and nonday workers in exposure to physical and psychosocial work factors in the Danish eldercare sector. Scand J Work Environ Health 2009; 35: 48–55 CrossRef
35.
Boggild H, Burr H, Tuchsen F, Jeppesen HJ: Work environment of Danish shift and day workers. Scand J Work Environ Health 2001; 27: 97–105 CrossRef
36.
Harma M: Workhours in relation to work stress, recovery and health. Scand J Work Environ Health 2006; 32: 502–14 CrossRef
37.
Sallinen M, Kecklund G: Shift work, sleep, and sleepiness—differences between shift schedules and systems. Scand J Work Environ Health 2010; 36: 121–33 CrossRef
38.
Kino T, Chrousos GP: Acetylation-mediated epigenetic regulation of glucocorticoid receptor activity: circadian rhythm-associated alterations of glucocorticoid actions in target tissues. Mol Cell Endocrinol 2011; 336: 23–30 CrossRef MEDLINE PubMed Central
39.
Pariante CM: Risk factors for development of depression and psychosis. Glucocorticoid receptors and pituitary implications for treatment with antidepressant and glucocorticoids. Ann N Y Acad Sci 2009; 1179: 144–52 CrossRef MEDLINE PubMed Central
40.
Rahman SA, Marcu S, Kayumov L, Shapiro CM: Altered sleep architecture and higher incidence of subsyndromal depression in low endogenous melatonin secretors. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 2010; 260: 327–35 CrossRef MEDLINE
e1.
Roenneberg T, Kantermann T, Juda M, Vetter C, Allebrandt KV: Light and the human circadian clock. In: Pertwee R (ed.): Handbook of experimental pharmacology. Berlin, Heidelberg, New York: Springer-Verlag 2013: 311–31.
e2.
Boivin DB, Boudreau P: Impacts of shift work on sleep and circadian rhythms. Pathol Biol 2014; 62: 292–301 CrossRef MEDLINE
e3.
Richardson GS: The human circadian system in normal and disordered sleep. J Clin Psychiatry 2005; 66: 3–9.
e4.
Knauth P: Schichtarbeit. In: Letzel S, Nowak D (eds.): Handbuch der Arbeitsmedizin. München: Ecomed 2007; B-IV-2.
e5.
Tucker P, Brown M, Dahlgren A, et al.: The impact of junior doctors‘ worktime arrangements on their fatigue and well-being. Scand J Work Environ Health 2010; 36: 458–65 CrossRef MEDLINE
e6.
Hill SM, Belancio VP, Dauchy RT, et al.: Melatonin: an inhibitor of breast cancer. Endocr Relat Cancer 2015; 22: R183–204.
e7.
Nijm J, Jonasson L: Inflammation and cortisol response in coronary artery disease. Ann Med 2009; 41: 224–33 CrossRef MEDLINE
e8.
Pilcher JJ, Lambert BJ, Huffcutt AI: Differential effects of permanent and rotating shifts on self-report sleep length: a meta-analytic review. Sleep 2000; 23: 155–63 MEDLINE
e9.
Wolk R, Gami AS, Garcia-Touchard A, Somers VK: Sleep and cardiovascular disease. Curr Probl Cardiol 2005; 30: 625–62 CrossRef MEDLINE
e10.
Peter R, Alfredsson L, Knutsson A, Siegrist J, Westerholm P: Does a stressful psychosocial work environment mediate the effects of shift work on cardiovascular risk factors? Scand J Work Environ Health 1999; 25: 376–81 CrossRef MEDLINE
e11.
Ramin C, Devore EE, Wang W, Pierre-Paul J, Wegrzyn LR, Schernhammer ES: Night shift work at specific age ranges and chronic disease risk factors. Occup Environ Med 2015; 72: 100–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e12.
Nea FM, Kearney J, Livingstone MB, Pourshahidi LK, Corish CA: Dietary and lifestyle habits and the associated health risks in shift workers. Nutr Res Rev 2015; 28: 143–66 CrossRef MEDLINE
e13.
Hedges LV, Vevea JL: Fixed- and random-effects models in meta-analysis. Psychol Methods 1998; 3: 486–504 CrossRef
e14.
Higgins JPT, Thompson SG, Deeks JJ, Altman DG: Measuring inconsistency in meta-analyses. BMJ 2003; 327: 557–60 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e15.
Begg CB, Mazumdar M: Operating characteristics of a rank correlation test for publication bias. Biometrics 1994; 50: 1088–101 CrossRef
e16.
Sterne J: Meta-analysis in STATA: an updated collection from the Stata Journal. USA: Stata Press 2009; 1–259.
Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Centre for Health and Society,
Medizinische Fakultät Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Prof. Dr. med. Angerer, Dr. phil. Schmook,
Irina Elfantel, Dr. rer. sec. Li, MD, MPH, PhD
1.Destatis: Microzensus 2013. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Beruf, Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen in Deutschland. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt 2014.
2. Vyas MV, Garg AX, Iansavichus AV, et al.: Shift work and vascular events: systematic review and meta-analysis. BMJ 2012; 345: e4800 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Gan Y, Yang C, Tong X, et al.: Shift work and diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies. Occup Environ Med 2015; 72: 72–8 CrossRef MEDLINE
4.Wang F, Zhang L, Zhang Y, et al.: Meta-analysis on night shift work and risk of metabolic syndrome. Obes Rev 2014; 15: 709–20 CrossRef MEDLINE
5. Straif K, Baan R, Grosse Y, et al.: Carcinogenicity of shift-work, painting, and fire-fighting. Lancet Oncol 2007; 8: 1065–6 CrossRef
6.Wang F, Yeung KL, Chan WC, et al.: A meta-analysis on dose-response relationship between night shift work and the risk of breast cancer. ESMO 2013; 24: 2724–32 CrossRef
7. Lin X, Chen W, Wei F, Ying M, Wei W, Xie X: Night-shift work increases morbidity of breast cancer and all-cause mortality: a meta-analysis of 16 prospective cohort studies. Sleep Med Res 2015; 16: 1381–7 CrossRef MEDLINE
8.Amlinger-Chatterjee M: Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt. Atypische Arbeitszeiten. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016.
9. McClung CA: How might circadian rhythms control mood? Let me count the ways. Biol Psychiatry 2013; 74: 242–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
10. Tucker P, Knowles SR: Review of studies that have used the Standard Shiftwork Index: evidence for the underlying model of shiftwork and health. Appl Ergon 2008; 39: 550–64 CrossRef MEDLINE
11. de Cordova PB, Phibbs CS, Bartel AP, Stone PW: Twenty-four/seven: a mixed-method systematic review of the off-shift literature. J Adv Nurs 2012; 68: 1454–68 CrossRef
12.Vogel M, Braungardt T, Meyer W, Schneider W: The effects of shift work on physical and mental health. J Neural Transm (Vienna) 2012; 119: 1121–32 CrossRef MEDLINE
13. Hayden JA, Cote P, Bombardier C: Evaluation of the quality of prognosis studies in systematic reviews. Ann Intern Med 2006; 144: 427–37 CrossRef
14. Hayden JA, van der Windt DA, Cartwright JL, Cote P, Bombardier C: Assessing bias in studies of prognostic factors. Ann Intern Med 2013; 158: 280–6 CrossRef MEDLINE
15. Proper KI, van de Langenberg D, Rodenburg W, et al.: The relationship between shift work and metabolic risk factors: a systematic review of longitudinal studies. Am J Prev Med 2016; 50: e147–57 CrossRef MEDLINE
16. Bohle P, Tilley AJ: The impact of night work on psychological well-being. Ergonomics 1989; 32: 1089–99 CrossRef MEDLINE
17.Bildt C, Michelsen H: Gender differences in the effects from working conditions on mental health: a 4-year follow-up. Int Arch Occup Environ Health 2002; 75: 252–8 CrossRef MEDLINE
18. Bara AC, Arber S: Working shifts and mental health—findings from the British Household Panel Survey (1995–2005). Scand J Work Environ Health 2009; 35: 361–7 CrossRef
19. d‘Errico A, Cardano M, Landriscina T, et al.: Workplace stress and prescription of antidepressant medications: a prospective study on a sample of Italian workers. Int Arch Occup Environ Health 2011; 84: 413–24 CrossRef MEDLINE
20. Driesen K, Jansen NW, van Amelsvoort LG, Kant I: The mutual relationship between shift work and depressive complaints—a prospective cohort study. Scand J Work Environ Health 2011; 37: 402–10 CrossRef MEDLINE
21. Thun E, Bjorvatn B, Torsheim T, Moen BE, Mageroy N, Pallesen S: Night work and symptoms of anxiety and depression among nurses: a longitudinal study. Work & Stress 2014; 28: 376–86 CrossRef
22. Lin PC, Chen CH, Pan SM, et al.: Atypical work schedules are associated with poor sleep quality and mental health in Taiwan female nurses. Int Arch Occup Environ Health 2012; 85: 877–84 CrossRef MEDLINE
23. Norder G, Roelen CA, Bultmann U, van der Klink JJ: Shift work and mental health sickness absence: a 10-year observational cohort study among male production workers. Scand J Work Environ Health 2015; 41:
413–6 CrossRef MEDLINE
24. Flo E, Pallesen S, Moen BE, Waage S, Bjorvatn B: Short rest periods between work shifts predict sleep and health problems in nurses at 1-year follow-up. Occup Environ Med 2014; 71: 555–61 CrossRef MEDLINE
25.Berthelsen M, Pallesen S, Mageroy N, et al.: Effects of psychological and social factors in shiftwork on symptoms of anxiety and depression in nurses: a 1-year follow-up. J Occup Env Med 2015; 57: 1127–37 CrossRef MEDLINE
26.Nabe-Nielsen K, Garde AH, Albertsen K, Diderichsen F: The moderating effect of work-time influence on the effect of shift work: a prospective cohort study. Int Arch Occup Environ Health 2011; 84: 551–9 CrossRef MEDLINE
27. Ozdemir PG, Selvi Y, Ozkol H, et al.: The influence of shift work on cognitive functions and oxidative stress. Psychiatry Res 2013; 210: 1219–25 CrossRef MEDLINE
28. Joyce S, Modini M, Christensen H, et al.: Workplace interventions for common mental disorders: a systematic meta-review. Psychol Med 2016; 46: 683–97 CrossRef MEDLINE
29. Wieclaw J, Agerbo E, Mortensen PB, Bonde JP: Risk of affective and stress related disorders among employees in human service professions. J Occup Env Med 2006; 63: 314–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
30. van Amelsvoort LG, Jansen NW, Swaen GM, van den Brandt PA, Kant I: Direction of shift rotation among three-shift workers in relation to psychological health and work-family conflict. Scand J Work Environ Health 2004; 30: 149–56 CrossRef
31.de Raeve L, Kant I, Jansen NW, Vasse RM, van den Brandt PA: Changes in mental health as a predictor of changes in working time arrangements and occupational mobility: results from a prospective cohort study. J Psychosom Res 2009; 66: 137–45 CrossRef MEDLINE
32.Stansfeld S, Candy B: Psychosocial work environment and mental health—a meta-analytic review. Scand J Work Environ Health 2006; 32: 443–62 CrossRef
33. Theorell T, Hammarstrom A, Aronsson G, et al.: A systematic review including meta-analysis of work environment and depressive symptoms. BMC Public Health 2015; 15: 738 CrossRef MEDLINE PubMed Central
34. Nabe-Nielsen K, Tuchsen F, Christensen KB, Garde AH, Diderichsen F: Differences between day and nonday workers in exposure to physical and psychosocial work factors in the Danish eldercare sector. Scand J Work Environ Health 2009; 35: 48–55 CrossRef
35. Boggild H, Burr H, Tuchsen F, Jeppesen HJ: Work environment of Danish shift and day workers. Scand J Work Environ Health 2001; 27: 97–105 CrossRef
36. Harma M: Workhours in relation to work stress, recovery and health. Scand J Work Environ Health 2006; 32: 502–14 CrossRef
37. Sallinen M, Kecklund G: Shift work, sleep, and sleepiness—differences between shift schedules and systems. Scand J Work Environ Health 2010; 36: 121–33 CrossRef
38. Kino T, Chrousos GP: Acetylation-mediated epigenetic regulation of glucocorticoid receptor activity: circadian rhythm-associated alterations of glucocorticoid actions in target tissues. Mol Cell Endocrinol 2011; 336: 23–30 CrossRef MEDLINE PubMed Central
39.Pariante CM: Risk factors for development of depression and psychosis. Glucocorticoid receptors and pituitary implications for treatment with antidepressant and glucocorticoids. Ann N Y Acad Sci 2009; 1179: 144–52 CrossRef MEDLINE PubMed Central
40.Rahman SA, Marcu S, Kayumov L, Shapiro CM: Altered sleep architecture and higher incidence of subsyndromal depression in low endogenous melatonin secretors. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 2010; 260: 327–35 CrossRef MEDLINE
e1.Roenneberg T, Kantermann T, Juda M, Vetter C, Allebrandt KV: Light and the human circadian clock. In: Pertwee R (ed.): Handbook of experimental pharmacology. Berlin, Heidelberg, New York: Springer-Verlag 2013: 311–31.
e2. Boivin DB, Boudreau P: Impacts of shift work on sleep and circadian rhythms. Pathol Biol 2014; 62: 292–301 CrossRef MEDLINE
e3. Richardson GS: The human circadian system in normal and disordered sleep. J Clin Psychiatry 2005; 66: 3–9.
e4.Knauth P: Schichtarbeit. In: Letzel S, Nowak D (eds.): Handbuch der Arbeitsmedizin. München: Ecomed 2007; B-IV-2.
e5.Tucker P, Brown M, Dahlgren A, et al.: The impact of junior doctors‘ worktime arrangements on their fatigue and well-being. Scand J Work Environ Health 2010; 36: 458–65 CrossRef MEDLINE
e6. Hill SM, Belancio VP, Dauchy RT, et al.: Melatonin: an inhibitor of breast cancer. Endocr Relat Cancer 2015; 22: R183–204.
e7.Nijm J, Jonasson L: Inflammation and cortisol response in coronary artery disease. Ann Med 2009; 41: 224–33 CrossRef MEDLINE
e8.Pilcher JJ, Lambert BJ, Huffcutt AI: Differential effects of permanent and rotating shifts on self-report sleep length: a meta-analytic review. Sleep 2000; 23: 155–63 MEDLINE
e9. Wolk R, Gami AS, Garcia-Touchard A, Somers VK: Sleep and cardiovascular disease. Curr Probl Cardiol 2005; 30: 625–62 CrossRef MEDLINE
e10. Peter R, Alfredsson L, Knutsson A, Siegrist J, Westerholm P: Does a stressful psychosocial work environment mediate the effects of shift work on cardiovascular risk factors? Scand J Work Environ Health 1999; 25: 376–81 CrossRef MEDLINE
e11. Ramin C, Devore EE, Wang W, Pierre-Paul J, Wegrzyn LR, Schernhammer ES: Night shift work at specific age ranges and chronic disease risk factors. Occup Environ Med 2015; 72: 100–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e12.Nea FM, Kearney J, Livingstone MB, Pourshahidi LK, Corish CA: Dietary and lifestyle habits and the associated health risks in shift workers. Nutr Res Rev 2015; 28: 143–66 CrossRef MEDLINE
e13. Hedges LV, Vevea JL: Fixed- and random-effects models in meta-analysis. Psychol Methods 1998; 3: 486–504 CrossRef
e14. Higgins JPT, Thompson SG, Deeks JJ, Altman DG: Measuring inconsistency in meta-analyses. BMJ 2003; 327: 557–60 CrossRef MEDLINE PubMed Central
e15.Begg CB, Mazumdar M: Operating characteristics of a rank correlation test for publication bias. Biometrics 1994; 50: 1088–101 CrossRef
e16. Sterne J: Meta-analysis in STATA: an updated collection from the Stata Journal. USA: Stata Press 2009; 1–259.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema