ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2017„Bist Du Chris?“: Aufklärungskampagne gegen Hepatitis C

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„Bist Du Chris?“: Aufklärungskampagne gegen Hepatitis C

Kahl, Kristin

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Ärzte spielen eine zentrale Rolle bei der Identifikation von Menschen mit einer chronischen Hepatitis-C-Infektion. Darauf verweist die Initiative Pro Leber im Rahmen ihrer im Juni gestarteten Kampagne „Bist Du Chris?“. Mit TV-Spots, Onlineplattformen sowie Plakat- und Anzeigenschaltungen sollen Fachkräfte und die breite Öffentlichkeit über die Erkrankung und ihre Diagnose sowie Therapiemöglichkeiten informiert werden.

Schätzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) zufolge sind weltweit rund 71 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert. Für Deutschland liegen keine genauen Zahlen vor, Experten gehen aber von etwa 250 000 infizierten Menschen aus. Viele dieser Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung, denn eine HCV-Infektion kann über einen langen Zeitraum ohne offensichtliche Symptome bestehen. Einer durch die Initiative in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge weiß nur jede zweite der befragten Personen, dass die Krankheit asymptomatisch verlaufen und lange unentdeckt bleiben kann. Auch glauben die wenigsten, dass sie jemals mit dem Virus Kontakt gehabt haben könnten. Den Ergebnissen zufolge wissen nur 32 Prozent um die guten Heilungschancen. „Wir sehen gewaltige Fortschritte in der Behandlung der Hepatitis C mit in der Regel 95-prozentiger Heilungschance für die meisten Patienten“, so Prof. Dr. med. Claus Niederau, Vorstandsmitglied der Deutschen Leberhilfe und Direktor der Klinik für Innere Medizin am St. Joseph-Hospital Oberhausen. Sowohl die WHO als auch die Bundesregierung haben sich zum Ziel gesetzt, Hepatitis C bis 2030 zu eliminieren. Neue, direkt antiviral wirkende Kombinationstherapien lassen dieses Vorhaben in greifbare Nähe rücken.

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Hepatitis C wird vor allem durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen, beispielsweise über kontaminierte Bluttransfusionen, unzureichend sterilisierte Medizingeräte, nicht sterilisierte Instrumente zum Piercen oder Tätowieren und mit Blut assoziierte Sexualpraktiken. Die Initiative, die von der Deutschen Leberstiftung, der Deutschen Leberhilfe und dem Arzneimittelunternehmen Gilead Sciences gegründet wurde, will Menschen dazu motivieren, sich über die Krankheit zu informieren und im Verdachtsfall testen zu lassen. kk

www.bist-du-chris.de

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