ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2017QM-Ratgeber: Checklisten für mehr Sicherheit

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QM-Ratgeber: Checklisten für mehr Sicherheit

Dtsch Arztebl 2017; 114(26): A-1334 / B-1110 / C-1088

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Ob im Krankenhaus oder in der Arztpraxis: Zum Qualitätsmanagement gehört es, wiederkehrende Behandlungsabläufe und organisatorische Prozesse einheitlich festzulegen. Dazu gibt es dann meist viel Papier und dicke QM-Handbücher. Darin werden Ablaufbeschreibungen, Verfahrensanweisungen, Arbeitsanweisungen oder interne Regelungen gesammelt und archiviert. Auch wenn es gut ist, dass man dort alles finden und nachschlagen kann – niemand weiß alles auswendig und bei der praktischen Arbeit hat man nicht immer alle Informationen zur Hand, auf die es lohnen würde, noch einen schnellen Blick zu werfen.

Ein einfaches Hilfsmittel, das wir auch in anderen Lebensbereichen oft und gern benutzen, sind daher Checklisten. Solche Prüflisten sollen uns daran erinnern, etwas Bestimmtes zu erledigen oder es in einer bestimmten Art und Weise zu tun. Die Beispiele für Checklisten im Krankenhaus, dem MVZ oder der Arztpraxis reichen von der Liste zur Identifikation von Notfallpatienten über Formblätter zur Aufbereitung von Medizinprodukten, zur Überwachung von Kühlschranktemperaturen bis hin zum Laufzettel für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Kurz gesagt, sind Checklisten ein klassisches QM-Instrument, das für reibungslose Abläufe und gut organisierte Prozesse sorgt.

Bei Operationen sind sie Pflicht. Checklisten unterstützen auch bei der sicheren Versorgung von Patienten. Eine Erfolgsgeschichte für die Patientensicherheit ist die Sicherheitscheckliste bei Operationen. Ursprünglich entwickelt, um Verwechslungen auszuschließen, ist sie die Regieanweisung für das sogenannte „Team-Time-Out“. Das ist ein letztes Innehalten vor dem Hautschnitt, in dem das gesamte OP-Team in wenigen Sekunden die folgenden Fragen beantwortet:

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– richtiger Patient?

– richtiger Eingriff?

– richtiger Eingriffsort?

– richtige Patientenlagerung?

– richtige und vollzählige Implantate und Spezialinstrumente?

Weitere Prüfpunkte können zum Beispiel die Antibiotikaprophylaxe, patientenseitige Risiken, Zählkontrollen für Bauchtücher, Tupfer, Klemmen und so weiter oder Anordnungen für die postoperative Versorgung sein.

Seit Kurzem verpflichtet die Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundessauschusses Krankenhäuser und ambulante Einrichtungen dazu, Sicherheits-checklisten bei allen operativen Eingriffen einzusetzen, die unter Beteiligung von zwei oder mehr Ärzten oder die unter Sedierung stattfinden. Mustervorlagen gibt es zum Beispiel auf den Internetseiten der WHO, der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie oder der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Wichtig ist, dass die Checkliste auf die Abläufe in der eigenen Einrichtung zugeschnitten ist und dass alle Mitarbeiter im Umgang mit der Checkliste geschult sind. KBV

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