MEDIZIN: Originalarbeit

Mikrobielle Belastung in septischen und aseptischen Operationsräumen

Ergebnisse einer prospektiven, vergleichenden Beobachtungsstudie

Microbial load in septic and aseptic procedure rooms—results from a prospective, comparative observational study

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(27-28): 465-72; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0465

Harnoss, Julian-Camill; Assadian, Ojan; Diener, Markus Karl; Müller, Thomas; Baguhl, Romy; Dettenkofer, Markus; Scheerer, Lukas; Kohlmann, Thomas; Heidecke, Claus-Dieter; Gessner, Stephan; Büchler, Markus Wolfgang; Kramer, Axel

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Zur Prävention von postoperativen Wundinfektionen wurden in den letzten zwei Dekaden hocheffektive Maßnahmen etabliert. Ziel der Studie war es, zu überprüfen, ob die strikte Trennung von septischen und aseptischen Operationsräumen noch notwendig ist.

Methode: In einer explorativen, prospektiven Beobachtungsstudie wurde die mikrobielle Konzentration in einem Operationsraum ohne raumlufttechnische Anlage (RLTA) während 16 septischen und 14 aseptischen Operationen (OP) mittels Air Sampler (50 cm und 1 m vom Operationsfeld), Sedimentationsplatten (1 m vom Operationsfeld und Kontaktkultur an den Wänden) analysiert. Mittelwerte und Standardabweichungen der mikrobiellen Belastung wurden mit GEE-Modellen (GEE, „generalized estimation equations“) verglichen.

Ergebnisse: Im Vergleich von septischen und aseptischen Operationen ergab sowohl die gesamte mikrobielle Konzentration in der Raumluft (401,7 ± 176,3 versus 388,2 ± 178,3 KbE/m3; p = 0,692 [KbE, koloniebildende Einheit]) als auch die Sedimentation 1 m vom OP-Feld (45,3 ± 22,0 versus 48,7 ± 18,5 KbE/m2/min; p = 0,603) und an den Wänden (35,7 ± 43,7 versus 29,0 ± 49,4 KbE/m2/min; p = 0,685) keine relevanten Unterschiede. Außer einer geringen Sedimentation von Escherichia coli und Enterococcus faecalis (septische OPs) sowie Staphylococcus aureus und Pseudomonas stutzeri (aseptische OPs) bis zu 30 min nach OP-Ende fanden sich im mikrobiellen Spektrum keine relevanten Unterschiede zwischen den Eingriffsarten.

Schlussfolgerung: Die Notwendigkeit, septische und aseptische Operationsräume zu trennen, ist aus den vorliegenden Daten nicht abzuleiten. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass die Studie nicht als Äquivalenz- oder Nicht-Unterlegenheitsstudie geplant war. Im Hinblick auf die Patientensicherheit sollten höherstufige Sicherheitskonzepte nur bei Vorliegen von neuer Evidenz herabgestuft werden.

Nach wie vor verlangt der Unfallversicherungsträger für Krankenhäuser die räumliche Trennung von aseptischen (= nichtkontaminierten beziehungsweise sauber-kontaminierten) und septischen (= kontaminierten beziehungsweise infizierten) Eingriffen (1). In der Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 2000 „Anforderungen bei Operationen“ werden Operationen (OP) nach dem Kontaminationsgrad unterteilt, es wird jedoch nicht auf sich daraus möglicherweise ergebende bauliche oder organisatorische Konsequenzen hingewiesen (2). Auch in der Empfehlung der KRINKO aus dem Jahr 2007 zur Prävention postoperativer Wundinfektionen (POW) wird die Thematik aseptischer/septischer OPs ausgespart (3).

Infolge des technischen Fortschritts der letzten Jahrzehnte sind Operationsräume heutzutage nahezu flächendeckend mit raumlufttechnischen Anlagen (RLTA) ausgestattet, die eine weitgehende Erregerarmut über dem OP-Feld gewährleisten (4).

Zusätzlich wurden diverse präventiv wirksame Maßnahmen zur Verringerung der Inzidenz von POW in den klinischen Alltag implementiert (58). Dazu zählen:

  • präoperative Hautantiseptik mit einem alkoholbasierten Präparat, das einen nachhaltig antiseptisch wirksamen Bestandteil wie Chlorhexidin oder Octenidin enthält und eine mechanisch assistierte Applikation ermöglicht (9, 10)
  • Verzicht auf Haarentfernung, falls erforderlich Clipping anstelle einer Rasur (11)
  • Tragen zweier Handschuhpaare oder intraoperativer Handschuhwechsel (6, 7)
  • adäquate perioperative Antibiotikaprophylaxe (12, 13)
  • Einhaltung der intraoperativen Normothermie (14, 15)
  • Etablierung von interdisziplinären Maßnahmebündeln (8, 16)
  • minimalinvasive OP-Verfahren
  • nach jeder Operation stattfindende umfeldbezogene Hygienemaßnahmen.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen ist es fraglich, ob die geforderte räumliche Trennung von aseptischen und septischen Operationen und die zeitliche Trennung verschiedener Eingriffsarten durch Festlegung einer bestimmten Operationsabfolge noch notwendig sind, wenn eine entsprechende räumlich-technische Ausstattung vorhanden ist und eine Kontaktübertragung über Gegenstände oder Personal ausgeschlossen werden kann (1720). Ziel dieser Studie war es daher, als Worst-case-Situation die mikrobielle Konzentration in einem Operationsraum ohne RLTA sowohl bei aseptischen als auch bei septischen Eingriffen ohne räumliche Trennung oder Einfluss auf die Operationsabfolge zu untersuchen.

Methode

In einer prospektiven vergleichenden Beobachtungsstudie wurden die mikrobielle Konzentration der Raumluft und die mikrobielle Sedimentation bei 16 septischen und 14 aseptischen Operationen der Allgemein- und Viszeralchirurgie untersucht (gleicher Operationsraum). Wegen des explorativen Charakters der Studie wurden vor Beginn die Fallzahlen nicht formal kalkuliert. Ein Ethikvotum wurde bei fehlender klinischer Intervention der Beobachtungsstudie von der Ethikkommission der Universität Greifswald für nicht erforderlich gehalten.

Für jede Operation wurden Art und Dauer des Eingriffs sowie die Anzahl der anwesenden Personen dokumentiert. Im Operationsraum gab es keine die Messergebnisse beeinflussende RLTA. Das Personal war nicht über das Studienziel informiert worden. Das OP-Spektrum umfasste

  • 11 aseptische Eingriffe an Leber, Pankreas und Darm
  • 3 offene Leistenhernien
  • 6 septische Eingriffe bei Perforationen, Ileus und Gallenblasenempyem
  • 5 Jetlavagen bei massiven Haut-Weichteil-Infektionen
  • 3 Laparotomien bei Anastomoseninsuffizienz ohne beziehungsweise mit Abszess
  • 2 Eingriffe bei infizierten Fisteln bei M. Crohn.

Dieses OP-Spektrum kann als typisch für die Viszeralchirurgie angesehen werden.

Messung der mikrobiellen Raumluftbelastung

Die mikrobielle Belastung der Raumluft wurde mittels Air Sampler (Air IDEAL 3P, bioMérieux SA, Marcy l‘Etoile, France) und mit Sedimentationsplatten (Columbia-Agar mit 5 % Schafblut, 90 mm Durchmesser) ermittelt. Nach Herstellerangaben werden mit dem Sampler Partikel zwischen 3 und 10 µm gemessen und Partikel ab 5 µm zu 100 % erfasst. Pro Messung wurden 250 L Raumluft während 2,5 min angesaugt. Für jede OP wurde ein neuer steriler Messkopf verwendet. Die Anzahl ermittelter koloniebildender Einheiten (KbE) wurde anhand der Korrekturtabelle für den verwendeten Messkopf des Air Samplers umgerechnet. Die Messungen erfolgten an zwei OP-Feld-nahen Messpunkten (N1 und N2, je 50 cm vom OP-Tisch entfernt) und an zwei OP-Feld-fernen Messpunkten (F1 und F2, je 150 cm vom OP-Tisch entfernt) (Grafik). Nach der Vorbereitung des Operationsraums (Flächendesinfektion und Einbringen der Instrumententische) wurde die Ausgangszahl der Kolonien an allen Messpunkten bestimmt. Zu folgenden Zeitpunkten wurde erneut gemessen:

  • zu Beginn jeder OP (Schnitt)
  • alle 30 min während der OP
  • am OP-Ende (Naht)
  • 30 min nach OP-Ende.
Schematische Darstellung des Operationssaals und Anordnung der Messpunkte
Grafik
Schematische Darstellung des Operationssaals und Anordnung der Messpunkte

Die Luftkoloniezahlen (KbE/m3) aller Messzeitpunkte und aller Messorte wurden ausgewertet. Je nach Dauer der Operation lagen somit unterschiedliche Fallzahlen vor.

Erfassung der mikrobiellen Sedimentation

Die Sedimentation wurde für die Dauer jeder OP (Schnitt/Naht) mittels Agarplatten an den Messpunkten S1 und S2 (je 100 cm vom OP-Feld entfernt in Tischhöhe) (Grafik) untersucht. Für die Auswertung des Sedimentationsumfangs (Anzahl KbE) wurden die Ergebnisse beider Messpunkte gemittelt und in KbE/m2/min berechnet, um der unterschiedlichen OP-Dauer Rechnung zu tragen.

Die mikrobielle Belastung der Wände wurde mittels Kontaktkulturplatten (Medco-Kontaktkulturplatte mini mit Schafblut-Agar, 55 mm Durchmesser, Medco Diagnostika GmbH München, Deutschland) an drei Wandflächen bestimmt (Grafik). Die Kontaktkultur wurde vor der ersten OP eines jeden Messtages, zu Beginn (Schnitt) und am Ende jeder OP (Naht) angelegt und in KbE/m2/min im Vergleich Schnitt/Naht angegeben.

Statistische Auswertung

Für beide Gruppen wurden Mittelwerte und Standardabweichungen für die relevanten Parameter der mikrobiellen Belastung berechnet. Um der besonderen Datenstruktur (mehrere Messungen pro Operation) Rechnung zu tragen, erfolgte der statistische Vergleich der beiden Gruppen (septisch und aseptisch) mit sogenannten GEE-Modellen (GEE, „generalized estimating equations“) für stetige Zielgrößen in der Form einer linearen Regression mit Annahme normalverteilter Residuen und Link „Identity“ (21). Als Korrelationsstruktur wurde die Option „exchangeable“ gewählt. Ob eine Normalverteilung vorliegt, wurde durch visuelle Inspektion der Häufigkeitsverteilungen beurteilt. Nur die Koloniezahlen der Kontaktkultur wichen relevant von der Normalverteilung ab. In diesem Fall wurden die GEE-Analysen durch nichtparametrische Tests (Mann-Whitney-U-Test, ohne Berücksichtigung der Daten-Clusterung) repliziert. Die Analysen wurden mit IBM SPSS Statistics, Version 22, durchgeführt, das Signifikanzniveau wurde auf 0,05 (zweiseitig) festgelegt. Wegen des explorativen Designs der Studie wurde keine Adjustierung für multiples Testen angewendet.

Ergebnisse

Die OP-Dauer (Schnitt-Naht-Zeit) betrug 70 ± 72,9 min bei septischen OPs (n = 16) beziehungsweise 189 ± 10 ,2 min bei aseptischen OPs (n = 14) (p < 0,001). Die durchschnittliche Anzahl der im OP tätigen Personen unterschied sich nicht relevant (7,6 ± 2,1 bei septischen OPs beziehungsweise 8,1 ± 1,4 bei aseptischen OPs; p = 0,44).

Mikrobielle Belastung der Raumluft

Quantitativ: Der Ausgangswert der mikrobiellen Raumluftbelastung im OP betrug 98,7 ± 63,96 KbE/m3. Aus statistischer Sicht ergab sich kein Hinweise darauf, dass sich die Gruppen unterschieden. Das betraf sowohl die Belastung über die gesamte OP-Zeit bis zur Naht (Mittelwert der Summe aller Einzelmessungen bei septischen Eingriffen 401,7 ± 176,3 KbE/m3, bei aseptischen Eingriffen 388,2 ± 178,3 KbE/m3; p = 0,69) (Tabelle 1) als auch die Belastung zu den Zeitpunkten 30 min nach OP-Beginn, OP-Ende (Naht) und 30 min nach Naht (Tabelle 1). Auch im Vergleich der Messpunkte OP-Feld-nah (N1, N2) mit OP-Feld-fern (F1, F2) unterschieden sich die Werte zwischen aseptischen und septischen OPs nicht relevant (p = 0,325 beziehungsweise p = 0,052).

Quantitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen
Tabelle 1
Quantitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen

Qualitativ: Bei beiden Eingriffsarten dominierten Koagulase-negative Staphylokokken (CNS), gefolgt von Micrococcus (M.) luteus und aeroben Sporenbildnern (Tabelle 2). Nur bei septischen OPs wurden neben Vertretern der Hautflora und ubiquitär vorkommenden Sporenbildern zudem Escherichia (E.) coli, Proteus (P.) mirabilis und Enterococcus (E.) faecalis (n = 22 Messungen mit 4–20 KbE/m³ pro Messung) gefunden (Tabelle 2). 30 min nach OP-Ende konnten nur E. faecalis (in n = 2 Messungen mit 4 beziehungsweise 8 KbE/m³) und E. coli (in n = 1 Messung mit 4 KbE/m³) nachgewiesen werden. Nur bei aseptischen Operationen wurden Staphylococcus (S.) aureus und Pseudomonas (P.) stutzeri (bei n = 9 Messungen mit 4–20 KbE/m³ pro Messung) festgestellt (Tabelle 2, Tabelle 3). Multiresistente Bakterien waren in keinem Fall vertreten. Bei septischen OPs wurden deutlich mehr aerobe Sporenbildner freigesetzt als bei aseptischen OPs (Tabelle 2).

Qualitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen
Tabelle 2
Qualitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen
Operative Eingriffe (OP) und mikrobiologisch relevanter Erregernachweis
Tabelle 3
Operative Eingriffe (OP) und mikrobiologisch relevanter Erregernachweis

Mikrobielle Sedimentation

Quantitativ: In der mikrobiellen Sedimentation wurde an den Messpunkten S1 und S2 kein signifikanter Unterschied zwischen septischen und aseptischen OPs festgestellt (p = 0,603) (Tabelle 1). Die mikrobielle Belastung der Wände zeigte ebenfalls keinen relevanten Unterschied (OP-Beginn/Schnitt: p = 0,16, OP Ende/Naht: p = 0,69) (Tabelle 1).

Qualitativ: An den Messpunkten S1 und S2 dominierten bei beiden Eingriffsarten CNS, gefolgt von aeroben Sporenbildnern (Tabelle 2). E. coli war ausschließlich bei septischen Operationen nachweisbar. Streptococcus spp. traten bei aseptischen Operationen häufiger auf als bei septischen (Tabelle 2).

An den Wänden entwickelten sich nur bei 60,7 % (216/356) der Sedimentationsplatten Kolonien. Bei beiden Eingriffsarten (septisch versus aseptisch) dominierten CNS (jeweils circa 50 %), gefolgt von aeroben Sporenbildnern (17 % versus 33 %), M. luteus (17 % versus 10 %) und Schimmelpilzen (10 % versus 7 %). Streptococcus spp. konnten ausschließlich bei septischen Operationen nachgewiesen werden (6 %). Aufgrund der durch die geringere Datenmenge eingeschränkten Aussagekraft wurde auf eine Berechnung der Signifikanzen verzichtet. Sowohl an den Messpunkten S1 und S2 als auch an den Wänden zeigte sich keine mikrobielle Sedimentation von P. mirabilis, E. coli, E. faecalis, S. aureus oder P. stutzeri.

Diskussion

In dieser Studie waren in der mikrobiellen Belastung der Raumluft sowie deren Sedimentation im Vergleich von septischen und aseptischen allgemein- und viszeralchirurgischen OPs weder qualitative noch quantitative Unterschiede zu beobachten. Bei der Interpretation der hier berichteten Ergebnisse ist zu beachten, dass die Studie im ursprünglichen Design nicht als Äquivalenz- oder Nicht-Unterlegenheitsstudie geplant war. Aus den statistisch nicht relevanten Unterschieden zwischen den beiden OP-Arten kann deshalb nicht unmittelbar auf die Gleichheit der mikrobiellen Belastung geschlossen werden. Die Konsistenz der Ergebnisse in den verschiedenen Analyseschritten lässt aber vermuten, dass eine konfirmatorisch geplante Nicht-Unterlegenheitsstudie zu vergleichbaren Resultaten geführt hätte. Das deckt sich mit Ergebnissen von Daschner et al. (22). Weist et al. (20) beobachteten bei septischen Eingriffen sogar eine geringere mikrobielle Belastung der Raumluft, wenn auch mit höherem Anteil typischer nosokomialer Erreger.

Die mittlere mikrobielle Raumluftbelastung kann insofern als indirektes Kriterium für die Infektionsgefährdung herangezogen werden, als der Zusammenhang zwischen POW und ansteigender Bakterienbelastung in der Raumluft nach Implantation von Hüft- und Kniegelenkendoprothesen nachgewiesen ist (23, 24).

Die unterschiedlichen Operationszeiten bei den Eingriffsarten sind dadurch zu erklären, dass typische septische Eingriffe Haut- und Weichteilinfektionen betrafen, während die meisten aseptischen Operationen viszerale und damit länger andauernde Operationen beinhalteten.

Es ist bekannt, dass mit zunehmender Personenanzahl und Bewegungsaktivität im OP die mikrobielle Belastung der Raumluft ansteigt (2527). Aufgrund des nichtrelevanten Unterschieds in der Anzahl der Personen in beiden OPs ist ein Einfluss dieses Parameters auf die mikrobielle Raumluft in der vorliegenden Studie unwahrscheinlich. Bezüglich der Bewegungsaktivität ist von einer eher höheren Aktivität bei den orthopädischen Eingriffen auszugehen, dies wird aber anhand der Ergebnisse nicht erkennbar. Schließlich sei der Anstieg der POW-Rate bei Lärm (28) sowie nichteingriffsbezogenen Gesprächen (29) erwähnt, zwei Aspekte, die in dieser Studie nicht überprüft wurden.

In der Literatur gibt es Hinweise auf einen zeitabhängigen Unterschied in der mikrobiellen Belastung der Raumluft (20, 30). Das lässt sich in dieser Studie trotz fehlender RLTA nicht bestätigen.

Einschränkend ist anzumerken, dass nur die durchschnittliche mikrobielle Belastung der Raumluft im Abstand von jeweils 30 min gemessen wurde, nicht jedoch maximale Spitzenbelastungen. Weist et al. beschreiben bei septischen Operationen eine höhere Umgebungskontamination im Bereich der Anästhesisten und OP-Springer als bei aseptischen Operationen (20). Diese Ergebnisse konnten in den vorliegenden Untersuchungen weder OP-Feld-nah noch OP-Feld-fern bestätigt werden.

Analog zu Friberg et al. (31) konnte bei der Sedimentationsmessung eine Korrelation mit der mikrobiellen Konzentration der Raumluft festgestellt werden. Die höhere Freisetzung von Streptococcus spp. bei aseptischen Operationen und von Schimmelpilzen bei septischen Operationen dürfte darin begründet sein, dass Streptococcus spp. aus der Mundhöhle und dem Respirationstrakt stammen und aufgrund der durchschnittlich deutlich längeren OP-Dauer aseptischer Operationen höhere Werte erreichen, während die Schimmelpilze vermutlich aufgrund der verstärkten Bewegungsaktivität des OP-Teams aufgewirbelt werden. Die generelle Dominanz von CNS und aeroben Sporenbildnern wird mehrfach in der Literatur beschrieben, ist aber für die betrachteten OPs infektiologisch nicht relevant (22, 32).

Lediglich aus dem vereinzelten Vorkommen von E. coli, E. faecalis und P. mirabilis bei septischen Operationen innerhalb von 30 min nach OP-Ende könnte eine potenziell höhere Gefährdung abgeleitet werden. Selbst in 50 cm Entfernung vom OP-Feld gelang jedoch nur einmal der Nachweis von 2 KbE E. coli bei nur einem septischen Eingriff, während P. mirabilis und E. faecalis nicht OP-Tisch-nah sedimentierten.

Resümee

Aufgrund des Stichprobenumfangs kann keine Rate an POW zugrundegelegt werden. Selbst bei Verbleib einzelner Erreger in der Raumluft bis zur nächsten OP – was nur bei OP-Einheiten ohne RLTA vorstellbar wäre – würde jedoch eine für eine POW erforderliche Infektionsdosis deutlich unterschritten werden (Tabelle 2, Tabelle 3). Diese liegt zum Beispiel für P. mirabilis bei transurethraler Applikation bei 106 KbE (33), bei tierexperimenteller Infektion operativer Wunden für S. aureus bei 103–107 KbE, für P. aeruginosa bei 103–105 KbE und für B. fragilis sowie E. coli bei 105–108 KbE (34). Da moderne OP-Einheiten mit RLTA ausgerüstet sind, deren Erholzeit maximal 20 min beträgt, ist nach 30 min ein aerogenes Kontaminationsrisiko für den nachfolgenden Patienten sehr unwahrscheinlich. Bei vorhandener RLTA wird die mikrobielle Umgebungsbelastung bei aseptischen und septischen Eingriffen quantitativ gleichartig reduziert, sodass kein Unterschied zu erwarten ist, wohl aber das Kontaminationsrisiko im Vergleich zu nichtvorhandener RLTA mit großem Abstand reduziert wird.

Die Empfehlung zum Verzicht der räumlichen Trennung zwischen septischen und aseptischen OPs kann ohne erhöhte Infektionsgefährdung gegeben werden, sofern die Basishygienemaßnahmen umgesetzt werden, der Operationsraum nicht vor Ablauf der deklarierten Einwirkungszeit der Flächendesinfektion betreten wird und die Wechselzeit zwischen zwei Eingriffen (> 30 min) eingehalten wird.

Ob die Schlussfolgerung, dass eine räumliche Trennung zwischen septischen und aseptischen OPs nicht notwendig ist, auch auf orthopädisch/unfallchirurgische und insbesondere endoprothetische Operationen übertragbar ist, kann aus den Daten nicht abgeleitet werden. Da es jedoch keine Hinweise aus der Literatur gibt, dass die fehlende Trennung mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden ist, kann man bei ausreichend dimensionierter RLTA davon ausgehen, dass der Verzicht auf eine Trennung das Risiko für Infektionen nicht erhöht.

Hieraus können sich für chirurgische Fächer durch eine bessere Auslastung der OP-Kapazitäten und aufgrund geringerer baulicher Investitionskosten nicht nur finanzielle Vorteile ergeben, sondern es würde auch eine flexiblere Planung nach operativer Dringlichkeit anstatt nach dem Kriterium der zeitlichen Abfolge septisch/aseptisch möglich. Unter der Voraussetzung der Auslastung kann man selbstverständlich auch einen separaten septischen Operationsraum mit Ein- und Ausschleusung betreiben, wenngleich damit kein zusätzlicher Gewinn an Patientensicherheit verbunden ist.

Interessenkonflikt
Prof. Assadian wurde honoriert für Beratertätigkeit von den Firmen Mölnlycke Healthcare, Hutchinson santé und Ethicon. Er bekam Reisekostenerstattung und Vortragshonorare von der Firma Ethicon.

Prof. Kramer erhielt Reisekostenerstattung und Vortragshonorare von der Firma Ethicon.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 25. 11. 2016, revidierte Fassung angenommen: 2. 5. 2017

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Julian-Camill Harnoss
Department of General, Visceral and Transplantation Surgery
and Study Center of the German Surgical Society
University of Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
julian-camill.harnoss@med.uni-heidelberg.de

Zitierweise
Harnoss JC, Assadian O, Diener MK, Müller T, Baguhl R, Dettenkofer M, Scheerer L, Kohlmann T, Heidecke CD, Gessner S, Büchler MW, Kramer A: Microbial load in septic and aseptic procedure rooms—results from a prospective, comparative observational study. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 465–72. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0465

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

1.
Sozialversicherung DGUuSdl: Anforderungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger nach § 34 SGB VII an Krankenhäuser zur Beteiligung am Verletzungsartenverfahren (VAV) in der Fassung vom 1. Januar 2013. www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/verletz1.pdf (last accessed on 23 May 2017).
2.
Hansis M, Christiansen B, Jürs U, Zastrow KD, Unger G: Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen. Mitteilung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut. Bgbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 2000; 43: 644–8 CrossRef
3.
Oldhafer K, Jürs U, Kramer A, Martius J, Weist K, Mielke M: Prävention postoperativer Infektionen im Operationsgebiet. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut. Bgbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 2007; 50: 377–93.
4.
Külpmann R, Christiansen B, Kramer A, et al.: Hygiene guideline for the planning, installation, and operation of ventilation and
air-conditioning systems in health-care settings—Guideline of the German Society for Hospital Hygiene (DGKH). GMS Hyg Infect Control 2016; 11: Doc03 MEDLINE PubMed Central
5.
Harnoss JC, Brune L, Ansorg J, Heidecke CD, Assadian O, Kramer A: Practice of skin protection and skin care among German surgeons and influence on the efficacy of surgical hand disinfection and surgical glove perforation. BMC Infect Dis 2014; 14: 315 CrossRef MEDLINE PubMed Central
6.
Harnoss JC, Kramer A, Heidecke CD, Assadian O: What is the appropriate time-interval for changing gloves during surgical procedures. Zentralbl Chir 2010; 135: 25–7 CrossRef 24684">CrossRef MEDLINE
7.
Harnoss JC, Partecke LI, Heidecke CD, Hubner NO, Kramer A, Assadian O: Concentration of bacteria passing through puncture holes in surgical gloves. Am J Infect Control 2010; 38: 154–8 MEDLINE
8.
Tacconelli E, Müller NF, Lemmen S, Mutters NT, Hagel S, Meyer E: Infection risk in sterile operative procedures—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 271–8 VOLLTEXT
9.
Dumville JC, McFarlane E, Edwards P, Lipp A, Holmes A, Liu Z: Preoperative skin antiseptics for preventing surgical wound infections after clean surgery. Cochrane Database Syst Rev 2015: CD003949 CrossRef
10.
Reichel M, Heisig P, Kohlmann T, Kampf G: Alcohols for skin antisepsis at clinically relevant skin sites. Antimicrob Agents Chemother 2009; 53: 4778–82 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11.
Tanner J, Woodings D, Moncaster K: Preoperative hair removal to reduce surgical site infection. Cochrane Database Syst Rev 2006: CD004122 CrossRef
12.
Anderson DJ, Podgorny K, Berrios-Torres SI, et al.: Strategies to prevent surgical site infections in acute care hospitals: 2014 update. Infection Control Hosp Epidemiol 2014; 35: 605–27 CrossRef CrossRef
13.
Haynes AB, Weiser TG, Berry WR, et al.: A surgical safety checklist to reduce morbidity and mortality in a global population. N Engl J Med 2009; 360: 491–9 CrossRef MEDLINE
14.
Lehtinen SJ, Onicescu G, Kuhn KM, Cole DJ, Esnaola NF: Normothermia to prevent surgical site infections after gastrointestinal surgery: holy grail or false idol? Ann Surg 2010; 252: 696–704 CrossRef
15.
Moola S, Lockwood C: Effectiveness of strategies for the management and/or prevention of hypothermia within the adult perioperative environment. Int J Evid Based Healthc 2011; 9: 337–45 CrossRef MEDLINE
16.
Tanner J, Padley W, Assadian O, Leaper D, Kiernan M, Edmiston C: Do surgical care bundles reduce the risk of surgical site infections in patients undergoing colorectal surgery? A systematic review and cohort meta-analysis of 8,515 patients. Surgery 2015; 158: 66–77 CrossRef MEDLINE
17.
Babb JR, Lynam P, Ayliffe GA: Risk of airborne transmission in an operating theatre containing four ultraclean air units. J Hosp infect 1995; 31: 159–68 CrossRef
18.
Hauer T, Rüden H, Daschner F: [Requirements of mandatory accident insurance for hospitals, which participate in inpatient treatment of occupational accident patients: position of the National Reference Center for Hospital Hygiene]. Chirurg 1998; 69: 924–7; discussion 8–9 CrossRef MEDLINE
19.
Kramer A, Assadian O, Wendt M, Stengel D, Seifert J: Functional separation of septic and aseptic surgical procedures. GMS Krankenhaushyg Interdiszip 2011; 6: Doc12 MEDLINE PubMed Central
20.
Weist K, Krieger J, Rüden H: Vergleichende Untersuchungen bei aseptischen und septischen Operationen unter besonderer Berücksichtigung von S. aureus. Hyg Med 1988; 13: 369–74.
21.
Zeger SL, Liang KY: Longitudinal data analysis for discrete and continuous outcomes. Biometrics 1986; 42: 121–30 CrossRef
22.
Daschner F, Bassler M, Bönig G, Langmaack H, Brobmann G: Luft- und Bodenkeimspektren in einer septischen und aseptischen Operationseinheit. Akt Chir 1984; 19: 17–20.
23.
Lidwell OM, Lowbury EJ, Whyte W, Blowers R, Stanley SJ, Lowe D: Effect of ultraclean air in operating rooms on deep sepsis in the joint after total hip or knee replacement: a randomised study. Br Med J 1982; 285: 10–4 CrossRef
24.
Lidwell OM, Lowbury EJ, Whyte W, Blowers R, Stanley SJ, Lowe D: Airborne contamination of wounds in joint replacement operations: the relationship to sepsis rates. J Hosp Infect 1983; 4: 111–31 CrossRef
25.
Cruse PJ, Foord R: The epidemiology of wound infection. A 10-year prospective study of 62,939 wounds. Surg Clin North Am 1980; 60: 27–40 CrossRef
26.
Fitzgerald RH, Jr., Washington JA, 2nd: Contamination of the operative wound. Orthop Clin North Am 1975; 6: 1105–14 MEDLINE
27.
Hemker T: Air microbial level during operations. Langenbecks Arch Surg 1983; 359: 93–9 CrossRef
28.
Kurmann A, Peter M, Tschan F, Muhlemann K, Candinas D, Beldi G: Adverse effect of noise in the operating theatre on surgical-site infection. Br J Surg 2011; 98: 1021–5 CrossRef MEDLINE
29.
Tschan F, Seelandt JC, Keller S, et al.: Impact of case-relevant and case-irrelevant communication within the surgical team on surgical-site infection. Br J Surg 2015; 102: 1718–25 CrossRef MEDLINE
30.
Rüden H, Wullenweber M, Leberl C, Metzger K: Luftmikrobiologische Untersuchungen in einem Krankenhaus. II. Chirurgische Operationsabteilung. Hyg Med 1980; 5: 446–54.
31.
Friberg B, Friberg S, Burman LG: Correlation between surface and air counts of particles carrying aerobic bacteria in operating rooms with turbulent ventilation: an experimental study. J Hosp Infect 1999; 42: 61–8 CrossRef MEDLINE
32.
Duhaime AC, Bonner K, McGowan KL, Schut L, Sutton LN, Plotkin S: Distribution of bacteria in the operating room environment and its relation to ventricular shunt infections: a prospective study. Childs Nerv Syst 1991; 7: 211–4 CrossRef MEDLINE
33.
Johnson DE, Russell RG, Lockatell CV, Zulty JC, Warren JW, Mobley HL: Contribution of proteus mirabilis urease to persistence, urolithiasis, and acute pyelonephritis in a mouse model of ascending urinary tract infection. Infect Immun 1993; 61: 2748–54 MEDLINE PubMed Central
34.
Dai T, Kharkwal GB, Tanaka M, Huang YY, Bil de Arce VJ, Hamblin MR: Animal models of external traumatic wound infections. Virulence 2011; 2: 296–315 CrossRef PubMed Central
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie und Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC), Universitätsklinikum Heidelberg: Dr. med. Harnoss, Prof. Dr. med. Diener, cand. med. Scheerer, Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Büchler
Universitätsklinik für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle, Medizinische Universität Wien – AKH Wien Medizinischer Universitätscampus: Prof. Dr. med. Assadian
Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Universitätsmedizin Greifswald: Dr. med. Müller, Dr. rer. med. Baguhl, Dr. med. Gessner, Prof. Dr. med. Kramer
Institut für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, Klinikum Konstanz: Prof. Dr. med. Dettenkofer
Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald: Prof. Dr. phil. Kohlmann
Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsmedizin Greifswald: Prof. Dr. med. Heidecke
Schematische Darstellung des Operationssaals und Anordnung der Messpunkte
Grafik
Schematische Darstellung des Operationssaals und Anordnung der Messpunkte
Quantitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen
Tabelle 1
Quantitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen
Qualitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen
Tabelle 2
Qualitative Ergebnisse bei septischen versus aseptischen Eingriffen
Operative Eingriffe (OP) und mikrobiologisch relevanter Erregernachweis
Tabelle 3
Operative Eingriffe (OP) und mikrobiologisch relevanter Erregernachweis
1.Sozialversicherung DGUuSdl: Anforderungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger nach § 34 SGB VII an Krankenhäuser zur Beteiligung am Verletzungsartenverfahren (VAV) in der Fassung vom 1. Januar 2013. www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/verletz1.pdf (last accessed on 23 May 2017).
2.Hansis M, Christiansen B, Jürs U, Zastrow KD, Unger G: Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen. Mitteilung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut. Bgbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 2000; 43: 644–8 CrossRef
3.Oldhafer K, Jürs U, Kramer A, Martius J, Weist K, Mielke M: Prävention postoperativer Infektionen im Operationsgebiet. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut. Bgbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 2007; 50: 377–93.
4.Külpmann R, Christiansen B, Kramer A, et al.: Hygiene guideline for the planning, installation, and operation of ventilation and
air-conditioning systems in health-care settings—Guideline of the German Society for Hospital Hygiene (DGKH). GMS Hyg Infect Control 2016; 11: Doc03 MEDLINE PubMed Central
5.Harnoss JC, Brune L, Ansorg J, Heidecke CD, Assadian O, Kramer A: Practice of skin protection and skin care among German surgeons and influence on the efficacy of surgical hand disinfection and surgical glove perforation. BMC Infect Dis 2014; 14: 315 CrossRef MEDLINE PubMed Central
6.Harnoss JC, Kramer A, Heidecke CD, Assadian O: What is the appropriate time-interval for changing gloves during surgical procedures. Zentralbl Chir 2010; 135: 25–7 CrossRef 24684">CrossRef MEDLINE
7.Harnoss JC, Partecke LI, Heidecke CD, Hubner NO, Kramer A, Assadian O: Concentration of bacteria passing through puncture holes in surgical gloves. Am J Infect Control 2010; 38: 154–8 MEDLINE
8.Tacconelli E, Müller NF, Lemmen S, Mutters NT, Hagel S, Meyer E: Infection risk in sterile operative procedures—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 271–8 VOLLTEXT
9.Dumville JC, McFarlane E, Edwards P, Lipp A, Holmes A, Liu Z: Preoperative skin antiseptics for preventing surgical wound infections after clean surgery. Cochrane Database Syst Rev 2015: CD003949 CrossRef
10.Reichel M, Heisig P, Kohlmann T, Kampf G: Alcohols for skin antisepsis at clinically relevant skin sites. Antimicrob Agents Chemother 2009; 53: 4778–82 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11.Tanner J, Woodings D, Moncaster K: Preoperative hair removal to reduce surgical site infection. Cochrane Database Syst Rev 2006: CD004122 CrossRef
12.Anderson DJ, Podgorny K, Berrios-Torres SI, et al.: Strategies to prevent surgical site infections in acute care hospitals: 2014 update. Infection Control Hosp Epidemiol 2014; 35: 605–27 CrossRef CrossRef
13.Haynes AB, Weiser TG, Berry WR, et al.: A surgical safety checklist to reduce morbidity and mortality in a global population. N Engl J Med 2009; 360: 491–9 CrossRef MEDLINE
14.Lehtinen SJ, Onicescu G, Kuhn KM, Cole DJ, Esnaola NF: Normothermia to prevent surgical site infections after gastrointestinal surgery: holy grail or false idol? Ann Surg 2010; 252: 696–704 CrossRef
15.Moola S, Lockwood C: Effectiveness of strategies for the management and/or prevention of hypothermia within the adult perioperative environment. Int J Evid Based Healthc 2011; 9: 337–45 CrossRef MEDLINE
16.Tanner J, Padley W, Assadian O, Leaper D, Kiernan M, Edmiston C: Do surgical care bundles reduce the risk of surgical site infections in patients undergoing colorectal surgery? A systematic review and cohort meta-analysis of 8,515 patients. Surgery 2015; 158: 66–77 CrossRef MEDLINE
17.Babb JR, Lynam P, Ayliffe GA: Risk of airborne transmission in an operating theatre containing four ultraclean air units. J Hosp infect 1995; 31: 159–68 CrossRef
18.Hauer T, Rüden H, Daschner F: [Requirements of mandatory accident insurance for hospitals, which participate in inpatient treatment of occupational accident patients: position of the National Reference Center for Hospital Hygiene]. Chirurg 1998; 69: 924–7; discussion 8–9 CrossRef MEDLINE
19.Kramer A, Assadian O, Wendt M, Stengel D, Seifert J: Functional separation of septic and aseptic surgical procedures. GMS Krankenhaushyg Interdiszip 2011; 6: Doc12 MEDLINE PubMed Central
20.Weist K, Krieger J, Rüden H: Vergleichende Untersuchungen bei aseptischen und septischen Operationen unter besonderer Berücksichtigung von S. aureus. Hyg Med 1988; 13: 369–74.
21.Zeger SL, Liang KY: Longitudinal data analysis for discrete and continuous outcomes. Biometrics 1986; 42: 121–30 CrossRef
22.Daschner F, Bassler M, Bönig G, Langmaack H, Brobmann G: Luft- und Bodenkeimspektren in einer septischen und aseptischen Operationseinheit. Akt Chir 1984; 19: 17–20.
23.Lidwell OM, Lowbury EJ, Whyte W, Blowers R, Stanley SJ, Lowe D: Effect of ultraclean air in operating rooms on deep sepsis in the joint after total hip or knee replacement: a randomised study. Br Med J 1982; 285: 10–4 CrossRef
24.Lidwell OM, Lowbury EJ, Whyte W, Blowers R, Stanley SJ, Lowe D: Airborne contamination of wounds in joint replacement operations: the relationship to sepsis rates. J Hosp Infect 1983; 4: 111–31 CrossRef
25.Cruse PJ, Foord R: The epidemiology of wound infection. A 10-year prospective study of 62,939 wounds. Surg Clin North Am 1980; 60: 27–40 CrossRef
26.Fitzgerald RH, Jr., Washington JA, 2nd: Contamination of the operative wound. Orthop Clin North Am 1975; 6: 1105–14 MEDLINE
27.Hemker T: Air microbial level during operations. Langenbecks Arch Surg 1983; 359: 93–9 CrossRef
28.Kurmann A, Peter M, Tschan F, Muhlemann K, Candinas D, Beldi G: Adverse effect of noise in the operating theatre on surgical-site infection. Br J Surg 2011; 98: 1021–5 CrossRef MEDLINE
29.Tschan F, Seelandt JC, Keller S, et al.: Impact of case-relevant and case-irrelevant communication within the surgical team on surgical-site infection. Br J Surg 2015; 102: 1718–25 CrossRef MEDLINE
30.Rüden H, Wullenweber M, Leberl C, Metzger K: Luftmikrobiologische Untersuchungen in einem Krankenhaus. II. Chirurgische Operationsabteilung. Hyg Med 1980; 5: 446–54.
31.Friberg B, Friberg S, Burman LG: Correlation between surface and air counts of particles carrying aerobic bacteria in operating rooms with turbulent ventilation: an experimental study. J Hosp Infect 1999; 42: 61–8 CrossRef MEDLINE
32.Duhaime AC, Bonner K, McGowan KL, Schut L, Sutton LN, Plotkin S: Distribution of bacteria in the operating room environment and its relation to ventricular shunt infections: a prospective study. Childs Nerv Syst 1991; 7: 211–4 CrossRef MEDLINE
33.Johnson DE, Russell RG, Lockatell CV, Zulty JC, Warren JW, Mobley HL: Contribution of proteus mirabilis urease to persistence, urolithiasis, and acute pyelonephritis in a mouse model of ascending urinary tract infection. Infect Immun 1993; 61: 2748–54 MEDLINE PubMed Central
34.Dai T, Kharkwal GB, Tanaka M, Huang YY, Bil de Arce VJ, Hamblin MR: Animal models of external traumatic wound infections. Virulence 2011; 2: 296–315 CrossRef PubMed Central
  • Getrennte septische/aseptische OP-Bereiche
    Dtsch Arztebl Int 2017; 114(44): 755; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0755a
    Büttner-Janz, Karin
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2017; 114(44): 755-6; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0755b
    Kramer, Axel; Harnoss, Julian-Camill; Kohlmann, Thomas

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Anzeige