ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2017Europäisches Telemedizin-Register: Plattform für Hypertonie-Daten gestartet

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Europäisches Telemedizin-Register: Plattform für Hypertonie-Daten gestartet

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Das europäische Projekt EUSTAR untersucht das systematische Telemonitoring von Bluthochdruckpatienten. Dabei geht es unter anderem um die kontinuierliche, telemedizinisch gestützte Messung des Blutdrucks in der häuslichen Umgebung des Patienten. Das individuelle dezentrale Telemonitoring setzt dabei auf die persönliche Betreuung des Patienten durch den behandelnden Arzt. Die Daten der Patienten werden zur Analyse an ein Zentralregister übermittelt.

Mit der speziell für das Projekt entwickelten telemedizinischen Plattform SciTIM ist es in Göttingen seit Kurzem möglich, die telemedizinisch übermittelten Blutdruckwerte direkt im Praxisverwaltungssystem zu sehen und mit ihnen zu arbeiten. SciTIM gilt auf dem Gebiet der arteriellen Hypertonie als die wissenschaftlich am besten evaluierte Telemedizin-Methode, mit der in fast allen Teilgebieten der Bluthochdruckerkrankung epidemiologische Daten gesammelt werden können, um anonymisierte Untersuchungen durchzuführen.

Göttingen ist bei der Nutzung der Plattform Vorreiter für 170 europäische Hypertonie-Exzellenzzentren der Europäischen Hypertonie-Gesellschaft. Das Register soll an den Zentren den Einsatz der Telemedizin-Methode in nahezu sämtlichen Teilgebieten der Bluthochdruckerkrankung untersuchen und dazu beitragen, epidemiologische Daten in Europa zu sammeln. Einbezogen werden unter anderem schlecht eingestellte Hypertoniker, Patienten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, Risikoschwangere sowie Kinder und Jugendliche.

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In Göttingen wurde die notwendige Technik Mitte Mai 2017 im Nephrologischen Zentrum installiert, sodass Patienten dort jetzt in das Register aufgenommen werden. Im Herbst sollen das Hypertoniezentrum München, Anfang 2018 die weiteren sechs Nukleuszentren Hannover, Cloppenburg, Erlangen, Bad Oeynhausen, Brüssel und Zagreb folgen.

„Der medizinische Nutzen, der Datenschutz und die Praktikabilität sind die Kernprobleme in der Telemedizin“, erläuterte Dr. med. Egbert Schulz vom Nephrologischen Zentrum Göttingen. „Wir sind froh, dass das Blutdruckinstitut Göttingen als Stakeholder die Belange der Patienten in der Studie vertritt und das Forschungsinstitut BRAVE bei der Durchführung der Studie berät.“ EB

http://daebl.de/UY86

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