ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Kommunikative Fähigkeiten auf dem Prüfstand

Dtsch Arztebl 2017; 114(27-28): [4]

EB

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Soziale Kompetenzen, darunter vor allem kommunikative Fertigkeiten, spielen in der Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte eine wichtige Rolle. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wollen jetzt in einem neuen interdisziplinären Forschungsprojekt ein digitales Prüfungsformat entwickeln, das diese Kompetenzen beurteilen kann.

Foto: dpa
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Während des Studiums erlernen Medizinstudierende kommunikative Kompetenzen in der Interaktion mit speziell trainierten Simulationspatienten in nachgestellten quasi-realen Situationen. Bislang prüfte die Mainzer Universität diese Fertigkeiten in Form von „Objective Structured Clinical Examinations“ (OSCEs), indem sie die Interaktion der Studierenden bewertete. Allerdings steht aus Sicht der Wissenschaftler die Verlässlichkeit dieser Messung infrage. Darüber hinaus versprechen sie sich von dem neuen Prüfungstool, Kosten und Personal zu sparen.

„Wenn man die hohen finanziellen und personellen Ressourcen für ein OSCE betrachtet, stellt sich die Frage nach alternativen Prüfungsformen, die sich als ökonomisch in der Durchführung und ebenso zuverlässig und gültig in der Messung erweisen“, erläuterte der Leiter des Projektes, Prof. Dr. Uwe Schmidt vom Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung der JGU. Von dem Einsatz digitaler Prüfungsformate erwarten die Wissenschaftler nicht nur einen effizienten und Ressourcen schonenden Effekt, sondern in gleicher Weise einen qualitativen Mehrwert für die Prüfungen selbst. So sollen die videobasierten Prüfungen einfacher und vielfältiger anzuwenden sein.

An dem Forschungsprojekt „digiRole – Digitales Prüfungstool zur Messung kommunikativer Fertigkeiten im Medizinstudium“ sind Wissenschaftler der Abteilung Methodenlehre des Psychologischen Instituts sowie der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz beteiligt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt über drei Jahre mit 400 000 Euro. EB

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