ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2017Bekanntgaben und die Zeitschrift PP: Ein integratives Projekt

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Bekanntgaben und die Zeitschrift PP: Ein integratives Projekt

Bühring, Petra

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Wer sich fragt, warum das aktuelle Heft dicker ist als die meisten bisherigen Ausgaben, der kann im Folgenden auch etwas über die Entstehungsgeschichte der Zeitschrift PP erfahren. Aktuell umfasst der hintere Teil des Heftes 29 Seiten Bekanntgaben der Herausgeber des Deutschen Ärzteblatts (DÄ), also der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer, sowie von Gremien, an denen die Herausgeber beteiligt sind. Darunter ist diesmal die 24-seitige Bekanntmachung der KBV zum Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 29. März, mit dem die psychotherapeutische Sprechstunde und die Akutbehandlung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen sowie bestehende Gebührenordnungspositionen an die geänderten Vorgaben der Psychotherapie-Richtlinie angepasst werden. Der Leser muss sich zwar durch die sperrigen Auflistungen und Texte kämpfen – doch schließlich geht es ja um die eigene Abrechnung. Es folgt eine Bekanntmachung der KBV, die darauf hinweist, dass bis zum 20. August Bewerbungen für eine Gutachtertätigkeit angenommen werden. Weiter geht es mit drei Bekanntmachungen des Gemeinsamen Bundesausschusses, mit denen die neuen Befugniserweiterungen für Psychotherapeuten verkündet werden. Sie dürfen künftig – wie die Ärzte – sowohl Krankenhausbehandlungen verordnen, als auch Krankentransporte anweisen. Außerdem ist es Psychotherapeuten nun ermöglicht worden, ihren Patienten bei Bedarf auch Soziotherapie zu verschreiben.

Die Bekanntgaben der Herausgeber sind der eigentliche Grund für die Entstehung der Zeitschrift PP, dem Deutschen Ärzteblatt für für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten. Mit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) im Januar 1999 wurden die beiden Berufe in das System der vertragsärztlichen Versorgung integriert. Für dieses Gesetz war lange gekämpft worden, denn es sollte erstmals Gleichberechtigung mit den Ärzten entstehen. Mit dem PsychThG wurde der KBV – neben anderen integrierenden Aufgaben – auch die Verpflichtung auferlegt, ihre Bekanntgaben den neuen Mitgliedern zugänglich zu machen. Diese werden seit Beginn des Kassenarztsystems im „Organ der Ärzteschaft“ (heute heißt es „Zeitschrift“), eben dem veröffentlicht. Um dieser Pflicht zu genügen, wäre auch der Postversand der Bekanntgabentexte ausreichend gewesen. Eine von vielen Psychotherapeuten gewünschte Alternative hätte im Bezug des wöchentlich erscheinenden bestanden – doch diese Lösung schied wegen der hohen Kosten und auch wegen der vielen für Psychotherapeuten nicht relevanten medizinischen Beiträge aus. Der damalige Chefredakteur Norbert Jachertz schlug den Herausgebern dann ein Konzept vor, das den Bedürfnissen von beiden Seiten entsprach: eine monatlich erscheinende Zeitschrift mit relevanten Artikeln aus dem , spezifischen Beiträgen zur Berufspolitik und fachlichen Themen – und eben auch relevante Bekanntgaben. Jachertz schrieb im Editorial der ersten Ausgabe von PP im Januar 2002: „Die Redaktion will für Integration und Kooperation von Ärzten und Psychologen eintreten.“ Dieser Leitsatz gilt bis heute.

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