ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2017Depressionen: Leitlinien decken wichtige Versorgungsaspekte ab

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Depressionen: Leitlinien decken wichtige Versorgungsaspekte ab

PP 16, Ausgabe Juli 2017, Seite 302

Hillienhof, Arne; SB

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Nur drei von 22 Leitlinien zur Behandlung der Depression stammen aus Deutschland. Foto: tashatuvango/stock.adobe.com
Nur drei von 22 Leitlinien zur Behandlung der Depression stammen aus Deutschland. Foto: tashatuvango/stock.adobe.com

Evidenzbasierte Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit Depression decken alle wichtigen Versorgungsaspekte ab und stimmen in den meisten Fällen inhaltlich überein. Das ist das Ergebnis einer Recherche des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Ergebnisse sollen in die Entwicklung eines Disease-Management-Programms (DMP) für Depressionen einfließen. Insgesamt bezog das IQWiG 22 Leitlinien in seine Auswertung ein. Die Aussagen der untersuchten Leitlinien sind den Wissenschaftlern zufolge inhaltlich weitgehend konsistent. Nur in wenigen Fällen widersprächen sich die Empfehlungen, wie etwa in Hinblick auf Johanniskraut als Therapie der ersten Wahl bei unipolaren Depressionen.

Allerdings zeigte die Auswertung, dass die Leitlinien oft keine Hinweise geben, welche Interventionen gegenüber anderen zu bevorzugen sind. Zudem fiel den IQWiG-Experten auf, dass es zu wichtigen versorgungsrelevanten Fragestellungen wenige oder keine Empfehlungen für Kinder und Jugendliche gibt. Für unipolare Depressionen gelte das ebenso wie für bipolare.

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Acht der insgesamt 22 untersuchten Leitlinien stammen aus Großbritannien, vier aus den USA und nur drei aus Deutschland. Die Empfehlungen seien deshalb unter Umständen nur eingeschränkt übertragbar. „Denn die Anforderungen an die strukturierten Behandlungsprogramme, die in einer DMP-Richtlinie vom G-BA formuliert werden, beschreiben unverzichtbare Eckpunkte für die Versorgung in Deutschland“, so die Wissenschaftler. Sie haben deshalb in ihrem Abschlussbericht angeregt, das geplante DMP in zweierlei Hinsicht zu spezifizieren: Zum einen könnte es sinnvoll sein, zwischen uni- und bipolaren Krankheitsbildern zu unterscheiden. Zum anderen könnte eine Eingrenzung auf mittelgradige und schwere Formen der Erkrankung sowie auf rezidivierende Verläufe Vorteile bieten. hil, sb

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