ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2017Problem mit dem Trenngel im Blutentnahmeröhrchen beim Multiplen Myelom

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Problem mit dem Trenngel im Blutentnahmeröhrchen beim Multiplen Myelom

A problem with the separating gel in a blood sample tube in a patient with multiple myeloma

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(29-30): 507; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0507

Maire, Bernd; Schlüter, Kathrin

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Für Laboranalysen werden zur Serumgewinnung vielfach Blutabnahmeröhrchen mit Trenngel verwendet. Dieses inerte Acrylgel am Boden des Röhrchens schiebt sich während der Zentrifugation normalerweise zwischen die Zellen (Blutkuchen) und das Serum, da seine physikalische Dichte zwischen beiden Fraktionen liegt. So entsteht eine Diffusionsbarriere, die eine Kontamination des Serums mit Zellbestandteilen verhindert. Bei diesem 52-jährigen Patienten bildete das Gel keine Trennschicht, sondern lag trotz korrekter Zentrifugation oben auf der Serumfraktion. Als Ursache kommt die Erstdiagnose eines Multiplen Myeloms infrage [Labor: IgA 76,5 g/L (Referenzbereich: 0,7–5,0), Gesamtprotein: 140 g/L (Referenzbereich: 66–83)]. Diese ausgeprägte Hyperproteinämie führt zu einer Serumdichte, die höher ist als jene des Trenngels, daher schwimmt das Gel auf. Gesehen wird dies bei sehr fortgeschrittenen Myelomen, iatrogen bei Blutentnahme nach Gabe von iodierten Röntgenkontrastmitteln oder bei Dialysepatienten mit Abnahme aus Kathetersystemen mit hoch konzentrierter Natriumzitratlösung als Blockierlösung. Fazit: Bei diesem Phänomen sollte man auch an ein Multiples Myelom denken.

Dr. med. Bernd Maire, Labor Dr. Staber & Kollegen, Heilbronn, b.maire@labor-staber.de, Dr. rer. nat. Kathrin Schlüter, BD Life Sciences, Heidelberg

Interessenkonflikt: Dr. Schlüter ist angestellt bei Becton Dickinson. Dr. Maire erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Maire B, Schlüter K: A problem with the separating gel in a blood sample tube in a patient with multiple myeloma.
Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 507. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0507

The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

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