ÄRZTESTELLEN: Nachgefragt

„Im geschützten Raum den Ernstfall proben“

Dtsch Arztebl 2017; 114(29-30): [4]

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Interview mit Dr. med. Mark Weinert, ärztlicher Koordinator der Simulationstrainings der HELIOS Kliniken GmbH

Herr Dr. Weinert, Helios verfügt über drei Simulationszentren, in denen Ärzte klinische Szenarien trainieren. Worum geht es dabei?

Die Trainings simulieren bestimmte Einsätze oder Krisenfälle im OP oder in der Notaufnahme, wobei Simulatoren die Rolle des Patienten einnehmen. So können die Teams im geschützten Raum den Ernstfall proben. Das hat den Vorteil, dass Mitarbeiter vieles nicht am Patienten üben müssen und sie auf Notfälle gut vorbereitet sind.

Wie läuft das in der Praxis ab?

Wir zeichnen die Trainings mit Kameras auf. Anschließend werten wir sie gemeinsam mit speziell ausgebildeten Trainern und Pflegekräften aus. So können sich Ärzte und Pflegekräfte ihre Kommunikation vor Augen führen, ebenso ihre individuellen Reaktionen auf Krisensituationen. Das hat nachweislich zu einer Reihe von Verhaltensänderungen im OP geführt und ein Plus an Sicherheit gebracht.

In welchen Fächern bieten Sie die Trainings an?

Wir bieten sie in der Intensivmedizin, Notfallmedizin, Anästhesie und Gastroenterologie an. Zudem auch als reine Skill-Trainings um Fertigkeiten zu schulen in der Chirurgie, Radiologie, Gynäkologie, Urologie und Kardiologie, etwa für laparoskopische Operationen oder Herz-Ultraschall.

Wie viele Ärzte haben daran schon teilgenommen?

Die Simulationstrainings haben seit Anfang 2016 schon mehr als 3 000 Ärzte und Pflegekräfte in einem unserer drei Zentren in Erfurt, Krefeld und Hildesheim durchlaufen – mit durchweg positiven Rückmeldungen. Damit ist Helios in Deutschland der größte Anbieter dieser Trainings.

Gibt es Pläne, diese Art der Schulung auszubauen?

Ja! Für Gynäkologen und Anästhesisten gibt es bald ein Training zur neonatalen Erstversorgung von Neugeborenen. Ab 2018 kommen Perinatal-Simulationen hinzu rund um Notfälle, die während einer Geburt auftreten können.

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