ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Umfrage: Ärzte wollen Arbeitszeiten freier gestalten

Dtsch Arztebl 2017; 114(31-32): [4]

EB

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Foto: vege/stock.adobe.com
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Ärzte wünschen sich prinzipiell mehr Mitsprache bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeiten und der Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten. Insbesondere Ärztinnen sehen sich an ihrem beruflichen Fortkommen gehindert. Das zumindest sind Ergebnisse einer Umfrage des Ärztlichen Kreis- und Bezirksverbandes München (ÄKBV). Der Verband befragte 1 800 Ärztinnen und Ärzte, die im Großraum München arbeiten, zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die Details: Generell sind Ärzte mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unzufriedener als Ärztinnen. So gaben nur sieben Prozent der Männer, doch 21 Prozent der Frauen an, damit „sehr zufrieden“ zu sein. Darüber hinaus sind Ärztinnen und Ärzte, die im Krankenhaus arbeiten, weniger zufrieden als ihre niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Sie empfinden den Arbeitsplatz Krankenhaus „als extrem ungünstig“ für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen planbare Arbeitszeiten und Mitbestimmung bei deren Festlegung. Für die meisten Befragten ist dies allerdings keine Realität: 80 Prozent gaben an, Mitsprache bei der Festlegung ihrer Arbeitszeit sei ihnen „sehr wichtig“, doch für nur 17 Prozent ist das tatsächlich gut möglich. Ferner ist es 86 Prozent der Krankenhausärzte wichtig, in Teilzeit arbeiten zu können. Doch mehr als 30 Prozent können das am Arbeitsplatz nicht umsetzen.

Zudem ergab die Analyse, dass Frauen wegen der Kinder häufiger ihre Karriere zurückstellen und ihr berufliches Fortkommen beeinträchtigt sehen. Sie verzichten häufiger auf eine Niederlassung oder geben ihren Arbeitsplatz im Krankenhaus auf. Gleichzeitig wünschen sie sich eine flexible Kinderbetreuung und einen Betreuungsdienst, falls die etablierte Betreuung ausfällt. Mehr als ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte ist darüber hinaus der Ansicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf am besten außerhalb der Patientenversorgung gegeben sei. Unter den Assistenzärzten in Weiterbildung sind sogar 42 Prozent dieser Ansicht. Nur sechs Prozent aller Befragten finden, die Vereinbarkeit sei im Krankenhaus am besten möglich. EB

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