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Wir freuen uns über das rege Interesse an unserer Übersichtsarbeit (1).

Der Beitrag von Dr. Krüger gibt Anlass daran zu denken, dass man bei aller Evidenz für den dramatischen Rückgang des rheumatischen Fiebers in der entwickelten Welt nicht außer Acht lassen sollte, dass es in anderen Breitengraden eine höhere Prävalenz gibt und dass in Deutschland eine Zunahme solcher Probleme durch weitere Flüchtlingsströme möglich erscheint.

Für den Hinweis von Prof. Herdegen und Dr. Zingler auf die Möglichkeit eines kardioprotektiven Effekts von nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) sind wir dankbar. Wir machen in unserem Beitrag bereits ausdrücklich darauf aufmerksam, dass „zwei voneinander völlig unabhängige Studien mit Patienten mit ankylosierender Spondylitis [...] zeigen, dass nicht die Einnahme von großen, sondern von geringen Mengen NSAR mit erhöhter Mortalität assoziiert war.“ Weiter haben wir darauf hingewiesen, dass „diese Ergebnisse zumindest [...] darauf hin deuten, dass bei der Gesamtbewertung von NSAR bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen auch potenziell vorteilhafte Effekte zu berücksichtigen sind.“ Nichtsdestoweniger gibt es durchaus auch eine tendenziell zunehmende Datenlage, die eher zur Vorsicht beim Gebrauch von NSAR mahnt (2). Dass NSAR die Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit axialer Spondyloarthritis sind und dass das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei jungen, nicht mit anderen Risikofaktoren behafteten Patienten sicher deutlich geringer ist, wurde ebenfalls dargestellt.

Prof. Meyer kritisiert unsere Feststellung: „Wenn bereits eine rheumatoide Arthritis (RA) besteht, reduzieren Statine die Mortalität um 20 %.“ Er bevorzugt die Berechnung der absoluten gegenüber der relativen Risikoreduktion, weil die Effekte dann geringer imponieren. Das hat Vor- und Nachteile, richtig ist beides. Insgesamt empfehlen wir keineswegs alle RA-Patienten mit Statinen zu behandeln.

Es sei an dieser Stelle betont, dass die Evidenzlage für den kardioprotektiven Effekt von Statinen für die Gesamtbevölkerung zunehmend stabil ist. Das gilt sowohl für die Primär- als auch für die Sekundärprävention (3). Die (kardiovaskuläre) Mortalität von RA-Patienten ist – mit persistierender Entzündungsaktivität als treibende Kraft – eindeutig erhöht. Dazu tragen klassische Risikofaktoren für Arteriosklerose wie die Hypercholesterinämie bei (4). Diese treten bei RA-Patienten überdies doppelt so häufig auf wie in der Normalbevölkerung. Werden die bekannten Risikofaktoren nicht beachtet, resultiert eine erhöhte Inzidenz von Myokardinfarkten. Wichtig für das Management der RA ist, dass Statine nicht nur einen günstigen Effekt auf den Lipidmetabolismus haben, sondern auch entzündungshemmend wirksam sind (5).

Patienten mit RA sollten regelmäßig auf Risikofaktoren und Symptome kardiovaskulärer Erkrankungen hin untersucht und gegebenenfalls adäquat und konsequent behandelt werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0560b

Für die Autoren

Prof. Dr. med. Jürgen Braun

Rheumazentrum Ruhrgebiet

j.braun@rheumazentrum-ruhrgebiet.de

Interessenkonflikt

Prof. Braun erhielt Honorare für eine Publikation mit Bezug zum Thema.

1.
Braun J, Krüger K, Manger B, Schneider M, Specker C, Trappe HJ: Cardiovascular comorbidity in inflammatory rheumatological conditions. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 197–203 VOLLTEXT
2.
Bally M, Dendukuri N, Rich B, et al.: Risk of acute myocardial infarction with NSAIDs in real world use: Bayesian meta-analysis of individual patient data. BMJ 2017; 357: j1909 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Mihaylova B, Emberson J, Blackwell L, et al.: Cholesterol Treatment Trialists‘ (CTT) Collaborators. The effects of lowering LDL cholesterol with statin therapy in people at low risk of vascular disease: meta-analysis of individual data from 27 randomised trials. Lancet 2012; 380: 581–90 CrossRef
4.
Boyer JF, Gourraud PA, Cantagrel A, Davignon JL, Constantin A: Traditional cardiovascular risk factors in rheumatoid arthritis: a meta-analysis. Joint Bone Spine 2011; 78: 179–83 CrossRef MEDLINE
5.
McCarey DW, McInnes IB, Madhok R, et al.: Trial of Atorvastatin in Rheumatoid Arthritis (TARA): double-blind, randomised placebo-controlled trial. Lancet 2004; 363: 2015–21 CrossRef
1.Braun J, Krüger K, Manger B, Schneider M, Specker C, Trappe HJ: Cardiovascular comorbidity in inflammatory rheumatological conditions. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 197–203 VOLLTEXT
2.Bally M, Dendukuri N, Rich B, et al.: Risk of acute myocardial infarction with NSAIDs in real world use: Bayesian meta-analysis of individual patient data. BMJ 2017; 357: j1909 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Mihaylova B, Emberson J, Blackwell L, et al.: Cholesterol Treatment Trialists‘ (CTT) Collaborators. The effects of lowering LDL cholesterol with statin therapy in people at low risk of vascular disease: meta-analysis of individual data from 27 randomised trials. Lancet 2012; 380: 581–90 CrossRef
4.Boyer JF, Gourraud PA, Cantagrel A, Davignon JL, Constantin A: Traditional cardiovascular risk factors in rheumatoid arthritis: a meta-analysis. Joint Bone Spine 2011; 78: 179–83 CrossRef MEDLINE
5.McCarey DW, McInnes IB, Madhok R, et al.: Trial of Atorvastatin in Rheumatoid Arthritis (TARA): double-blind, randomised placebo-controlled trial. Lancet 2004; 363: 2015–21 CrossRef

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