MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Thorakale Stichverletzung mit einem Brieföffner

A stabbing injury to the chest from a letter opener

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(33-34): 558; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0558b

Rupprecht, Holger; Dormann, Harald; Gaab, Katharina

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
Thorakale Stichverletzung mit einem Brieföffner
Abbildung
Thorakale Stichverletzung mit einem Brieföffner

Ein 42-jähriger Mann wurde in den Schockraum eingeliefert, nachdem er sich mit einem Brieföffner in suizidaler Absicht Stichwunden am ventralen Thorax zugefügt hatte. Die Computertomographie zeigte ein Hämoperikard sowie einen linksseitigen Hämatothorax, der sofort mit einer Drainage entlastet wurde, durch die massiv Blut abfloss.

Nach Durchführung einer Notfallsternotomie fand sich ein prall gespanntes Perikard, aus dem sich nach Längsinzision massiv Blut entleerte (Abbildung, Video). Als Ursache wurde eine Läsion im muskulären Bereich des linken Ventrikels proximal und parallel zum Ramus interventricularis anterior (RIVA) identifiziert, die mit einer durchgreifenden nichtresorbierbaren Naht versorgt wurde. Bei anhaltender Blutung aus dem linken Hemithorax wurden die durch die Stiche rupturierten Intercostalgefäße über eine anterolaterale Thorakotomie behandelt.

Bei derangierter Gerinnungssituation wurde nach dem Tamponieren der Pleurahöhle der knöcherne Hemithorax offen gelassen, um der Ausbildung eines Kompartmentsyndroms vorzubeugen, und der Patient wurde nur mit einer in die Haut eingenähten Plastikfolie versorgt. Bereits am nächsten Tag ließ sich der Thorax definitiv verschließen. Nach komplikationslosem Heilungsverlauf und ohne Folgeschäden wird der Patient inzwischen psychiatrisch behandelt.

Prof. Dr. med. Holger Rupprecht, Prof. Dr. med. Harald Dormann, Dr. med. Katharina Gaab, Klinikum Fürth, harald.dormann@klinikum-fuerth.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Rupprecht H, Dormann H, Gaab K: A stabbing injury to the chest from a letter opener. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 558. DOI: 10.3238/arztebl.2017.0558b

The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

Video: www.aerzteblatt.de/17m0558 oder über QR-Code

Thorakale Stichverletzung mit einem Brieföffner
Abbildung
Thorakale Stichverletzung mit einem Brieföffner

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

    Fachgebiet

    Alle Leserbriefe zum Thema

    Serie Der klinische Schnappschuss

    Login

    Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

    E-Mail

    Passwort

    Anzeige