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Medizinstudium: Bundesverfassungsgericht prüft Numerus clausus

Dtsch Arztebl 2017; 114(33-34): A-1508 / B-1276 / C-1250

Hillienhof, Arne, dpa

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In der Humanmedizin sind die Plätze hart umkämpft. Einen bundesweiten NC gibt es auch für Tier-, Zahnmedizin und Pharmazie. Foto: dpa
In der Humanmedizin sind die Plätze hart umkämpft. Einen bundesweiten NC gibt es auch für Tier-, Zahnmedizin und Pharmazie. Foto: dpa

Die Platzvergabe in Studiengängen mit bundesweitem Numerus clausus (NC) kommt in Karlsruhe auf den Prüfstand. Am 4. Oktober will das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) darüber verhandeln, ob die augenblickliche Vergabe von Medizinstudienplätzen mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Eingeschaltet hat die Verfassungshüter das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, das diese anzweifelt (Az.: 1 BvL 3/14 und 4/14). Die Verwaltungsrichter beanstanden unter anderem, dass die Abiturnoten bundesweit nicht vergleichbar seien und es Landesquoten brauche. Überhaupt spiele die Note eine zu große Rolle. Das BVerfG hatte in den 1970er-Jahren Kriterien für die Studienplatzvergabe entwickelt. Nun stelle sich die Frage, ob diese Rechtsprechung fortentwickelt werden müsse, hieß es. Für die zentrale Vergabe gibt es ein Quotensystem: Ein Fünftel der Plätze geht an Bewerber mit den besten Abiturnoten, ein weiteres Fünftel wird nach Wartezeit vergeben. Für die übrigen Plätze hat jede Hochschule ein Auswahlverfahren.

Grundlegende Reformen haben unterdessen Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Ärzteverbände und Studierende gefordert. „Wir haben immer gesagt, dass das rein auf der Abiturnote basierende System der Studienzulassung nicht mehr zeitgemäß ist“, sagte BÄK-Präsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery. Er betonte, es würden nicht nur hoch lernfähige, wissenschaftlich orientierte, potenzielle Nobelpreisträger benötigt, sondern auch gute Ärzte, die sich durch soziale Kompetenz auszeichneten und die bereit seien, aufs Land zu gehen. Montgomery wiederholte auch seine Forderung nach zehn Prozent mehr Studienplätzen.

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